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Sportticker: Sandra Mikolaschek – eine 14-Jährige schmettert alle weg

Außerdem: Heinrich Popow, Alexander-Otto-Sportstiftung, Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft, Jena Caputs, Köln 99ers, Rollstuhlrugby und Manfred-Sauer-Stiftung.

Sandra Mikolaschek (Foto: privat)

Tischtennis

(Winfried Prondzinski) – In Bielefeld fanden am vergangenen Wochenende (20./21.4.) die 36. Deutschen Meisterschaften 2012 des Deutschen Rollstuhlsport-Verbands (DRS)/Fachbereich Tischtennis statt. Die sieben Einzeltitel holten: Sandra Mikolaschek (TTC Halle), Barbara Puhl (RSG Saar), Holger Nikelis (RSC Köln), Thorsten Grünkemeyer (BSG Bielefeld), Thomas Schmidberger (RSG Plattling), Dietmar Kober (RSV Bayreuth) und Valentin Baus (BSG Duisburg).

Sandra Mikolaschek (14) stand gleich drei Mal im Finale der Deutschen Meisterschaften – und räumte alle Gold-Medaillen ab. Neben ihrem Einzeltitel gewann sie mit Selcuk Cetin (RSG Koblenz) im Mixed und anschließend im Damen-Doppel mit Barbara Puhl von der RSG Saar. Sandra beeindruckt nicht nur sportlich – wohl kaum eine andere Behindertensportlerin in diesem jungen Alter hat bereits so eine umfassende Webseite wie sie, da können sich manche etwas abgucken: Sandra Mikolaschek

Nicht weniger beeindruckend ging der Ruhrbursche Valentin Baus in Bielefeld ans Werk. In der Königsklasse – Wettkampfklasse 5 – holte sich der Frischling im Schlussspurt mit 3:2 gegen Heiko Gosemann (RSC Berlin) die wichtigste aller Medaillen. Auch in der Doppelkonkurrenz konnte Baus an der Seite von Andre Weidemann (BSG Duisburg) überraschend Bronze einfahren.

Der Kölner Holger Nikelis verließ in der Wettkampfklasse 1 ohne Satzverlust die nationale Bühne. Nach der kurzfristigen Absage vom Vorjahresmeister Walter Kilger (RSG Plattling) wurde das Aushängeschild seiner Klasse auf dem Weg zum achten Meistertitel nicht unbedingt gefordert.

Paralympics 2012: Der Seitenblick

Wie wir schon auf ROLLINGPLANET PARALYMPICS 2012 meldeten, gab Sprintstar Heinrich Popow (Bayer 04 Leverkusen) dem Kicker ein Interview. Der 28 Jahre alte Oberschenkelamputierte bedauert: „Leider wurden im Weitsprung die Unter- und Oberschenkelamputierten zusammengelegt. Für mich ist das ein großes Ärgernis, denn um zu gewinnen, müsste ich eine Weite im Bereich der Nichtbehinderten springen. Das ist unmöglich.“

Über Oscar Pistorius sagt Popow: „Um es klar zu sagen: Der Name Oscar Pistorius ist super wichtig für uns Behindertensportler. Er macht natürlich seine eigene Show aus den Auftritten und findet so starken Anklang in den Medien. Doch der Pistorius-Hype bringt eine Riesenwelle in unseren Sport. Ich hoffe aber, dass die Blicke auch nach links und rechts gehen. Da gibt es zum Beispiel Rollstuhlathleten, die den Diskus aus dem Sitzen fast auf 60 Meter werfen.“

Behindertensport in Hamburg

Die Alexander-Otto-Sportstiftung lobt wieder den mit 30 000 Euro dotierten Werner-Otto-Preis für Behindertensport aus. Er ist bestimmt für Projekte und Konzepte in Hamburg, die in besonderer Weise zur Integration und Förderung behinderter Menschen im Sport beitragen und sich zur Nachahmung empfehlen. Dem Grundgedanken der Stiftung folgend „Best-practice-Beispiele“ zu fördern, die für andere Menschen Vorbild sein können, kommen innovativen Lösungen besondere Bedeutung zu. Bewerbungsschluss ist 30. September 2012. Außerdem teilt die Stiftung mit, dass jeder Hamburger Paralympics-Teilnehmer in London in diesem Jahr 1 000 Euro für Reisekosten und Ausrüstung erhält.

Rollstuhlbasketball: Jena Caputs

Mickey Kay

Mickey Kay, im letzten Jahr kurz vor Saisonstart an die Saale gewechselt, verlässt Jena nach nur einer Saison. Der 27-Jährige hat sich gemeinsam mit seiner Freundin entschieden, wieder zurück in die USA zu gehen. „Das Leben in Deutschland war wunderschön. Wir können aber in unserer Heimat schneller Arbeit finden“, begründet er seinen Schritt. Der Forward erzielte in insgesamt 20 Einsätzen für die Caputs 92 Punkte. „Mickey hat vor allem gegen Ende der Saison gezeigt, was er kann. Wir wünschen ihm auf seinem weiteren Weg alles Gute“, so Anja Schwiekal, Managerin und Co-Trainerin der Jena Caputs.

Rollstuhlbasketball: Natio

Am 9. Juni empfangen die deutschen Herren in Wetzlar Vize-Weltmeister Frankreich. Vom 17. bis 19. August, nur wenige Tage vor der Abreise zu den Paralympics 2012 nach London, gastieren die deutschen Damen im Norden der Republik. In der Quakenbrücker Artland Arena empfangen die Vize-Weltmeisterinnen China.

Rollstuhlbasketball: Im Vorfeld der EM 2013 in Frankfurt

Logo der EM 2013Die Mainmetropole Frankfurt wird in den kommenden 15 Monaten zum Nabel der Rollstuhlbasketballszene. Bevor im Juni und Juli des nächsten Jahres die Europameisterschaften 2013 zu Gast in der FRAPORT Arena sind, kommt es am 19. und 20. Mai diesen Jahres in der Frankfurter Carl-von-Weinberg Sporthalle zu einem hochkarätig besetzten internationalen Turnier als Vorbereitung auf die Paralympics in London und die EM im darauffolgenden Jahr. Australien, Großbritannien, Japan, die Niederlande und die USA sind dann Gast der Sportstadt Frankfurt und des Team Germany mit seinem ebenfalls in Frankfurt ansässigen Hauptsponsor ING-DiBa.

Rollstuhlbasketball: Köln 99ers

Marina Mohnen

Auf der Mitgliedsversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt. Winfried Hühn als erster Vorsitzender wurde bestätigt. Marina Mohnen wurde einstimmig zur 2. Vorstandsvorsitzenden als Nachfolgerin von Michalis Stergiopoulos (aus beruflichen Gründen zurückgetreten) bestimmt.

Rollstuhlrugby

(DRS) – Rollstuhlrugby ist Schwerpunktsportart in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach. Diese soll im Juli zum Landesstützpunkt ernannt werden. Zum ersten Mal trafen sich die Spieler um Cheftrainer Joseph Soares (USA) in der neuen Sporthalle in Lobbach. Dieser zeigte sich, obwohl er barrierefreie Einrichtungen aus den USA kennt, beeindruckt. Peter Schreiner und Salih Köseoglu nehmen aus persönlichen Gründen eine Auszeit und waren beim Kadertraining nicht dabei. Dafür konnten sich vier neue Teammitglieder, Sid Fechner (0,5), Matthias Ströh (0,5), Kevin Krämer (3,0) und Christian Paschke (3,5) dem Trainer vorstellen „und machten ihre Sache durchweg ordentlich.“ Außerdem: Jürgen Kirchhoff ist neuer Co-Trainer und Teammanager als Nachfolger von Heiko Striehl. Trotz der verpassten Paralympics-Qualifizierung dürfe 2012 nicht zur sportlichen Bedeutungslosigkeit verkommen. Das Jahr müsse klar im Zeichen der Nachwuchsförderung und der Spielergewinnung stehen, so die Verantwortlichen.

Die nächsten Kadertrainings in Lobbach sind am: 01.-07.07.2012, 21.-28.04.2013 und 20.-28.07.2013

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