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SPD-Politikerin findet Bluttest zur Früherkennung des Downsyndroms nicht schlimm

Kurz vor der umstrittenen Markteinführung: Carola Reimann widerspricht dem Vorwurf der Selektion.

Carola Reimann (Foto: DBT/ Backes)

Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Carola Reimann (Esbähdee), will Schwangeren den neuen umstrittenen Bluttest zur Früherkennung des Downsyndroms nicht vorenthalten. „Bei einer Schwangerschaft sollte zunächst die Frau im Mittelpunkt stehen“, sagte Reimann der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Der neue Test wäre für sie eine frühe, einfache und gefahrlose Untersuchung.“ Im Gegensatz zu anderen Untersuchungsmethoden berge er kein Fehlgeburtsrisiko.

Dem Vorwurf der Selektion von Menschenleben – wie ihn etwa der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe („Letztendlich gehe es hierbei immer darum, Menschen nach lebenswert und lebensunwert zu sortieren“), und viele Eltern von Downsyndrom-Kindern erheben – widersprach die SPD-Politikerin: „Die Zulassung neuer Untersuchungen, wie etwa der Bluttest, verändert nicht die Gesamtsituation.“ Zudem sei damit zu rechnen, dass nur ein kleinerer Teil der Schwangeren die Untersuchung in Anspruch nehmen werde. Das wiederum glaubt ROLLINGPLANET nicht unbedingt.

Der Bluttest steht in Deutschland vor der Markteinführung, wie ROLLINGPLANET bereits im Februar exklusiv gemeldet hatte. Durch ihn soll ab der zwölften Schwangerschaftswoche mithilfe von DNA-Analysen ermittelt werden können, ob beim ungeborenen Kind eine Trisomie 21 (Downsyndrom) vorliegt.

(dapd/RP)

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