""

„Stopp den Kreislauf von Armut und Behinderung“: 38.444 Unterschriften für CBM-Kampagne

Paralympics-Star Bentele und Aktivist Krauthausen übergeben Stimmen an Parlamentarische Staatssekretärin.

Zum Vergrößern aufs Foto klicken: Gudrun Kopp (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium), Verena Bentele (Weltbehindertensportlerin und CBM-Botschafterin), Rainer Brockhaus (CBM-Direktor), Raul Krauthausen (Berliner Aktivist und CBM-Botschafter), Hubert Hüppe (Behindertenbeauftragter der Bundesregierung) und Volkmar Klein (MdB) bei der Unterschriftenübergabe vor dem Brandenburger Tor. (Foto: Christoffel Blindenmission e.V./Die Projektoren)

Zum Vergrößern aufs Foto klicken: Gudrun Kopp (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium), Verena Bentele (Weltbehindertensportlerin und CBM-Botschafterin), Rainer Brockhaus (CBM-Direktor), Raul Krauthausen (Berliner Aktivist und CBM-Botschafter), Hubert Hüppe (Behindertenbeauftragter der Bundesregierung) und Volkmar Klein (MdB) bei der Unterschriftenübergabe vor dem Brandenburger Tor. (Foto: Christoffel Blindenmission e.V./Die Projektoren)

Auch hoffentlich möglichst zahlreiche ROLLINGPLANET-Leser (aufmerksam gemacht durch Bannerwerbung auf unserer Webseite, Newsletter und Facebook) folgten dem Aufruf: Über 38.444 Menschen haben die aktuelle Kampagne der Christoffel-Blindenmission (CBM) „Stopp den Kreislauf von Armut und Behinderung“ unterstützt.

„Wir freuen uns, dass so viele Menschen in den vergangenen vier Monaten mitgemacht haben. Sie alle bekräftigen unsere Forderung nach inklusiven Entwicklungszielen. Nur so kann der Kreislauf von Armut und Behinderung durchbrochen werden“, sagte heute Dr. Rainer Brockhaus, Direktor der CBM.

Am Nachmittag überreichten am Brandenburger Tor in Berlin die CBM-Botschafter Raul Krauthausen (Sozialhelden, Wheelmap.org) und Verena Bentele die Stimmen an die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Gudrun Kopp. Sie wird Ende September an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen, bei der die Grundlagen für neue globale Entwicklungsziele festgelegt werden sollen.

Verena Bentele berichtet über ihre Erfahrungen

Die blinde, zwölffache Paralympics-Siegerin (Biathlon, Skilanglauf ) Bentele erwies sich als die intelligente Reality Queen: „Ich habe im März in Tansania wieder gesehen, was es heißt, mit einer Behinderung in einem Entwicklungsland zu leben.“

Bentele lernte die sechsjährige Martha kennen, die mit Wasserkopf geboren wurde. An Schulbildung war für Martha nicht zu denken. Erst durch eine Operation und Unterstützung des CBM-geförderten Projekts habe sich das Mädchen gut entwickelt und werde bald zur Schule gehen.

Bentele betonte: „Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft, zu einem Einkommen und einem Leben ohne Armut. Deshalb ist es so wichtig, dass Erwachsene und Kinder mit Behinderungen in die internationale Entwicklungsarbeit eingebunden werden.“

Bundesregierung verspricht internationales Engagement

„Gerne nehme ich diese Stimmen entgegen“, sagte Kopp laut einer Mitteilung der CBM. „Der Bundesregierung ist die Inklusion ein wichtiges Anliegen. Im BMZ gehen wir auf diesem Feld mit gutem Beispiel voran und haben dazu einen Aktionsplan erarbeitet. Damit gibt es zum ersten Mal ein umfassendes strategisches Dokument für eine inklusive Entwicklungspolitik.“

Kopp weiter: „Wir haben es uns zur Querschnittsaufgabe gemacht, erstmalig Menschen mit Behinderungen systematisch in Projekten und Vorhaben unserer Arbeit einzubeziehen. Dafür haben wir seit 2009 rund 50 Millionen Euro zugesagt. Das ist mehr als doppelt so viel wie in den sieben Jahren zwischen 2002 und 2008 zusammen. Wir werden uns auch auf internationaler Ebene für die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen stark machen und uns dafür einsetzen, dieses Anliegen in den neuen globalen Entwicklungszielen zu verankern.“

Globale Entwicklungsziele werden festgelegt

Das Bundeskabinett hatte vor zwei Wochen bekräftigt, sich nach dem Jahr 2015 für internationale Ziele einzusetzen, die die Armut beseitigen sollen. Brockhaus: „Wir begrüßen, dass die Regierung sich darauf verständigt hat. Aber es bleibt unklar, wie konkret die ärmsten Menschen künftig von Entwicklungsprogrammen profitieren sollen – und dazu zählen besonders Menschen mit Behinderungen.“ Der Prozess der künftigen globalen Entwicklungsziele – als Nachfolge für die Millenniumsentwicklungsziele – läuft noch bis zum Jahr 2015.

Die CBM macht mit ihrer Kampagne „Stopp den Kreislauf von Armut und Behinderung“ auf die Situation von behinderten Menschen aufmerksam. Die Kampagne läuft noch bis zum Welttag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember. CBM-Direktor Brockhaus: „Auch nach dem Gipfeltreffen in New York ist es wichtig ein Zeichen der Solidarität zu setzen.“

Weltweit leben laut CBM eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, 80 Prozent davon in Entwicklungsländern.

(PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Stefan Wehmeier

    Reichtum und Armut

    „Wir werden also, bei sonst gleichen Verhältnissen, jenes Land als auf der höheren Stufe volkswirtschaftlicher Entwicklung stehend zu bezeichnen haben, in welchem der Mittelstand am meisten vertreten ist. Wo aber der Mittelstand sich in fortschreitender Auflösung befindet, dort haben wir eine direkt dem Verderben entgegenreifende Entwicklung vor uns, und zwar umso sicherer, je größer der Reichtum ist, welcher diesen Auflösungsprozess des Mittelstandes begleitet.“

    Dr. Gustav Ruhland, Berlin 1895

    Manches wird immer wieder „vergessen“; vor allem die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, die bisher alle Hochkulturen und Weltreiche in der Geschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit zerstörte:

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    Die einzige Möglichkeit, diese „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ zu beseitigen, wurde 1916 von Silvio Gesell vollständig und widerspruchsfrei beschrieben. Alles andere ist Unsinn, und wer versuchte, „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ anzuzweifeln (u. a. Franz Oppenheimer und John Maynard Keynes, um nur die bekanntesten zu nennen), ist gescheitert. Zur freien Marktwirtschaft ohne Kapitalismus (echte Soziale Marktwirtschaft) gibt keine „Gegenargumente“, sondern nur Vorurteile,…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

    …die wiederum auf dem beruhen, was ein gewisser Karl Marx, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war, zutreffend als „Opium des Volkes“ bezeichnete. Und das Fatale an dieser schlimmsten aller Drogen ist, dass es keinesfalls ausreicht, sie zu ignorieren. Solange die Religion nicht erklärt und damit wegerklärt ist, bleiben wir „poor lost children of the sea“:

    http://www.youtube.com/watch?v=qNJ0fMdeWEc

    Die Erklärung findet sich im dritten der Sieben Siegel der Apokalypse:

    http://www.deweles.de/files/apokalypse.pdf

    Wenn Sie sich immer noch fragen, warum unser lieber Benedikt XVI zurückgetreten ist…

    “We’ll know for the first time:
    If we’re evil or divine – we are the LAST IN LINE!”

    http://www.deweles.de/willkommen/offene-briefe.html

    27. September 2013 at 12:03

KOMMENTAR SCHREIBEN