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Sportticker: Das Basketballmädchen ist wieder da. Wo ist der Basketball?

Außerdem: Simulanten, London-Outfit, reha team West & Otto-Bock-Trophy, Olympische Inklusion, 3. Jedermannturnier in Trier, 3 vs. 3 Rollstuhlbasketball-Turnier in Chemnitz.

Qian Hongyan

Qian Hongyan bei Aufwärmübungen vor dem Schwimmen (Foto: Reuters/Jason Lee)

Qian Hongyan hat keine Beine und sitzt auf einem Basketball

Qian Hongyan auf dem Weg zum Wasser (Foto: Getty Images)

Schwimmen

Vor einigen Jahren wurde sie weltberühmt – als „Basketballmädchen“, weil ihr ein halber, aufgeschnittener Basketball als Fortbewegungsmittel diente. Als Kind mussten ihr nach einem Unfall beide Beine amputiert werden. Nun ist sie etwas älter geworden – und aller Wahrscheinlichkeit nach dürften der 16-Jährigen im Herbst wieder die internationalen Schlagzeilen gehören: Qian Hongyan träumt seit Jahren davon, an den Paralympics 2012 (29. August bis 9. September 2012) teilzunehmen – und trainiert dafür wie besessen.

Inzwischen hat Qian Hongyan moderne Prothesen, benutzt hin und wieder aber immer noch ihren Basketball, insbesondere im Schwimmbad, wie sie in einem Interview erzählte. Eine sensationelle Fotostrecke kann man hier betrachten: The Big Picture

Paralympics 2012

Olympiasieger und künftige Olympiateilnehmer präsentieren heute um 11.00 Uhr in Düsseldorf das Outfit der deutschen Athleten für London. Die rund 400 Aktiven des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) werden samt Betreuern ausgestattet von adidas, Bogner und Sioux. Bei einer Modenschau werden unter anderem die Olympiasieger/innen Natascha Keller (Hamburg//Hockey), Frank Osthold (Warendorf/Reiten) sowie Paralympics-Siegerin Kirsten Bruhn (Wasbeck) die Textilien zeigen. ROLLINGPLANET wird natürlich ausführlich berichten.

A propos Paralympics 2012: Falls Sie den Start unseres neuen Magazins verpasst haben sollten, an dieser Stelle noch mal unser Hinweis auf ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012 – Deutschlands aktuellster und umfassendster Nachrichtenüberblick zu dem Mega-Ereignis in London.

Simulanten

Experten werfen Athleten vor, dass sie Handicaps vortäuschen: Bei Behindertensport-Wettbewerben schleichen sich auch Simulanten ein, die bei den medizinischen Untersuchungen ein mieses Spiel betreiben. Der Hamburger Physiotherapeut Jürgen Schmid, der seit 16 Jahren im Auftrag des Radsport-Weltverbandes als Klassifizierer behinderte Sportler auf die Schwere ihrer Beeinträchtigungen prüft, sagte dem „Spiegel“: „Wir testen hart, aber wer uns wirklich ein Handicap vorspielen will, schafft das.“

Besonders bei blinden Athleten, die nach den Regeln des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) maximal zehn Prozent Sehschärfe haben dürfen, seien genaue Diagnosen problematisch. Dies bestätigte der Bendorfer Augenarzt Axel Bolsinger. Der Mediziner arbeitete 15 Jahre lang als Klassifizierer für das IPC und führte vor Behindertensport-Wettbewerben in der Leichtathletik, im Schwimmen oder dem Skilanglauf aufwendige Augentests für Athleten ein. (Quelle: Zeitong)

Handbike

Handbike-Fahrer biegt um die Ecke

City-Lauf in Korschenbroich (Foto: Herbert van Dam)

Am Sonntag (22.4.2012) wurde im Rahmen des 24. Internationalen Korschenbroicher City-Laufs die reha team West & Otto-Bock-Trophy (11.862m) ausgetragen. Sieger wurde Jetze Plat aus Wolturnus. Die Ergebnisse lassen sich hier nachschauen: myraceresult

Bilderstrecken zum Rennen gibt es im Internet von Herbert van Dam und Ilse van Droogenbroeck.

Olympische Inklusion

Britischer Botschafter Simon McDonald und  Heinrich Popow (Foto: Neuspree Media)

Britischer Botschafter Simon McDonald und Heinrich Popow (Foto: Neuspree Media)

Heinrich Popow gab am 18.4.2012 gemeinsam mit dem britischen Botschafter Simon McDonald den Startschuss für die Olympischen Spiele in London. Der oberschenkelamputierte Sprinter, der als deutsche Goldmedaillen-Hoffnung bei den Paralympics gilt, nahm an einem symbolischen 100-Meter-Lauf der Britischen Botschaft teil. Nach Bronze in Athen 2004 und Silber in Peking 2008 will der Leichtathlet in London Gold holen. Er startet in der Klasse der Oberschenkelamputierten in der Königsdisziplin, dem 100-Meter-Sprint, sowie im Weitsprung.

Popow freute sich: „Es macht mich stolz, als Behindertensportler bei diesem besonderen Auftakt für die Olympischen Spiele dabei zu sein. Das beweist, dass bei den Spielen in London das Thema Inklusion nicht nur wichtig ist, sondern auch gelebt wird.“ Die Veranstaltung in Berlin war Teil einer Reihe, mit der die britischen Vertretungen in mehr als 99 Ländern die letzten hundert Tage bis Olympia einläuteten.

Rollstuhlbasketball in Trier

Mannschaftsfoto mit Rollstuhlfahrern und einem liegenden Menschen

Viel Spaß, auch bei den Mannschaftsfotos. Hier die BKT Hearthuggers

Am Samstag, 21.4.2012, trafen sich zehn Mannschaften in der Wolfsberghalle in Trier, um beim 3. Jedermannturnier gegeneinander anzutreten.

Vom Schulteam über Fanmannschaften bis hin zu diversen Firmen und sogar eine Spielertruppe vom Brüderkrankenhaus sowie die Belegschaft einer Kinderarztpraxis waren dabei. Für fast alle war es ein Abenteuer, erstmals in einem Rollstuhl zu sitzen und damit sogar Sport zu betreiben. Dementsprechend gab es spannende, aber auch lustige Spiele von jeweils 15 Minuten. Zudem gab es ein beeindruckendes Einlagespiel von Team Kanada gegen die Herren der Dolphins Trier (das die Herren knapp gewannen).

Logo des Turniers

Logo des Turniers

Das Team Physiomed gewann das Turnier (Finalsieg gegen die Huhtamakis) – aber man war sich einig, dass alle Teilnehmer Sieger waren. Günter Ewertz vom RSC Rollis Trier, der die Veranstaltung ins Leben gerufen hat und moderierte, war wie alle Teilnehmer begeistert von dem Tag. Mehr Verständnis und Respekt für die Leistungen der Behinderten zu fördern und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Integration zu tun, lautet die Idee des Turniers, das zum dritten Mal stattfand. Es wurde auch dieses Mal vom BSV Rheinland-Pfalz gefördert.

Anlässlich des 60 jährigen Bestehens des Verbandes werden in diesem Jahr sechs Projekte, die sich besonders mit Inklusion und Integration befassen, mit einem Unkostenbeitrag von jeweils bis zu 600€ unterstützt. Der Vizepräsident des Behindertensportverbandes, Rolf Böttiger, überreichte persönlich den Gutschein.

„Dieses Jahr habe ich, praktisch ohne die Werbetrommel zu rühren, so viele Anmeldungen erhalten, dass ich sogar Absagen erteilen musste, weil es sonst unseren Zeitrahmen gesprengt hätte. Schön zu sehen, dass sich unsere Öffentlichkeitsarbeit immer mehr auszahlt, Barrieren abgebaut werden und das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen gefördert wird“, freute sich Günter Ewertz, der sich bei den vielen Helfern und speziell beim Leo-Club Trier für deren Mithilfe und das Engagement bedankte.

Rollstuhlbasketball in Chemnitz

Rollstuhlbasketballer

Insgesamt nahmen 10 Spieler der Jena Caputs am ersten 3 vs. 3 Turnier in Chemnitz teil (Foto: Caputs)

(Thomas Henkel) – Caputs gewinnen erstes 3 vs. 3 Turnier in Chemnitz: Der Fachbereich Rollstuhlbasketball des Deutschen Rollstuhl-Sportverband e.V. veranstaltete am Samstag, 14.4.2012, mit dem Sächsischen Behindertenverband das 1. Offizielle 3 vs. 3 Rollstuhlbasketball-Turnier in Chemnitz. Mit dabei: Zehn Spieler der Jena Caputs, die insgesamt drei Teams beim Turnier stellten. Ausrichter war das RBB Team Niners aus Chemnitz, die aus dem reinen RBB-Turnier ein Turnier für Rollis und Fußgänger machte.

Neben den drei Jenaer Teams wollten sieben weitere RBB-Teams und vier Fußgänger-Teams einen Tag Streetball-Basketball-Luft schnuppern. Das Turnier selbst fand in der Halle statt, und es wurde auf vier Körbe gespielt. Bei den Rollstuhlbasketballern setzte sich am Ende ein Team der Jena Caputs durch und konnte im Finale das Team des RSC-Rollis Zwickau 2 besiegen. Dritter wurde das Team aus Bamberg. Turnierleiter Mike Reichardt, der gleichzeitig der Initiator des RBB Teams in Chemnitz ist, war nach dem Turnier glücklich: „Es war eine Herausforderung für uns als Organisatoren. Am Ende war es nur durch die Unterstützung der Unternehmen sowie der fleißigen Helfer im Hintergrund möglich, das Turnier zu dem zu machen, was es am Ende war.“

Lars Christink vom Siegerteam war begeistert: „Das war eine klasse Organisation und es hat unheimlich Spaß gemacht. Ich finde die Idee so gut, dass ich mir vorstellen kann, solch ein Turnier auch mal in Jena durchzuführen.“ In Chemnitz wird über eine Fortsetzung nachgedacht.

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