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Die AfD sagt, Inklusion schadet den Kindern. Stimmt das?

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Prinz William +++ Mainhatten Skywheelers +++ Online-Petition +++ Frank Williams

TAGEBUCH
DONNERSTAG, 20. APRIL 2017
Tremor-Patienten

Neue Behandlungsmethode an der Uni-Klinik Rostock

Die Universitätsklinik Rostock hat ihre Behandlungsmöglichkeiten für Tremor-Patienten erweitert. Ein interdisziplinäres Ärzteteam könne die auch als „Hirnschrittmacher“ bekannte Tiefe Hirnstimulation (THS) nun auch am Rostocker Klinikum durchführen, teilte die Klinik mit.
Patienten mit Parkinson, essentiellem Tremor und anderen neurologischen Bewegungsstörungen kann die Behandlung Linderung verschaffen und ihre Lebensqualität steigern. Mittels ins Gehirn implantierter Elektroden würden die Hirnbereiche mit leichten Stromimpulsen stimuliert, die für die fehlerhaften Nervenreize verantwortlich sind. Jährlich wird die THS Schätzungen zufolge bei 700 bis 800 Patienten in Deutschland angewandt. (dpa/mv)

Der ganz normale Wahnsinn

Rücksichtsloser Falschparker behindert Rollstuhlfahrer und beleidigt hilfsbereiten Zeugen

Ein Nachspiel hat für einen Autofahrer ein Vorfall, der sich am Mittwochvormittag in der Hauptstraße von Binzen (Baden-Württemberg) zutrug, wie die Freiburger Polizei heute mitteilt. Kurz vor 11 Uhr bemerkte ein Passant einen Rollstuhlfahrer, dem ein auf dem Gehweg geparktes Auto den Weg versperrte. Da ein Durchkommen nicht möglich war, ging der Zeuge in das direkt daneben befindliche Friseurgeschäft, in dem er den Falschparker vermutete. Der war tatsächlich dort und ließ sich gerade die Haare machen. Trotz Ansprache ließ sich der Mann erst noch die Haare föhnen, was dem Rollstuhlfahrer weitere Wartezeit bescherte. Einige Zeit später begegneten sich der Falschparker und der Zeuge. Hierbei soll dem Zeugen aus dem fahrenden Auto heraus der ausgestreckte Mittelfinger gezeigt worden sein. Daraufhin schaltete er die Polizei ein, die Ermittlungen wegen Beleidigung aufnahm. (POL)

MITTWOCH, 19. APRIL 2017
Nordrhein-Westfalen

AfD gegen Inklusion – der Faktencheck

Martin Renner, Spitzenkandidat der AfD in Nordrhein-Westfalen. (Foto: Ina Fassbender/dpa)

Martin Renner, Spitzenkandidat der AfD in Nordrhein-Westfalen. (Foto: Ina Fassbender/dpa)

In ihrem Wahlprogramm für Nordrhein-Westfalen – dort findet am 14. Mai die Landtagswahl statt – , behauptet die AfD: „Inklusion schadet Kindern sowohl mit als auch ohne besonderem Förderbedarf.“ (Grammatikfehler im Original). Hält diese Behauptung einer genaueren Prüfung stand?
Nein – zu diesem Urteil kommt jedenfalls der correctiv-Faktencheck: „Es gibt keinen Beleg, dass Inklusion Schülern schadet. Im Gegenteil: Stehen ausreichend Mittel bereit, nützt Inklusion den lernschwachen Kindern sehr und den lernstarken Kindern erwächst kein Nachteil. Sie kann den lernstarken Schülern sogar nützen: Denn inklusiv beschulte Kinder haben ein deutlich ausgeprägteres Sozialverhalten als jene, die nur auf Leistung getrimmt werden. Gleichwohl findet Inklusion heute häufig an Schulen statt, die dafür nicht genügend Personal haben.“ Correctiv, ROLLINGPLANET

Potsdam

Zukunft des Behindertenbeirats auf dem Prüfstand

Nach seiner unplanmäßigen Auflösung wird der Potsdamer Beirat für Menschen mit Behinderung wahrscheinlich völlig neu gestaltet. Vor der Wahl eines neuen Gremiums sollen nun unter Beteiligung der Öffentlichkeit die künftigen Aufgaben definiert und geprüft werden, ob das Wahlverfahren womöglich geändert werden muss. Hintergrund sind die offensichtliche Überlastung des Gremiums, interne Querelen, aber offenbar auch mangelnde Unterstützung aus dem Stadthaus. Potsdamer Neueste Nachrichten

Depressionen

Auch Prinz William spricht über psychische Probleme nach Dianas Tod

Prinz Harry (l.), Herzogin Catherine (Kate, m.) und Prinz William (r.) im Februar 2017 im Queen Elizabeth Olympic Park in London (Großbritannien) am Rande eines Laufes zugunsten der von ihnen unterstützten Kampagne „Heads Together“. (Foto: Alastair Grant/PA Wire/dpa)

Prinz Harry (l.), Herzogin Catherine (Kate, m.) und Prinz William (r.) im Februar 2017 im Queen Elizabeth Olympic Park in London (Großbritannien) am Rande eines Laufes zugunsten der von ihnen unterstützten Kampagne „Heads Together“. (Foto: Alastair Grant/PA Wire/dpa)

Nach seinem Bruder Harry (32) hat auch der britische Prinz William (34) öffentlich von psychischen Problemen nach dem Tod seiner Mutter Diana gesprochen. „Ich habe meine eigenen Gründe, mich für psychische Gesundheit zu engagieren – das, was mir wegen meiner Mutter passiert ist, als ich jünger war“, sagte er nach der Vorführung eines Dokumentarfilms über psychisch kranke Marathonläufer am Dienstag in London.
Sein Bruder hatte in einem Interview am Sonntag von psychischen Problemen nach dem Tod Dianas erzählt. Dafür bekam er viel Lob, unter anderem von der britischen Premierministerin Theresa May. „Bravo“, schrieb auch Popstar Elton John auf Instagram. „Dein Mut, deine Ehrlichkeit und Menschlichkeit sind ein Leuchtfeuer in der heutigen Welt.“
Die Prinzen-Brüder setzen sich gemeinsam mit Williams Ehefrau Kate für mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Krankheiten ein. Der Tod ihrer Mutter Diana bei einem Autounfall in Paris jährt sich in diesem Sommer zum 20. Mal. Damals war William 15 Jahre alt, Harry war 12. (dpa)

Rollstuhlbasketball

Mainhatten Skywheelers verzichten auf Aufstieg in die 1. Bundesliga

Die Mainhatten Skywheelers, Meister der 2. Bundesliga Süd, verzichten auf den Aufstieg. Dies teilte heute das Management der Frankfurter mit. In den letzten Wochen seien unzählige Versuche unternommen worden, um die Voraussetzungen für die erste Liga zu schaffen. Insbesondere konnten nicht ausreichend Sponsoren gefunden werden. Bei einem Meeting in der letzten Woche hätten deshalb Mannschaft und Vorstand beschlossen, nicht den Weg in die höchste Spielklasse zu gehen. „Auf und neben dem Feld muss die Infrastruktur vorhanden sein, um auch eine Chance zu haben, bestehen zu können!“ so Kapitänin Anne Brießmann. (PM)

MONTAG, 17. APRIL 2017
In eigener Sache

Osterdienst

Wegen fortgesetzter Ostereiersuche meldet sich dieses Tagebuch erst wieder am Mittwoch. Danke für Ihr Verständnis.

SONNTAG, 16. APRIL 2017
Online-Petition

Studenten der Uni Halle fordern mehr Barrierefreiheit

Studenten aus Sachsen-Anhalt fordern mehr Anstrengungen für ein barrierefreies Studium. Unter Federführung der Martin-Luther-Universität Halle verfassten sie eine Online-Petition, die sich an das Wissenschaftsministerium und den Landtag wendet. Dabei geht es um bessere Lernbedingungen von rund 2.500 Studenten, die zum Beispiel körperlich behindert sind oder eine Lese-Rechtschreibschwäche haben.
Zu den Initiatoren der Petition zählt der Doktorand Christian Müller, der Legastheniker ist. Er sagt, ein großes Problem sei die bauliche Situation der Hochschulen. Diese mache es Rollstuhlfahrern oft schwer. So gebe es vor den Franckeschen Stiftungen in Halle Betonrampen, die ohne Assistenz nicht benutzbar seien. In der Petition wird außerdem gefordert, bei Prüfungen die Situation von Behinderten stärker zu berücksichtigen. MDR

Geburtstagskind

Frank Williams wird 75 Jahre

Der Rollstuhlfahrer, der die Formel 1 mitprägte, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Nelson Piquet, Nigel Mansell und Alain Prost fuhren allesamt im Williams zum WM-Gewinn. Williams (Foto: dpa) ist seit einem Autounfall im März 1986 in Frankreich querschnittgelähmt. Er ist sowohl für seine Disziplin als auch Härte berühmt-berüchtigt. ROLLINGPLANET

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