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Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung reformiert

Wie schwer ist es eigentlich, so ein Ding zu bekommen? Ab 1. Januar 2013 gelten die neuen Regelungen des Deutschen Behindertensportverbands.

Wolfgang Tenhagen (Foto: Behindertensportverband Schleswig-Holstein)

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) e.V. hat das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung reformiert. Dies sei anlog zu den Reformen beim Deutschen Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erfolgt.

Alle Disziplinen und Behinderungsklassen seien innerhalb der letzten neun Monate überarbeitet und auf die neue Dreistufigkeit und die neue Zuordnung der Disziplinen angepasst worden. Die neuen Regelungen werden ab 1. Januar 2013 in Kraft treten, teilte der Verband heute mit.

Unter der Leitung des Bundesbeauftragten Wolfgang Tenhagen (erkrankte mit zwei Jahren an Polio) wurden das Handbuch, der Prüferleitfaden und die Prüfkarten überarbeitet.

Das aktuelle Handbuch sowie eine Übersicht über die verschiedenen Änderungen sind hier nachzulesen: http://www.dbs-npc.de/deutsches-sportabzeichen-2013.html
Weitere Details zu diesem Thema: http://www.deutsches-sportabzeichen.de/de/das-sportabzeichen/reformprozess/

Das sagt Wolfgangen Tenhagen…

Wolfgang Tenhagen ist Vorsitzender des Behindertensportverbandes Schleswig-Holstein und sit 1995 Bundesbeauftragter im Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS) für das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung.

…über die Geschichte des Sportabzeichens für Menschen mit Behinderung:

„Das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung ist nach der Gründung des Deutschen Behindersportverbandes 1952 eingeführt worden. Der Impuls ging von den vielen Kriegsversehrten aus, die es damals nach dem zweiten Weltkrieg gab. Sie wollten trotz ihrer Amputationen oder anderen Verletzungen Sport treiben. Daraus sind viele Sportabzeichentreffs entstanden, die bis heute existieren. 1952 hat der Bundespräsident dann festgeschrieben, dass der Fitnessorden unter veränderten Prüfungsbedingungen auch an Menschen mit körperlicher Behinderung verliehen wird. Das Sportabzeichen für Menschen mit geistiger Behinderung gibt es erst sehr viel kürzer, nämlich seit dem Jahr 2000.“

…über das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung als wichtiger Baustein für mehr Inklusion:

„Das Sportabzeichen bietet alle Möglichkeiten, um gemeinsam Sport zu treiben. Egal ob mit oder ohne Behinderung, die Bedingungen sind für alle gleich, auch wenn die vorgegebenen Normen sich unterscheiden. Das Sportabzeichen schreibt vor, dass Schnelligkeit, Ausdauer, Schnellkraft, Sprungkraft und allgemeine Schwimmfähigkeit geprüft werden. Das heißt, alle können gemeinsam zum Schwimmen gehen und während der gesunde z.B. seine 200 Meter schwimmt, sind es beim Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung dann je nach Behinderungsklasse entsprechend weniger.“

…den Schwierigkeitsgrad des Sportabzeichens:

„Die Prüfungen für das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung sind also so ausgelegt, dass von 100 Sportlern, die sich daran versuchen, 70 es schaffen und 30 nicht. Das ist dieselbe Relation wie beim Sportabzeichen ohne Handicap.“

(Quelle: PM/DOSB)

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