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Sozialgericht des Tages: Küchenchef hat Anspruch auf höherwertiges Hörgerät

Weil das Standardgerät für den Beruf nicht ausreicht, muss die Sozialkasse mehr zahlen.

Der Chef empfiehlt heute: Das Urteil des Sozialgerichts Gießen (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Der Chef empfiehlt heute: Das Urteil des Sozialgerichts Gießen (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Nicht immer kommen Hörgeschädigte mit den Festzuschüssen ihrer Krankenkasse aus. In Einzelfällen haben sie Anspruch auf höhere Leistungen. Das gilt besonders dann, wenn sie in ihrem Beruf gut hören müssen. So verurteilte das Sozialgericht Gießen eine Sozialkasse, einem hörgeschädigten Küchenchef die Kosten für ein hochwertiges Hörgerät zu erstatten (Az.: S 4 R 651/11). Denn mit dem Standardgerät komme er in seinem Job kaum aus, teilt der Deutsche Anwaltverein mit.

Der Fall: Der Küchenleiter in einer Kantine ist von einer rechtsseitigen Taubheit betroffen. Links verfügt er nur über eine Hörfähigkeit von 30 Prozent. Seine Krankenkasse hatte sich bereit erklärt, ihm Kosten für ein Hörgerät von 553,50 Euro zu erstatten. Damit gab sich der Mann jedoch nicht zufrieden.

Beruflich auf gutes Hören angewiesen

Seine Begründung: Er habe verschiedene Hörgeräte ausprobiert, auch ein Festbetragsgerät. Bei diesem Gerät seien die Geräusche nicht gefiltert und etwa das Klappern von Geschirr für ihn unerträglich gewesen. Den besten Hörerfolg habe er mit einem digitalen Hörgerät erzielt, das aber 2990 Euro koste. Sein Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Das Urteil: Vor Gericht hatte der Küchenchef Erfolg. Ein HNO-Arzt hatte in dem vom Sozialgericht eingeholten Gutachten festgestellt, das Festbetragsgerät erbringe keinen ausreichenden Behinderungsausgleich. Der Mann sei in seinem Beruf auf ein gutes Hörvermögen angewiesen. Dies könne nur das teurere Hörgerät leisten.

Ein höherwertiges Hörgerät sei immer dann notwendig, wenn – wie hier – ein Versicherter in seinem Beruf auf eine besonders gute Hörfähigkeit angewiesen sei. Dass das Gerät auch verbessertes Hören im privaten Bereich ermögliche, sei nicht von Bedeutung.

(dpa)

Unser kleiner Witz

Ein um seine Frau besorgter Ehemann geht zum Arzt. ,,Ich glaube, meine Frau ist taub, denn sie hört mich nie, und ich muss immer alles wiederholen.“
,,Also“, antwortet der Arzt, „gehen Sie heute nach Hause, bleiben Sie ungefähr 5 Meter vor ihr stehen und sagen Sie etwas. Wenn sie nicht antwortet, gehen Sie 2 Meter näher ran und sagen Sie es noch einmal. Machen Sie so weiter, damit wir uns ein Bild vom Grad ihrer Taubheit machen können.“ Der Mann geht nach Hause und tut, was der Arzt angeordnet hat. Er beginnt 5 Meter von seiner Frau entfernt in der Küche, wo sie gerade Gemüse schneidet.
Er sagt: ,,Was gibt’s zum Abendessen, Liebling?“ Keine Antwort. Er geht näher heran und fragt noch einmal. Keine Antwort. Er geht noch näher ran. Immer noch keine Antwort. Schließlich steht er direkt hinter ihr, etwa 2 Zentimeter entfernt, und fragt noch einmal: ,,Was gibt‘s zum Abendessen, Liebling?“
Sie antwortet: ,,Zum vierten Mal, Gemüseeintopf!“

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