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Spendenaufruf des Vereins Lichtblicke e.V.

Nach einer eklatanten Fehlversorgung streitet eine Führhundhalterin für ihr Recht.

Blindenführhunde sind als notwendige Hilfsmittel anerkannt, werden vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse finanziert. Die Wahl der Führhundschule liegt bei der blinden oder sehbehinderten Person, da zwischen ihr und der Schule die Chemie stimmen muss und man sich über viele Dinge einig sein sollte. Leider ist die Wahl der richtigen Führhundschule ein Lotteriespiel. Der Beruf des Blindenführhundtrainers ist, ähnlich wie der allgemeine Beruf des Hundetrainers, weder geschützt noch zertifiziert. Im Grunde kann jeder Mensch unabhängig von Qualifikationen und Kenntnissen eine Blindenführhundschule eröffnen und sich Führhundtrainer nennen.

Auch eine Qualitätssicherung oder -prüfung in Bezug auf die Arbeit der Schulen findet nicht statt. Lediglich das Führgespann aus Mensch und Führhund wird nach der Einarbeitungsphase durch eine sog. Gespannprüfung überprüft, jedoch oft nur durch einen Mobilitätstrainer, der längst nicht automatisch auch ein Hundeexperte ist.

Aufgrund all dieser unregulierten Abläufe und Missstände kommt es sehr häufig zu Problemen mit Führhundversorgungen. Lichtblicke, der Verein zur Förderung des Blindenführhundwesens, berät und betreut zahlreiche solcher Fälle und setzt sich gegenüber Krankenkassen und Führhundschulen für die Rechte der Führhundinteressierten und -halter ein. Dies führt in manchen Fällen bis vor Gericht.

Nachdem sich eine Führhundinteressentin Mitte 2012 für eine Führhundschule und einen Hund entschieden hatte, zeigten sich im Verlauf der Ausbildung bereits Mängel. Im Herbst fand dann die Einarbeit unter äußerst erschwerten Bedingungen statt, da die Trainerin offenbar weder menschlich noch zeitlich in der Lage war, sich auf die zukünftige Führhundhalterin einzustellen. Sowohl die Führleistung als auch das Freizeitverhalten des Hundes stellten für die Halterin und ihr Umfeld massive Gefahren dar. Die Schule ignorierte dies jedoch, machte der Halterin und ihrem Umfeld teils schwerste Vorwürfe, empfahl im Umgang mit dem Hund Starkzwang und wendete diesen auch an. Nach einer ganzen Reihe gravierender, teils lebensgefährlicher Zwischenfälle im Straßenverkehr und Aggressionsverhalten des Hundes in der Familie brach die Halterin die Einarbeit letztendlich ab.

Die Schule stellte der Halterin die abgebrochene Einarbeit und die Ausstattung des Hundes jedoch postwendend in Rechnung. Die Halterin wehrte sich und schaltete Lichtblicke e.V. ein, informierte ihre
Krankenkasse und verweigerte die Zahlung. Schließlich war es im Ergebnis nicht zu einer Führhundversorgung gekommen. Auch die Mahnung eines Inkassobüros wies sie entsprechend zurück. Daraufhin verklagte die Führhundschule die Halterin auf Zahlung der geforderten knapp 3500 Euro.

Die Halterin entschied sich zur Abwehr dieser fragwürdigen Klage für die Vertretung durch einen Anwalt mit einiger Erfahrung in Rechtsstreitigkeiten im Bereich des Führhundwesens und es kam zur Verhandlung vor dem Amtsgericht Dortmund. Ein von der Richterin angestrebter Vergleich würde es der Führhundschule ermöglichen, noch immer 2/3 des geforderten Betrags einzufordern. Die Halterin ist daher nicht bereit, diesem Vergleich zuzustimmen. Sie möchte nun gemeinsam mit ihrem Anwalt weiter um ihr Recht kämpfen. Dabei geht es ihr nicht nur um ihre eigenen Belange sondern vor allem auch darum, andere Führhundhalterinnen und -halter für die Zukunft vor solchen Machenschaften der Führhundschulen zu bewahren und den Schulen unmissverständlich ihre Grenzen aufzuzeigen.

Ein großes Problem allerdings ist das Risiko, unter Umständen auf den erheblichen Kosten eines solchen Rechtsstreits sitzenzubleiben, die von der Rechtsschutzversicherung der Führhundhalterin leider nicht vollständig übernommen werden.

Sollte der Rechtsstreit in die nächste Instanz gehen, kämen dann erneut hohe Kosten auf die Führhundhalterin zu. Dennoch bliebe dann noch immer offen, wer diesen Konflikt letztlich für sich entscheidet.

Lichtblicke ruft daher zur Unterstützung der betroffenen Führhundhalterin auf. Hier geht es nicht nur um eine höchst fragliche Rechnung sondern um die eindeutig mangelhafte Arbeit einer Führhundschule. Da es im Führhundwesen leider oft zu ähnlichen Fällen kommt, kann es sich hier möglicherweise um einen Präzedenzfall handeln.

Bitte spenden Sie kleine und große Beträge, um der Führhundhalterin einen kompetenten Rechtsbeistand zu ermöglichen und diesem Fall zum Erfolg und damit auch zu einer Signalwirkung zu verhelfen.

Spendenkonto:
Lichtblicke e.V.
Hannoversche Volksbank e.G.
BLZ: 251 900 01
Konto-nr.: 25 77 79 800

Verwendungszweck: Spende für Prozesskosten

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Lichtblicke e.V.

Dieser Beitrag erscheint als unabhängiges Blog auf ROLLINGPLANET. Er wurde von der Redaktion weder geprüft noch muss er unsere Meinung wiedergeben. Auf ROLLINGPLANET können alle User – die etwas zu sagen haben – ihr eigenes Blog veröffentlichen. Lichtblicke e.V. ist ein Verein zur Förderung des Blindenführhundwesens. Es gibt in ganz Deutschland etwa 3000 Führhunde und das sind nicht viele! Im alltäglichen Miteinander haben wir immer wieder mit der Aufklärung und der Richtigstellung zu tun. Das machen wir sehr gern. Die meisten Mitmenschen wissen einfach zu wenig über uns und unsere treuen Begleiter! Zum ausführlichen Profil.

4 Kommentare

  • Rosamund

    Leider wird hier verschwiegen, dass das Blindenwesen Mitschuld an dieser Situation hat, klar sind immer die anderen schuld. Einerseits kriegt jeder Hannes einen blindenhund, auch wenn er ihn verprügelt oder im Haus versauern lässt, das kommt durchaus vor. Andererseits haben sich DVBS und Co. nie darum gekümmert, brauchbare Standards bei der Hundeausbildung durchzusetzen. Die Blinden ihrerseits informieren sich nicht vernünftig und übernehmen keine Verantwortung. Warum scheint das in der Schweiz, in GB und den USA reibungslos zu funktionieren und nur in Deutschland herrschen solche Zustände vor?

    15. November 2013 at 11:11
    • Bert Bohla

      Gut gebrüllt, Löwe!

      Genau deshalb setzt Lichtblicke e.V. sich konsequent für die längst fälligen Veränderungen in die richtige Richtung ein.
      Genau deshalb braucht Lichtblicke e.V. auch jjede Unterstützung. Solche entscheidenden Veränderungen zu erreichen kostet Kraft, Energie und vor allem auch Geld.

      Übrigens war hier sicherlich der DBSV und nicht der DVBS gemeint? Ja, der DBSV hätte längst viel mehr für das Führhundwesen tun können.
      Nur ist das Führhundwesen innerhalb dieser größten Organisation der Blindenselbsthilfe halt leider auch nur ein mißliebiger Randbereich und es werden sogar Führhundhalter innerhalb der eigenen Zielgruppe diskriminiert.

      http://rollingplanet.net/2013/08/01/diskriminiert-ausgerechnet-der-deutsche-blinden-und-sehbehindertenverband-blinde-menschen/

      Der DBSV kümmert sich um die gesamte Palette der Interessen der Blinden und Sehbehinderten – und das ist auch gut und richtig so.
      Das ist aber ein so breites Feld, daß die Führhunde da häufig auch schon mal hinten runterfallen – und Führhundhalter nicht die Unterstützung bekommen, die eigentlich nötig wäre.
      Es ist halt wie so oft: man macht von allem ein wenig, aber lange nicht alles richtig.
      Lichtblicke e.V. dagegen kümmert sich ganz speziell nur um die Belange der Führhundhalter und natürlich auch ihrer Hunde.

      Und sollte uns zur Kenntnis gelangen, daß ein Blinder seinen Führhund schlägt und/oder in der Wohnung versauern läßt, dann nehmen wir uns selbstverständlich auch dieses Problems an und werden da sicherlich nicht wegschauen.
      6

      15. November 2013 at 14:00
  • Christian

    Der Artikel ist so lange nichtssagend, so lange der Name der Führhundschule nicht genannt wird. Des Weiteren ist aus dem Artikel kaum erkennbar, was wirklich im Detail vorgefallen ist. So ist der ganze Vorgang für den Leser nicht in Ansätzen nachvollziehbar.

    16. November 2013 at 00:38
    • Bert Bohla

      Dies ist ja auch ein Spendenaufruf und kein Artikel zu den Details eines – übrigens noch nicht abgeschlossenen – Verfahrens.
      Es sollte kaum verwundern, daß deshalb hier auch noch keine einzelnen Details aus diesem laufenden Verfahren veröffentlicht werden können.
      Zudem dürfte die Existenz der Möglichkeit einer seriösen Nachfrage direkt beim Verein als bekannt vorausgesetzt werden können…

      16. November 2013 at 03:44

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