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So sieht die Revolution des Gesundheitsmarktes für Menschen mit Behinderung aus

In Zukunft wird dank Technik alles ganz einfach? Christian Baudis, Ex-Deutschlandchef von Google, Digitalunternehmer und Futurist, zeigt sich in unserem Gastbeitrag optimistisch.

Christian Baudis bei einem Vortrag zur Digitalisierung der Welt. (Foto: christianbaudis.de)

Christian Baudis bei einem Vortrag zur Digitalisierung der Welt. (Foto: christianbaudis.de)

Aufgrund der Digitalisierung werden bei Mensch-Maschinen-Verknüpfungen unglaubliche Dinge geschehen. Der Gesundheitsmarkt wird rasant verändert und das zu unserem Vorteil. Die medizinische Analyse und Prävention wird durch digitale Endgeräte verbessert, die wir an unserem Körper tragen. Die Diabetiker-Linse von Google ist mit Ihrem Smartphone verbunden und misst in Echtzeit Ihren Blutzuckerwert, die digitalen Socken von Sensoria messen in Echtzeit die Laufqualität und Belastung Ihres Laufverhaltens beim Joggen. Und in fünf Jahren gehen wir zum Drogeriemarkt und holen uns das digitale Silikonpflaster „MC 10“, welches auf Körperzellen aufgeklebt alle Körperanalysen einer heutigen Allgemeinarztpraxis ermittelt und in Echtzeit auf Ihr Smartphone spielt. Sie werden in Echtzeit Ihren Gesundheitszustand messen können: „Super, heute bin ich bei 90 Prozent – also kerngesund!“ oder: „Oh, ich bin nur zu 35 Prozent gesund. Was soll ich tun?“. Bevor Sie dann zum Arzt gehen, holen Sie sich noch schnell eine Zweitmeinung vom Super-Medizin-Computer Dr. Watson von IBM ein und wissen schon, bevor Sie den Arzt treffen, was zu tun ist.

Aber die eigentliche Revolution des Gesundheitsmarktes wird sich im Bereich körperlicher Behinderungen auftun. Vor vielen Jahren begann die Medizinforschung den elektronischen Impuls aus dem Gehirnbefehl/Nervenimpuls herauszufiltern, um damit Dysfunktionalitäten im Nervensystem zu beheben und Gehirnbefehle alternativ zum Nervensystem über elektronische Übertragungswege weiterzuleiten. Professor Nicholas Negroponte, Gründer des innovativen MIT Media Labs, war vor 20 Jahren einer der ersten digitalen Innovatoren, der diese Entwicklung miterforschte. 2014 präsentierte einer seiner Professoren, Hugh Herr, in Vancouver die erste relevante Mensch-Maschinen-Verbindung unserer Zeit. Hugh Herr verlor bei einer missglückten Bergbesteigung vor 30 Jahren beide Unterbeine. Bei der Präsentation in Vancouver lief er nun mit zwei Roboter-Bein-Prothesen über die Bühne. Seine Roboterfüße „lesen“ die Gehirnbefehle aus den im Knie endenden Nervensträngen, indem sie die elektronischen Impulse auf einen intelligenten Bewegungs-Chip spielen und dieser elektromechanische Bewegungsbefehle an die Roboterfüße weiterleitet.

Professor Hugh Herr sagte während seiner Präsentation, dass er heute besser laufen und klettern kann als noch vor 30 Jahren mit seinen echten Beinen! Diese Innovation ist der Grund, warum wir in den nächsten zehn Jahren Menschen laufen sehen, die ihr Leben lang auf einen Rollstuhl angewiesen waren. Blinde werden wieder sehen können, etc. Man muss ja „nur“ die Unterbrechung im Nervensystem überbrücken: mit elektronischen Nervenbrücken!

(Quelle: Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V.)

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1 Kommentar

  • Ottmar Amm

    Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Johann Wolfgang von Goethe

    17. Januar 2017 at 14:57

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