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„Sound of Football“ lässt Blinde Fußball spielen

Mit Hilfe moderner Technologien soll es Blinden und Sehbehinderten in Zukunft möglich sein, Fußball zu spielen. Das von Pepsi gesponserte Projekt „The Sound of Football“ setzt mehrere Kameras, ein aufwändiges 3D-Soundsystem und iPhones ein, um exakte Orientierung am Kleinfeld zu ermöglichen. Ein in Schweden ausgetragenes Probematch verlief bereits erfolgreich. (Mit Video).

Stockholm (pte) – Es ist das Zusammenspiel verschiedener Technologien, die die Ausübung des komplexen Mannschaftssports für Blinde realisiert. Mehrere Kameras wachen über das Spielareal, die Kicker selbst tragen Geräte am Kopf, die gleichzeitig als Ohrhörer und Mikrofon fungieren und eine Befestigung für ein iPhone mitbringen. Jeder Spieler wird über das Smartphone mit den nötigen Informationen über Audiosignale versorgt, die ihn seine nächsten Schritte planen lassen.

Die Kameras erzeugen eine räumliche Aufnahme des Spielfeldes, inklusive Spielern. Deren am Kopf getragene Unterstützungsapparate wiederum senden und empfangen gleichzeitig Töne und können über die Sensoren des Telefons ihre eigene Position in der Umgebung als auch die Neigung des Kopfes des Spielers erfassen. Hinter den Tonsignalen steckt FMOD, eine als Freeware erhältliche Bibliothek, die sich besonders gut für räumlich exakte Tonwiedergabe eignet und oft in Videospielen (darunter Call of Duty 4 oder World of Warcraft) eingesetzt wird.

iPhone dient als Spieler-Server

Sowohl die Audioberechnung als auch die Daten der Kameras laufen via W-LAN auf dem iPhone zusammen, das jeweils einem bestimmten Spieler zugeordnet ist. Dieses übermittelt Töne an den Kicker, die ihm verraten, wo er sich am Feld befindet, wo sich die nächsten Gegner und Mannschaftskollegen aufhalten und in welche Richtung sie und der Ball sich gerade bewegen.

In einem Testlauf ließen das „Sound of Football“-Team eine Mannschaft aus Blinden am Halbfeld gegen ein Team aus ehemaligen Fußballprofis antreten. Da in die Aufsätze auch eine komplett abdunkelnde Brille integriert ist, herrschten gleiche Bedingungen. Obwohl die Erfahrung für alle Beteiligten neu war, verlief die Partie spannend und ausgeglichen. Die einstigen Berufskicker trennten sich von den blinden Athleten mit 1:1.

Weitere Umsetzungen in Planung

Das System soll nun auch für andere Sportarten adaptiert werden, wobei das Team Ideenvorschläge entgegennimmt. Angedacht sind etwa Skifahren, Marathonlauf oder öffentliche „Soundscapes“ zur Schaffung von Aufmerksamkeit.

Zum Themenschwerpunkt Blinde und sehbehinderte Menschen

Video

Fußball: „Sound of Football“ hilft Blindensport (Foto: thesoundoffootball.com)

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