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Statt Energiesparen nur Beschwerden: Sommerzeit lässt Körperuhr falsch ticken

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder so weit. Die Umstellung kann bei manchen Menschen bis zu drei Wochen dauern. Besonders Nachteulen leiden. Experten raten: Morgens möglichst bald an die Sonne gehen!

Uhr

(Foto: Lupo/pixelio.de)

(pte) – Am 25. März 2012 wird die Nacht um eine Stunde verkürzt. Von Samstag auf Sonntag springt die künstlich forcierte Sommerzeit von 2 Uhr auf 3 Uhr.

Mit dem Beginn der Sommerzeit wiederholt sich das alljährliche Spiel: Verschlafene Schüler und Arbeitnehmer, ausbleibende Leistung am Morgen und erhöhte Unfallgefahr im Verkehr sind die üblichen Begleiter der kommenden Tage und Wochen. Der Körper braucht zur Umstellung deutlich länger als die Armbanduhr, erklärt der Chronobiologe Christoph Randler von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

„Die Innenwahrnehmung der Zeit und der Sonnenstand stimmen plötzlich nicht mehr überein. Die Umstellung dauert bei manchen bis zu drei Wochen“, so der Experte.

Nachteulen leiden am meisten

Wie sehr man den Wechsel empfindet, hängt stark vom Typus ab. „Frühaufsteher, sogenannte Lerchen, tun sich beim Wechsel zur Sommerzeit leichter als Nachteulen, wobei beim Wechsel in die Winterzeit das Umgekehrte gilt“, sagt Randler. Problematisch sind die kommenden Tage deshalb besonders für Jugendliche, da sie aufgrund biologischer Vorgänge in der Pubertät ohnehin eher abendaktiv sind, wodurch ihre Leistungsfähigkeit am Morgen durch die Zeitumstellung noch zusätzlich leidet.

Zur schnelleren Umgewöhnung rät Randler, morgens möglichst bald ans Tageslicht zu gehen. „Besonders die Blauanteile des Lichts aktivieren die Aufwachhormone wie etwa Cortisol und geben dem Körper das Signal: Es ist Tag! Abends sollte man genau diesen Blaulicht-Anteil vermeiden, was etwa durch ein gezieltes Wegschalten am Bildschirm gelingt.“ Schonend geht es auch, indem man Schlaf- und Essgewohnheiten möglichst schrittweise nach vorne verlegt.

Keine Vorteile

Bis Ende des 19. Jahrhunderts lebten die Menschen in Europa noch im Einklang mit dem Sonnentag, wobei die lokale Kirchturmzeit Orientierung gab. Mit dem Durchbruch der Eisenbahn gab es ab 1893 die einheitliche Zeitzone einer mitteleuropäischen Zeit. Die Umstellung der Uhrzeit im Sommerhalbjahr, die es im Deutschen Reich und Österreich-Ungarn ab 1916 mit Unterbrechungen immer wieder gab, führten die EG-Länder infolge der Ölkrise ab 1977 und die Schweiz 1981 ein. Heute stellt man die Uhren außer in der EU auch in 38 weiteren Staaten zweimal jährlich um.

Die Forderungen für eine Rücknahme der Sommerzeit mehren sich jedoch. In Russland und Türkei wird 2012 erstmals nicht mehr die Uhr verstellt. Den beabsichtigten Energiespareffekt gibt es gar nicht, hat das deutsche Umweltbundesamt unlängst gezeigt. In der EU ist die Diskussion seit einer Debatte 2007 jedoch wieder abgeflaut.

Randler plädiert weiter für die Abschaffung. „Die Zeitumstellung bringt kaum Vorteile. Allerdings sollte man besser die Sommerzeit beibehalten als die Winterzeit – nur etwa die Schule im Winter später beginnen lassen.“

Am 28. Oktober 2012 werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt, die Normalzeit (Winterzeit) beginnt.

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3 Kommentare

  • Hans Meier

    Nach dem Rollingplanet meine Kommentare bezüglich „Angel 2012“ nicht mehr freischaltet, Rollingplanet legt also in den Kommentaren Zensur an, bin ich nun gezwungen, die Kopierfehler von Rollingplanet zu melden.

    Also liebes Rollingplanet-Team, beim kopieren bitte auch genau lesen, denn die Zeitumstellung findet NICHT von Sonntag auf Montag statt, hat auch hier in Old Germany noch nie von Sonntag auf Montag statt gefunden, sondern findet am 25.03.2012 = in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2:00 => 3:00 statt!

    Ihr könnt natürlich auch gerne die Uhr von Sonntagnacht auf Montagnacht um eine Stunden vorstellen, dann allerdings, fällt der Sonntag terminlich in’s Wasser.

    Bis Denne Ihr Profi-Journalisten

    24. März 2012 at 21:37
  • Rollingplanet

    Uih, danke! Wir haben es korrigiert. Ihre Profijournalisten.

    24. März 2012 at 21:42
  • Rollingplanet

    Und was die Zensur anbelangt: Sie dürfen „Miss Angel“ gerne kommentieren, wenn Sie dabei nicht jedesmal einen lüsternen Hormonschub erleiden. Wir hatten Ihnen gemailt, um unsere Entscheidung zu erklären. Uns ist dies leider nicht gelungen, weil Sie bei Ihren Kommentaren eine falsche Mailadresse angegeben haben. Wir freuen uns trotzdem, wieder von Ihnen zu lesen 🙂

    24. März 2012 at 21:52

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