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Staatssekretär: „Wir wollen Barrierefreiheit auch in der Sprache erreichen“

Nordrhein-Westfalen fördert das Kompetenzzentrum „Leichte Sprache“.

Dr. Wilhelm Schaeffer, Staatssekretaer (Foto: Ministerium für Arbeit und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)

Dr. Wilhelm Schaeffer, Staatssekretaer (Foto: Ministerium für Arbeit und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen)

Nordrhein-Westfalens Landesregierung fördert in diesem Jahr den Aufbau eines Kompetenzzentrums „Leichte Sprache“ mit rund 55.000 Euro. Dies teilte das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales mit.

„Mit Barrieren haben nicht nur Rollstuhlfahrer zu kämpfen. Auch schwierige Texte können eine Barriere sein. Weil es gar nicht so leicht ist, komplizierte Dinge einfach auszudrücken, bietet das Kompetenzzentrum ‚Leichte Sprache’ hierbei professionelle Unterstützung“, sagte Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im NRW-Sozialministerium, am Mittwoch beim Besuch der Agentur „Barrierefrei NRW“ in Wetter-Volmarstein im Rahmen einer Inklusionstour.

„Bundesweite Pionierarbeit“

„Die leichte Sprache“, so Schäffer, sei „eine besonders leicht verständliche Ausdrucksweise, die es auch Menschen mit Beeinträchtigungen erleichtert, Texte zu verstehen.“ Das Kompetenzzentrum „Leichte Sprache“ ist Teil der Agentur „Barrierefrei NRW“. Es berät öffentliche Einrichtungen des Landes zum Thema sprachliche Barrieren. Es entwirft Schulungen für leichte Sprache und bietet Übersetzungen und Überprüfungen von Texten in leichter Sprache an.

„Nordrhein-Westfalen leistet damit bundesweit Pionierarbeit, denn solche Angebote sind noch außerordentlich selten“, sagte Schäffer. „Dabei wächst der Bedarf an Texten in leichter Sprache, seit die UN-Behindertenrechtskonvention einen weit gefassten Begriff der Barrierefreiheit formuliert hat.“

Jährlich 500.000 Euro für „Barrierefrei NRW“

„Barrierefrei NRW“ ist beim Forschungsinstitut Technologie und Behinderung der Ev. Stiftung Volmarstein angesiedelt. Zu ihren Aufgabenfeldern gehören Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, Computer und Kommunikation, Mobilität und Verkehr sowie Technische Hilfen. Das Land fördert die Arbeit der Einrichtung jährlich mit rund 500.000 Euro.

In Nordrhein-Westfalen leben rund 2,6 Millionen Menschen mit Behinderung (nicht alle davon sind auf Leichte Sprache angewiesen), das sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung.

(PM)

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1 Kommentar

  • Gitti Götz

    Das wäre auch eine Hilfe für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, geringer Schulbildung usw. (viele Jobcenter-„Kunden“) – so manches, was Behinderten hilft, unterstützt auch andere.

    23. Mai 2013 at 11:14

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