Stoppt Peter Singer!

Er will immer noch die Tötung behinderter Kinder legalisieren – ein Aktionsbündnis fordert: Kein Forum für den „Euthanasie“-Befürworter.

Peter Singer (Foto: Wikipedia/Joel Travis Sage)

Peter Singer (Foto: Wikipedia/Joel Travis Sage)

Am 26. Mai 2015 soll der umstrittene australische Bioethiker Peter Singer in der Berliner „Urania“ den „Peter-Singer-Preis“ für seinen Beitrag zur „Tierleidminderung“ erhalten. Bekannt ist Philosoph Singer seit den 1980ern Jahren wegen seiner Forderung, die Tötung behinderter Säuglinge unter bestimmten Bedingungen zu legalisieren.

Erst im April hatte er in einem US-Radio-Interview gefordert, behinderten Säuglingen Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems zu entziehen. „Ich möchte nicht, dass sich meine Versicherungsbeiträge erhöhen, damit Kinder ohne Aussicht auf Lebensqualität teure Behandlungen bekommen“, so der Princeton-Professor.

Geehrt wird der Philosoph mit dem „Peter Singer Preis“ durch den „Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung“. Dabei handelt es sich um einen Ableger der Giordano-Bruno-Stiftung, die ihn bereits 2011 in Frankfurt am Main für sein Engagement für Tierrechte auszeichnete.

„Tötung moralisch geboten“

Bei Singers Auftritten kam es bislang immer wieder zu Protesten von behinderten Menschen, der Behindertenbewegung, der Frauenbewegung und Antifaschisten. Bereits in den 90er Jahren wurden mehrere Reden Singers durch Demonstranten gestört oder verhindert.

Singer verknüpft seinen Einsatz für die „Euthanasie“ schwerbehinderter Neugeborener mit seinem Engagement für Tierrechte. Er unterscheidet zwischen „Personen“ und bloßen „Wesen“: „Personen“ wie Primaten oder erwachsene nichtbehinderte Menschen hätten ein Bewusstsein von sich selbst. Bloße „Wesen“ seien dagegen Menschen im Koma oder Neugeborene. Solche mit schweren „geistigen“ und körperlichen Beeinträchtigungen haben für Singer kein „Recht zu leben“ und deswegen sei ihre Tötung moralisch geboten:

„Die Tötung eines behinderten Säuglings ist nicht moralisch gleichbedeutend mit der Tötung einer Person. Sehr oft ist sie überhaupt kein Unrecht.“ (Zitat aus Peter Singer: „Praktische Ethik. Dritte Auflage“ [2013], Stuttgart: Reclam, S. 300).

Protestkundgebung in Berlin

Protestplakat des Aktionsbündnisses „Kein Forum für Peter Singer“

Protestplakat des Aktionsbündnisses „Kein Forum für Peter Singer“

„Michael Schmidt-Salomon, Vorsitzender der Giordano-Bruno-Stiftung, nannte Singer 2011 den ,mitfühlendsten Denker unserer Zeit‘ und einen ,Behindertenfreund‘. Das halten wir für blanken Zynismus. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr“, so Matthias Vernaldi, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses „Kein Forum für Peter Singer“.

„Wir haben nichts gegen Tierschutz, aber sehr wohl etwas dagegen, wenn behinderten Menschen das Recht auf Leben und andere fundamentale Menschenrechte abgesprochen werden“, ergänzt Swantje Köbsell, Professorin für Disability Studies an der Alice Salomon Hochschule.

Das Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer“ ruft zur Protestkundgebung gegen die Verleihung des Preises an Peter Singer auf: Dienstag, 26.5.2015, ab 17.00 Uhr, Urania Berlin, Kleiststraße/An der Urania.

(PM/Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer“)

Kommentar von Hubert Hüppe: Berliner Ehrung für Tötungsphilosophen Peter Singer absagen!

 

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

45 Kommentare

  • Bernd Höpfner

    ist der bekloppt??

    12. Mai 2015 at 08:04
  • Wolfsspitz

    Wie wäre es wenn der Typ bei sich mit der Tötung anfängt. Leider begreifen einige Tierschutzorganisationen nicht das es nicht gerade klug ist so Typen aus zu zeichnen. Ich wäre für ein Einreiseverbot.

    12. Mai 2015 at 10:18
  • Andreas Lindlar

    Wieso wird diesem Arsch die Einreise nicht einfach verwehrt? Würde er etwas Ähnliches bei anderen Personenkreisen vorschlagen würde er wegen Volksverhetzung belangt. Also wo ist das Aufschreien der Politikerriege die bei Nazis sofort auf der Matte steht.

    12. Mai 2015 at 10:28
    • Marvin Wittich

      „Denjenigen, die ernsthaft glauben, einen linksliberalen, jüdischen Gelehrten (der drei seiner Großeltern in deutschen Konzentrationslagern verlor!) durch Nazivergleiche diskreditieren zu müssen, empfehle ich dringend Singers Buch „Mein Großvater. Die Tragödie der Juden von Wien“ (2003 im Europa Verlag erschienen)“

      http://hpd.de/node/11627
      http://hpd.de/artikel/11717?nopaging=1

      16. Mai 2015 at 22:51
  • André Rabe

    Erschreckend, dass dieser Mensch immer noch seine verqueren Ansichten öffentlich vertreten kann und auch noch als „Tier- und Behindertenfreund“ bezeichnet wird? Demnach stehen Behinderte, Säuglich und Komapatienten noch unter Tieren? Auch wenn man versucht dem einen Sinn abzugewinnen: wo macht er denn die Grenze? Was zählt denn bei ihm als „behindert“ und so mit als unwertes Leben? Und wenn er schon bei Säuglingen anfängt, was ist dann mit Menschen, die im späteren Leben zu „behinderten“ werden, durch etwa eine Krankheit oder Unfall? Werden die dann auch gleich „entsorgt“?

    12. Mai 2015 at 14:26
    • Thomas

      Wenn wir einmal jeden religiösen Unfug außer Acht lassen, wieso sind dann Menchen mehr wert als z.B. andere Primaten oder Delphine? Wer legt das fest? Menschen dürfen dabei ja logischerweise kein Mitspracherecht haben, wenn es die anderen Tiere nicht auch haben.
      Vom Naturstandpunkt aus gesehen ist der Mensch eines der gefährlichsten und damit wertlosesten Lebewesen auf der Erde.
      Wieso wird ein schwerst erkrankter Mensch, dessen Hirnfunktionen komplett zerstört sind, er also kein Bewusstsein, keine „Menschlichkeit“ besitzt, über jedes intelligente Tier auf der Erde gestellt, sei es auch noch so empfindungsfähig? Das finde ich viel verrückter, als die Ansichten dieses Mannes.

      18. Mai 2015 at 15:58
  • Ruth Dürr

    Ich kann es auch nicht glauben, dass der auch noch eingeladen wird und das von der Giordano-Bruno-Stiftung.

    12. Mai 2015 at 15:20
  • Annie

    Morgen ein Autounfall, Denkt er dann immer noch so wie jetzt?

    12. Mai 2015 at 16:00
    • Thomas

      Wenn sein Denkvermögen vernichtet wird und er also unter seine eigenen Grundsätze fällt, „denkt“ er sicher nicht mehr so,.
      Soweit ich es verstanden habe, geht es um Menschen, die mehr oder weniger hirntot sind, und nicht um körperlich Behinderte.

      18. Mai 2015 at 16:00
      • Unbekannte

        Da hast du Recht – sein Denkvermögen ist ja dann auch vernichtet ^^ TROLOLOLOLOLOLOLOLOL

        Generell habe ich das Gefühl, dass hier kaum einer Singer wirklich gelesen hat, geschweige denn sich mit ihm auseinandergesetzt hat – zu Fragen die hier aufkommen „Ja was ist denn für ihn lebenswertes Leben?“ oder „Was ist denn mit Unfällen im höheren Alter die eine Behinderung auslösen?“ findet man schnell eine Antwort ihn seiner Praktischen Ethik bzw in zahlreichen Interviews, Wie auf so vielen Seiten werden hier nur Aussagen verdreht anstatt sich tatsächlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. –> hier z.B: http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/philosoph-peter-singer-ein-embryo-hat-kein-recht-auf-leben-1.18547574

        25. Mai 2015 at 14:18
  • uvula

    Bei dem „Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung“ handelt es sich NICHT um einen Ableger der Giordano-Bruno-Stiftung, Vielmehr ist das die private Initiative eines gewissen Walter Neussel, ehemaliger Anästhesiearzt, der sich damit aufzuplustern sucht, dass er ein paar prominente Namen um sich versammelt.
    Ich habe eine ganze Reihe der Schriften Peter Singers gelesen und teile die hier vorherrschende Meinung, die festgemacht ist an ein paar aus dem Kontext gerissenen Zitaten, ausdrücklich nicht.

    12. Mai 2015 at 20:43
  • Björn

    „Verzeihung, aber es ist Unsinn zu behaupten, Peter Singer ist grundsätzlich für die Tötung von behinderten Mitmenschen. Ich habe die sowohl die alte als auch dritte Auflage neben mir liegen, es ist einfach unredlich, so falsch zu zitieren.
    Zum einen differenziert er sehr wohl zwischen Interessen die Menschen, als auch Tieren zugeschrieben werden können. Da er den Spezizismus ablehnt, nur „weil“ man Mensch ist verdient man mehr Rechte, folgt derselben Logik wie rassistische oder sexistische Argumentationen.
    Auf der anderen Seite spricht er von moralisch unproblematischer Tötung, was eben nicht gleichzusetzen ist mit einer Euthanasie durch Dritte(!), bei extrem krassen Fällen, die nur Leid verursachen; hinzukommend, dass solche Menschen (oder eben auch Tiere) nie in der Lage sind überhaupt Wünsche zu formulieren oder gar Freude in irgendeiner Art und Weise zu empfinden.
    Dies ist eben nicht gleichzusetzen mit „behindert“, da Fälle von physischer Behinderung kompensiert werden können und u.a. durch die Gesellschaft und Staat kompensiert werden sollten, als auch geistigen Behinderungen wie das Down-Syndrom, im dem sehr wohl Zustände wie Freud, Wünsche oder Interessen existieren und daher berücksichtigt werden müssen.
    In Zukunft wäre weniger Hetze und mehr Recherche nicht schlecht.

    MfG“

    13. Mai 2015 at 00:37
    • Sin

      Tut mir leid aber woher will jemand Außenstehender überhaupt entscheiden können ob jemand Freude oder Leid empfinden kann. Man hat auch früher gesagt das Autisten dies nicht tun und heute ist BEWIESEN das sie es tun. Mal davon abgesehen das Lebensqualität subjektiv ist, für jemanden der gar nichts hat und ich meine wirklich nichts kann ein warmes Bett schon eine Verbesserung der Lebensqualität sein. Niemand von uns kann ermessen was in Menschen mit schwerst mehrfach Behinderung vorgeht. Daher wäre ich mit solchen Aussagen generell sehr vorsichtig.

      13. Mai 2015 at 15:13
    • Phil

      Danke, Björn. Anscheinend hat wenigstens einer hier tatsächlich mal einen Text von Singer gelesen. Selbst der RollingPlanet-Text kriegt es hin die „speziellen Umstände“ zu erwähnen, gleichzeitig hat der Autor sich aber offensichtlich nie die Mühe gemacht nachzulesen was damit gemeint ist. Traurig. Traurig und peinlich. Seriös geht anders.

      15. Mai 2015 at 23:22
  • Peter Estenfelder

    Es ist für mich unfassbar, das in der heutigen Zeit einem solchen Steinzeit-Primaten auch noch die Plattform geboten wird seine Ansichten zu verkünden! Schickt ihn mal eine Woche zu mir in unsere Werkstatt für Menschen mit geistiger Behinderung, damit ich ihm vor Augen halten kann, welche selbstbewusste, selbstbestimmte und in der Gesellschafft voll interierte Menschen diese – wie er sie nennt – „Wesen“ sind! Und wenn das nicht überzeugt, dann gibt es von unserer Inklusionsband Mosaik feat. Steffi List, in der diese „Wesen“ einfach geile Musik machen kräftig was „auf die Ohren“ Letztendlich muss er dann noch die UN-Behindertenrechts-Konvention auswendig lernen, an die sich JEDER Mensch, ob Primate oder Wesen zu halten hat! Sorry, aber diesem Menschen muss verweigert werden hier seine Thesen zu verbreiten!!!

    13. Mai 2015 at 05:36
  • Fritz Krause

    Singer ist doch gar nicht behindertenfeindlich. Er sagt nur, dass keine Gesundheitsausgaben getätigt werden sollen, wenn daraus keine Lebensqualität resultiert. Steht ja sogar im Text. Das ist Position, die von vielen Politikern und Wissenschaftlern im Gesundheitswesen auch in Deutschland eingenommen wird. Seine Aussagen klingen nur provokanter, weil er sie in diesem Fall explizit auf Behinderte bezogen hat.

    Es ist sowieso arbiträr, dass behinderte Kinder noch abgetrieben werden dürfen, wenn sie noch im Uterus drin sind, aber nachher nicht mehr …

    13. Mai 2015 at 09:23
  • sara

    ***

    13. Mai 2015 at 10:52
    • ROLLINGPLANET
      Rollingplanet

      *** = Von der Redaktion gelöscht.

      15. Mai 2015 at 15:02
  • Victoria von Reichenbach

    Ein Skandal !!!!!

    13. Mai 2015 at 13:14
  • Golem

    Was für ein Arschloch.

    13. Mai 2015 at 16:59
  • Sabrina Fraunholz

    Wenn der Herr mal alt und grau ist, im Rollstuhl sitzen muss weil er nicht mehr laufen kann, schwere Altersdemenz, Pflegebedürftige, Epilepsie, durch einen Herzinfarkt oder ähnliches eine Behinderung bekommt. …..gelten seine Spielregeln hoffentlich auch für ihn. Hoffe der hat keine Kinder. Der ist Philosoph? Wie hat der das mit seinen Vorstellungen und Ideologie geschafft?

    13. Mai 2015 at 18:30
  • Qastenflosser

    Peter Singer argumentiert sicherlich falsch, wenn er die Unterstützung von Blinden mit Blindenhunden gegen die Prävention von Blindheit abwägt, da dies keine echte Alternative ist.
    Das heißt aber nicht, dass er der Meinung ist, man sollte alle Behinderte töten.

    Ich empfehle denjenigen, sich folgendes erklärenden Interview mit Schmidt-Salomon durzulesen. Darin legt er dar, inwiefern Singers Position nicht die hier skizzierte ist:

    http://hpd.de/artikel/11717/seite/0/2

    14. Mai 2015 at 14:30
  • Paul

    Das einzige, was tragisch ist, ist diese Seite hier. Offenbar hat der Autor nicht verstanden oder wollte nicht verstehen, was Peter Singer wirklich sagt. Singer sagt nicht und hat niemals gesagt, dass man alle behinderten Menschen töten sollte. Das ist schlicht und ergreifend falsch dargestellt von RollingPLanet!!!
    Wer sich ein Urteil erlauben will über Peter Singers Ethik, der sollte sie lesen!! Dann lässt sich überhaupt erst drüber reden.
    Und an all diejenigen, die sich hier als die moralischen Heilsbringer vortun: Es ist mehr Auseinandersetzung mit einem Thema nötig, bevor man rechtens von „Euthanasie“ sprechen kann.

    15. Mai 2015 at 00:29
  • Lutz

    Einfach mal weniger hetzen und mehr lesen. Kann doch nicht sein,dass seit über zwanzig Jahren der Text von seinen Kritikern noch nicht richtig gelesen wurde!?

    15. Mai 2015 at 09:03
  • David Boehme

    Man mag ja dem HErrn Singer nicht zustimmen. Ihn aber mit diversen Begriffen der Fäkalsprache zu überhäufen zeugt nicht von einer Auseinandersetzung – von einer faieren schon gar nicht.

    Wer Singer vollständig gelesen hat, weiß, dass er sich NICHT hinstellt und sagt: „He Leute, ab morgen töten wir alle Behinderten.“

    Singer in einem Atemzug mit „Euthanasie“ zu nennen ist eigentlich eine Frechheit und zeugt von der Unbelesenheit des Verfassers.

    Schade, von Singer wäre viel zu lernen. Man/Frau müsste ihn halt nur lesen …

    15. Mai 2015 at 14:43
  • David Boehme

    Ach ja: An welche Zeit erinnert mich bloß folgende „Argumentation“

    Zitat: sara13. Mai 2015 at 10:52Antworten

    ***

    Da wäre doch eine kleine, winzige redaktionelle Anmerkung ganz nett, oder? Oder sind wir schon wieder so weit, dass wir andersdenkende an die Wand stellen?

    Ungeheuerlich. DAS gehört verboten.

    15. Mai 2015 at 14:49
    • ROLLINGPLANET
      Rollingplanet

      Hallo David Boehme, Danke für den Hinweis. Wir haben den entsprechenden Kommentar mit *** ersetzt.

      15. Mai 2015 at 15:05
  • Krs

    Die Darstellung von Singers Positionen ist einfach nur falsch. Wenn man seine Bücher gelesen hat, kann man unmöglich zu so einem grotesk verzerrten Bild seiner Theorie gelangen. Leider muss man hier von Boshaftigkeit und willentlicher Diffamierung seitens der Autoren dieses Aufrufs ausgehen.

    15. Mai 2015 at 15:29
  • Kirsten Becker

    Der Blog von dem Aktionsbündnis „Kein Forum für Peter Singer!“, das zu den Protesten aufruft, ist übrigens: no218nofundis.wordpress.com

    Da gibt es auch jede Menge Hintergundinfos und nicht aus dem Zusammenhang gerissene Orginalzitate von Peter Singer, didessen behindertenfeindliche Einstellung belegen.

    15. Mai 2015 at 16:00
  • Epikur63

    Der Artikel stellt Singers Meinung falsch dar. Ein Zitat von ihm zur Illustration. In seinem Buch „Muss dieses Kind am Leben bleiben?“ schrieb Singer:

    „Wir meinen (…), dass die reichen Nationen sehr viel mehr tun sollten, um behinderten Menschen ein erfülltes, lebenswertes Leben zu ermöglichen und sie in die Lage zu versetzen, das ihnen innewohnende Potential wirklich auszuschöpfen. Wir sollten alles tun, um die oft beklagenswert schlechte institutionelle Betreuung zu verbessern und die Dienstleistungen bereitzustellen, die behinderten Menschen ein Leben außerhalb von Institutionen und innerhalb der Gemeinschaft ermöglichen“

    Das wird Rolling Planet vermutlich ganz genau wie Peter Singer sehen. Vielleicht genügt das Zitat, um die hier Lesenden zu motivieren, einen genaueren Blick auf Singer zu werfen. Zum Einstieg siehe
    http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Singer

    15. Mai 2015 at 18:15
  • David Boehme

    Danke an die Redaktion für die Entfernung des „Mordaufrufes“.

    Danke an Epikur63.
    Auch die von „Kirsten“ erwähnte Anti-Singer-Seite – so muss man sie ja nennen – listet Zitate auf, die eindeutig zeigen, wie sehr Singer die Gesellschaft in die Pflicht nehmen will, um allen Menschen die bestmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Wer das mit halbwegs offenen Augen liest, kann nicht umhin, den widersinnigen Protest gegen Singer zumindest zu überdenken.
    Singer schreibt auch deutlich, dass mit der Geburt ein „point of no return“ gegeben sei – geborenes Leben muss geschützt werden.
    Der praktizierten Euthanasie als einem historisch greifbaren Geschehen war die Geburt als Zäsur bedeutungslos – es konnte sozusagen auch nach der Geburt „vernichtet“ werden.
    Was also soll Singer mit diesem Verbrechen zu tun haben?!
    Leute! Ihr werft hier Begriffe durcheinander, dass einem übel wird.
    Und Ihr wollt FÜR die Rechte von Menschen mit und ohne Behinderung eintreten?
    Da trete ich lieber für mich selber auf und ein und verzichte auf solche Vereinigungen.

    16. Mai 2015 at 20:45
  • Marvin Wittich

    Es ist höchst unseriös und unredlich, was hier alles falsches über Peter Singer gesagt wird. Komisch auch, dass das nur in Deutschland so ist.
    Wie könnte ein Mensch, der Meinungen wie oben behauptet vertritt, Princeton Professor werden und vom Time Magazine zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten gewählt werden. Peter Singer verlor 3 seiner Großeltern im KZ.. Wie uneinfühlsam sind also Nazivergleiche?

    16. Mai 2015 at 23:01
  • Karin

    Ich lese hier immer von „aus dem Zusammenhang gerissen“. Ich gebe zu, dass ich Singers Bücher nicht gelesen habe. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der im Bericht erwähnte Text:

    „Die Tötung eines behinderten Säuglings ist nicht moralisch gleichbedeutend mit der Tötung einer Person. Sehr oft ist sie überhaupt kein Unrecht.“ (Zitat aus Peter Singer: „Praktische Ethik. Dritte Auflage“ [2013], Stuttgart: Reclam, S. 300).

    in irgendeinem Zusammenhang besser wird.

    17. Mai 2015 at 05:36
    • Michael

      „Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der im Bericht erwähnte Text… …in irgendeinem Zusammenhang besser wird. “

      Das ist für jeden Menschen schwer vorzustellen, aber es ist nicht nötig sich solche Zusammenhänge auszudenken, weil das Leben viele tragische Geschichten schreibt.

      Nehmen wir nur den Fall Samuel Linares. Im Alter von sieben Monaten verschluckte Samuel einen Ball, der in seiner Luftröhre stecken blieb. Der so verursachte Sauerstoffmangel führte dazu, dass Samuel ins Koma fiel. In einem Chicagoer Krankenhaus wurde er über viele Monate auf einer Langzeitpflegestation künstlich beatmet. Weil man davon ausging, dass bei Samuel der Teilhirntod eingetreten war, forderten seine Eltern, dass die Beatmung eingestellt werde, doch das Krankenhaus weigerte sich. Der Vater des Jungen, Rudy Linares, zog bei seinem Besuch eine Pistole und drohte zu schießen, wenn man ihn hinderte, seinen Jungen vom Beatmungsgerät zu trennen. Er nahm Samuel vom Gerät ab und wiegte ihn eine halbe Stunde in seinen Armen. Nachdem er den Herzstillstand bei Samuel festgestellt hatte, brach Rudy weinend zusammen und ergab sich den Polizisten, die am Eingang der Station gewartet hatten. Hat Rudy Unrecht getan, als er Samuel vom Beatmungsgerät trennte? Das Geschworenengericht fand das nicht und weigerte sich Rudy wegen Mordes zu verurteilen. Rudy erhielt lediglich eine Bewährungsstrafe wegen der Benutzung der Pistole.

      Das Beispiel ist übrigens aus dem selben Buch Peter Singers wie ihr Zitat.

      17. Mai 2015 at 15:44
  • Merlin

    Die persönliche Geschichte von Herrn Singer ist furchtbar und jedes Verbrechen der Nazis und des deutschen Volkes zu verurteilen. Dennoch halte ich die Verknüpfung von Herrn Singers Biografie mit dem Thema seiner Aussagen zu behinderten Menschen nicht zulässig und als Verteidigung für seine Ansichten nicht zulässig.

    17. Mai 2015 at 12:34
  • dasuxullebt

    > Bereits in den 90er Jahren wurden mehrere Reden Singers
    > durch Demonstranten gestört oder verhindert.

    Man mag von Peter Singer halten was man will, aber mich stört generell, wie wenig man hierzulande von freier Meinungsäußerung hält.

    Das gesagt habend: Mich stört bei der Diskussion, dass immer davon ausgegangen wird, dass man böse Intentionen hegt, wenn man Euthanasie nicht von vorne herein ablehnt. Es ist eben durchaus erwägbar, dass es auch unmoralisch sein könnte, Leben entstehen zu lassen, das für sich selbst nur eine Qual ist. Das hat nichts mit Sozialdarwinismus und Nationalsozialismus zu tun.

    18. Mai 2015 at 00:15
  • Michael W.

    Liebe Demonstranten gegen Peter Singers Ideen,
    bitte belasst es morgen beim Demonstrieren und lasst euch nicht dazu überreden, mit aggressiven Methoden einen Philosophen am reden zu hindern. Ich will das Forum nicht zuspammen, also habe ich meine Gründe in einem Blog dargelegt. Wir sehen uns morgen 🙂 http://www.proredefreiheit.wordpress.com

    26. Mai 2015 at 01:56
  • wolfsspitz

    Liebe beführworter von Hernn Singer, wie wäre es mal zu schreiben was den so Falsch in dem Artikel dargelegt wird. Ich habe keine Lust mir jetzt due Schriften von Herrn Singer an zu tun. Mein Tipp beschäftigt euch mal mit dem was die Nazis so als begründung für ihr Euthanasie Programm angegeben haben, da sehe ich schon einuge Paralellen. Wenn auf einmal wieder Menschen mit Behinderung umgebracht werden dann wird Herr Singer das natürlich alles ganz anders gemeint haben und der Arme wurde dsnn plötzlich völlig Mussverstanden. Schon mal darüber nachgedacht wie es zu den Greultaten der Nazis gekommen ist? Da habe auch so einige Wussenschaftler und Philosophen ihren Teil zu bei getragen und viele wollten nach dem Krieg auf einmal nichts mehr davon wissen.

    27. Mai 2015 at 09:05
  • wolfsspitz

    Ach ja , was ist eigendlich mit der Sache mit der Frage, die man nach dem Krieg oft gestellt hat, nämlich warum habt ihr das nucht verhindert als es noch Zeit war, Vieles wäre der Welt erspart geblieben wenn man bei Zeiten einen gewissen Hern Hitler am reden gehindee hätte.. Aucg darüber sollre man nachdenken wenn man gegen Protestaktion in diesem Fall ist. Wie heißt es so schön Wehret den Anfängen.

    27. Mai 2015 at 09:11
  • Epikur63

    Hallo Wolfsspitz,

    Du fragst, was in dem Artikel falsch ist. Singer wird so dargestellt, als würde er das Lebensrecht von Behinderten generell in Frage stellen. Das tut er nicht.

    Die entscheidende Frage für Singer ist, ob ein Lebewesen Empfindungen haben kann. Eine Eizelle hat sie z.B. noch nicht, daher ist es für ihn moralisch nicht verwerflich, eine Abtreibung vorzunehmen.

    Wenn eine Behinderung so geartet ist, dass das Lebewesen keine Empfindungen haben kann, also etwa bei einer extremen Hirnschädigung, dann gilt für ihn das Gleiche.
    Wenn ein behinderter Mensch empfindungsfähig ist, dann leitet Singer daraus ab, dass er schützenswert ist und die moralische Verpflichtung besteht, sein Glück zu fördern und ihn zu unterstützen. Oben brachte ich ein Zitat von ihm: Er meint, dass Behinderte in unserer Gesellschaft viel stärker gefördert werden sollten.

    Du meinst, es erinnert Dich an das Euthanasie-Programm der Nazis: Die Nazis wollten durch die Ermordung von Behinderten ein „starkes Volk“ und „rassische Reinheit“ erreichen. Dies spielt für Singer keine Rolle. Umgekehrt war den Nazis egal, ob die getöteten empfindungsfähig waren, was für Singer entscheidend ist.

    Hinter einigen Äusserungen Singers zur Abtreibung von Embryos mit Behinderung steht der Gedanke, dass a) dies moralisch erlaubt ist, weil sie noch keine Empfindungen haben und b) die Wahrscheinlichkeit eines eher leidvollen Lebens höher ist als bei einem Gesundem. Sobald diese Person jedoch empfindungsfähig ist, steht für ihn die Glücksmaximierung dieser Person im Vordergrund. Die philosophisch-ethische Position, die er damit vertritt, nennt sich „Präferenzutilitarismus“ (siehe z.B. bei Wikipedia). In der praktischen Anwendung ergibt sich dabei z.B. der sogenannte „effektive Altruismus“ (siehe auch z.B. bei Wikipedia).

    27. Mai 2015 at 20:42
  • wolfsspitz

    Was ich da lese bestätigt mich leider nur nocj mehr in meiner Meinung zu Herrn Singer. Da wird nurr etwas in nettere Worte gefasst was letztendlich aber auch nur zu dem Begriff lebensunwertes Leben führt.

    28. Mai 2015 at 16:13
  • Epikur63

    Hallo Wolfsspitz,

    ein Begriff wie „lebensunwert“ kommt bei Singer nirgends vor. Dieses Konzept „ein Lebewesen ist mehr oder weniger wertvoll“ gibt es bei ihm nicht: Dies taten die Nazis.. Es gibt bei Singer nur das Konzept „empfindungsfähig“.

    Interessant ist übrigens, woher die Ablehnung Singers kommt. Vor allem die katholische Kirche und ihr nahestehende konservative Medien haben sehr gegen ihn agitiert. Das Ergebnis ist dann, dass selbst Behindertenverbände nun jemanden ablehnen, der sich stark für die Rechte Behinderter einsetzt (siehe mein Singer-Zitat oben). Hier ein aktueller typischer Verleumdungsartikel:
    http://kath.net/news/50714

    An der katholischen Basis gibt es natürlich viele, die sich für Behinderte engagieren. Aber wenn es darum geht, z.B. Priester zu werden, gibt es weiterhin Diskriminierung. Hier ein Beispiel:
    https://www.aktion-mensch.de/presse/pressemitteilungen/detail.php?id=142

    Grund dafür ist die Bibel. Dort steht in 3.Mose 21,16-22:
    „Die körperliche Tauglichkeit für das Priesteramt
    16 Der Herr sprach zu Mose: 17 Sag zu Aaron: Keiner deiner Nachkommen, auch in den kommenden Generationen, der ein Gebrechen hat, darf herantreten, um die Speise seines Gottes darzubringen.
    18 Denn keiner mit einem Gebrechen darf herantreten: kein Blinder oder Lahmer, kein im Gesicht oder am Körper Entstellter … sich nicht dem Altar nähern; denn er hat ein Gebrechen und darf meine heiligen Gegenstände nicht entweihen.“

    Und aus der Richtung kommen die schärfsten Kritiker Singers.

    28. Mai 2015 at 17:39

KOMMENTAR SCHREIBEN