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Sozialminister Bischoff will mehr reguläre Jobs für Behinderte

Die neue Folge unserer beliebten Serie „Der Träumer des Tages“ kommt heute aus Sachsen-Anhalt.

Sozialminister Norbert Bischoff (SPD)

Sozialminister Norbert Bischoff (SPD)

Menschen mit einer Behinderung sollen nach Überzeugung von Sachsen-Anhalts Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) mehr reguläre Arbeitsplätze finden und weniger auf spezielle Werkstätten angewiesen sein.

Dies sei nicht nur aus finanziellen Gründen notwendig. „Mir geht es vor allem um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagte Bischoff am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg.

In Sachsen-Anhalt arbeiten derzeit mehr als 10.000 Menschen in Behindertenwerkstätten. Die Kosten des Landes für die Werkstätten seien von 57 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 107 Millionen Euro im Jahr 2011 gestiegen, sagte Bischoff.

(dpa, Foto: Wikipedia/Sven Teschke, Büdingen. Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de)

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2 Kommentare

  • Hans Georg (Gregor) Greßing

    Moin, moin Kolleginnen & Kollegen in der Behindertenhilfe,

    “ Kollegen “ Bischhoff als „Träumer des Tages“ zu werten, wird ihm nun wirklich nicht gerecht! Eher schon passt die Bezeichnung „Dummkopf des Monats“, oder wahrscheinlich am korrektesten „Zyniker des Jahres“

    Teilhabe am gesellschaftlichen Leben definiert sich nicht, weder aus humanistischer – noch aus religiöser Sicht, ausschließlich über Erwerbsarbeit, eher im Gegenteil. Die Bestimmung eines Menschen liegt darin, glücklich zu sein, dazu ist Erwerbsarbeit in unserer Gesellschaft lediglich eine Notwendigkeit, und keines falls Erfüllung. Verliert ein Mensch, dem es auf Grund seiner Gegebenheiten nicht möglich ist, den sich ja auch dauernd ändernden Bedingungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, seinen Anspruch auf ein glückliches Leben? Wird einem Menschen in unserm Land sein Wert, seine Würde nur dann zu gebilligt, wenn er wirtschaftlich verwertbar ist?

    Es zeigt sich hier ein Menschenbild das dem nationalsozialistischem Gedankengut gefährlich nahe kommt. Dieses Phänomen lässt sich bei allen politischen Ausrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren zu beobachten.

    Gefahr im Verzuge!

    Und kein Aufschrei, weder von den Betroffenen, nicht von uns, den in der Behindertenhilfe Tätigen, nicht von Verbänden außerhalb der Parteien, und am schlimmsten, nichts, aber auch gar nichts, von den Angehörigen.

    Es scheint mehr als Notwendig sich die Predigten des Kardinals Graf von Galen ins Gedächtnis zu rufen, um so die notwendige Angst vor den heutigen gesellschaftlichen Gegebenheiten zu entwickeln.

    Es gibt nicht behinderte Menschen weil es Einrichtung der Behindertenhilfe gibt, sondern weil sie von anderen abgeschoben werden.

    Es gibt überhaupt keine Behinderten!

    Menschen sind nicht behindert!

    Menschen werden behindert!

    Die UN Konvention für die Rechte behinderter Menschen will doch mit dem Begriff Inklusion nur erreichen, das alle Menschen so wie sie sind als Bereicherung für alles menschliche Geschehen wahrgenommen werden.

    Inklusion bedeutet also: Ich kann so bleiben wie ich bin

    Wer also heute, mit dem Begriff Inklusion Sozialpolitik versuchen will, muss in erster Linie aufhören immer mehr Ausschlusskriterien zu entwickeln. Es ist schon erstaunlich, dass zwar die Zahlen der mit einer Beeinträchtigung Geborenen in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen hat, aber mit der gleichen Deutlichkeit die Aufnahmezahlen in den WfbM `s zugenommen haben. Sollten da etwa Menschen ausgesondert werden, die noch eine Generation zuvor, als normale Arbeitnehmer galten?

    Politiker müssen aufhören helfende Organisationen in sozialen Arbeitsfelder, und deren Mitarbeiter in der Öffentlichkeit als Kostenmonster darzustellen, sie müssen vielmehr deren Mehrwert für den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft erkennen.

    Was jetzt nötig ist, ist die Gleichstellung der WfbM`s mit dem allgemeinen Arbeitsmarkt, d.h. gesetzlich garantierter Mindestlohn für alle Werkstattbeschäftigten, und bedingungsloses Grundeinkommen oberhalb der Armutsgrenze für alle Menschen die von der Mehrheitsgesellschaft behindert werden.

    Für den Kollegen Minister Bischoff, oder heißt es Minister Kollege Bischoff, na egal, hätte ich noch einen Rat. Er möge sein Amt für zwei Jahre ruhen lassen, um sich als Bufdi in einer Einrichtung der Behinderten- Alten- oder Jugendhilfe zu verdingen. Er könnte sicher viel lernen, und etwas für die Entwicklung seiner Persönlichkeit tun.

    Mit kollegialen Grüßen & viel Kraft, Mut und Freude bei unserer Arbeit

    Hans Georg (Gregor) Greßing

    26. April 2013 at 20:37

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