So erkennen Sie die Symptome von Multipler Sklerose

Aus Angst vor der Diagnose darf man nicht auf den Arztbesuch verzichten – denn wird MS früh behandelt, lassen sich die Beschwerden mildern.

Dass Multiple Sklerose automatisch in den Rollstuhl führt, ist ein verbreiteter Irrglaube – MS wird auch als die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ bezeichnet. (Foto: Caroline Seidel/dpa)

Dass Multiple Sklerose automatisch in den Rollstuhl führt, ist ein verbreiteter Irrglaube – MS wird auch als die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“ bezeichnet. (Foto: Caroline Seidel/dpa)

Eine frühe Diagnose und Therapie von Multipler Sklerose kann die Beschwerden abmildern. Deshalb ist wichtig, mögliche Symptome von einem Neurologen abklären zu lassen. Das Problem: Je nachdem, welche Areale des Nervensystems die chronische Entzündung betrifft, können diese Symptome ganz unterschiedlich ausfallen. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hin. Häufig gehören zu den Frühsymptomen aber Empfindungen wie Kribbeln und Prickeln in den Armen und Beinen, auch Taubheit und Schwäche können schon früh auf die Multiple Sklerose (MS) hinweisen.

Weitere mögliche Anzeichen sind Sehstörungen: Betroffene sehen dann wie durch einen dichten Nebel, manchmal auch in Doppelbildern. Schwindel und Übelkeit sind Warnhinweise, wenn der Gleichgewichtssinn betroffen ist. Häufig treten die ersten Symptome von MS im Alter zwischen 20 und 40 auf. Die Krankheit ist bisher nicht heilbar, aber behandelbar.

Möglichst früh behandeln

Der Fokus der Behandlung liegt darauf, dass die Betroffenen ihre motorischen Fähigkeiten verbessern und so gut es geht ihren Alltag weiterhin selbstständig meistern sowie ihren Beruf ausüben. Eine vorbeugende Therapie könne laut BVDN eine mögliche spätere Behinderung verzögern oder sogar verhindern, daher sei die frühestmögliche Behandlung so wichtig. Wird nicht behandelt, kann es dazu kommen, dass die Symptome schleichend zunehmen.

Eine akute MS behandeln Ärzte auch heute noch mit Kortison. Bis in die 90er-Jahre gab es nur dieses Mittel, um die Entzündungsschübe möglichst zu verhindern. Dann kamen einige neue MS-Medikamente auf den Markt. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Beta-Interferon, der die Aktivität bestimmter Immunzellen im Blut und Nervensystem bremst. Die Patienten haben dadurch bis zu 30 Prozent weniger Schübe.

„Ziel ist es heute, die MS zum Stillstand zu bringen“, sagt Jürgen Koehler, Neurologe und Ärztlicher Leiter der Marianne-Strauß-Klinik in Berg am Starnberger See, einer Fachklinik ausschließlich für MS. „Das bedeutet: keine Schübe, keine Zunahme der Behinderung und keine Entzündungsaktivität mehr im MRT feststellbar.“

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems. Die entstehende Entzündung des Nervensystems sorgt dafür, dass die Muskeln nur noch unvollständige Signale von den Nerven bekommen. Je nach Verlaufsform kann es bei Betroffenen zu Behinderungen kommen.

(RP/mit Materialien von dpa/tmn)

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1 Kommentar

  • TAG Trier

    Das ist schade, dass Sie dieses Frühtherapiecredo, das zur Zeit modern unter MS-Meinungsführern ist, so unreflektiert abgetippt haben. Ein langfristiger Nutzen eines solche Maximaltherapiekonzeptes für jeden MS-Betroffenen, also auch für symptomarme Patienten, ist nicht wissenschaftlich belegt, die zahlreichen Risiken durch jahrenlange Immunsuppression sind schlecht erforscht und werden praktisch gar nicht öffentlich diskutiert (sic!), und ein großer Anteil der MS-Betroffenen trägt dieses Konzept nicht mit, erkennbar daran, dass die Rate an Therapieabbrechern hoch ist.

    9. Mai 2016 at 15:20

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