Sportwissenschaftler bekennen sich zur Inklusion

Verband stellt Positionspapier vor – nachdem er sich einem enormen Druck ausgesetzt fühlt.

dvs-Präsident Kuno Hottenrot (Foto: dvs)

dvs-Präsident Kuno Hottenrot (Foto: dvs)

Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) sieht sich der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. Ihr Präsident Kuno Hottenrot betonte: „Wir wollen entsprechende Grundvoraussetzungen für den Inklusionsprozess in der Gesellschaft mitgestalten.“ Zu diesem Zweck hat der dvs-Verband das siebenseitige Positionpapier „Inklusion und Sportwissenschaft“ vorgestellt (ROLLINGPLANET-Leser/innen können es am Ende dieses Artikels downloaden).

Mit dem Schriftstück wolle die dvs zur aktuellen Inklusionsthematik aus fachwissenschaftlicher Perspektive Stellung nehmen und seinen Verantwortungsbereich als Fachgesellschaft aufzeigen. Dabei wird das Thema „Inklusion“ als eine wichtige Querschnittsaufgabe für alle sportwissenschaftlichen Fachdisziplinen erachtet. „Im Gegensatz zu anderen Verbänden“, so Hottenrot, „zeichnen wir uns durch die herausragende Bedeutung in einerseits sportwissenschaftlicher Forschung, andererseits universitärer Aus- und Weiterbildung aus. Darin begründet ist gleichsam der besondere Anspruch, dass die Sportwissenschaftler/innen auf der Grundlage ihrer jeweiligen Fachexpertise entsprechende Organisationen und deren Mitglieder beraten und fortbilden.“

In dem Papier heißt es unter anderem:

„Infolge der UN-Behindertenrechtskonvention stehen sport- und bildungspolitische Gremien unter enormem Druck. Weichenstellungen in Richtung einer inklusiven Gesellschaft werden derzeit vielfach getroffen, ohne die Entscheidungen auf wissenschaftlich fundierte Untersuchungen stützen zu können. Für die dvs erwächst hieraus die Aufgabe, inklusionsspezifische sportwissenschaftliche Forschung zu stimulieren und Forschungsergebnisse zu bündeln. Alle Kommissionen und Sektionen der dvs sind somit gefordert, Forschung zu inklusionsspezifischen Fragestellungen zu fördern. Dies umfasst sowohl Ansätze zur gleichberechtigten Teilhabe im Sport bzw. an Bewegungskulturen als auch Möglichkeiten individueller Förderung oder die Evaluation von Programmen und Ansätzen der Strukturentwicklung.“

Dokumentation:
dvs_Inklusion-und-Sportwissenschaft_2015

(RP)

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