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Studenten und Forscher entwickeln Druckluft-E-Rollstuhl

„PneuChair“ ermöglicht barrierefreies Vergnügen in einem Wasserpark, der auch Menschen mit Behinderung inspirieren möchte.

Der „PneuChair“ ist bewusst einfach gehalten und verzichtet auf unnötige Elektronik. (Foto: HERL)

Der „PneuChair“ ist bewusst einfach gehalten und verzichtet auf unnötige Elektronik. (Foto: HERL)

Wasser und Elektrizität vertragen sich nicht – ein Problem, das sich auch auf E-Rollstühle erstreckt. Die Human Engineering Research Laboratories (HERL) der University of Pittsburgh (USA) haben daher einen Druckluft-Rollstuhl entwickelt. Der aktuelle „PneuChair“ ist zwar eher schlicht und robust gehalten, doch ist er auch nicht für den Alltag gedacht. Vielmehr geht es darum, mit der Mobilitätshilfe einen Wasserpark barrierefrei zu machen.

Morgan’s Wonderland ist ein von einer Non-Profit-Organisation geführter Vergnügungspark, für den Barrierefreiheit ein Kernkonzept ist. Im Frühjahr eröffnete das Wonderland im texanischen San Antonio, der siebtgrößten Stadt in den USA, den Wasserpark „Inspiration Island“– eine Attraktion also, die für auf E-Rollstühle angewiesene Besucher nicht wirklich zugänglich wäre. Für eben dieses Problem haben die Betreiber am HERL eine Lösung gefunden. Denn dort haben Forscher ohnehin schon an mit Druckluft betriebenen, pneumatischen Rollstühlen gearbeitet.

Einfache Bauweise

E-Rollstuhlfahrer Brandon Daveler ist maßgeblich an der Entwicklung des Druckluft-E-Rollstuhls beteiligt. (Foto: HERL)

E-Rollstuhlfahrer Brandon Daveler ist maßgeblich an der Entwicklung des Druckluft-E-Rollstuhls beteiligt. (Foto: HERL)

„Ihre Anforderungen und unsere Arbeit haben im Prinzip perfekt zueinander gepasst“, sagt HERL-Leiter Rory Cooper. So kam es zu einer Zusammenarbeit, deren Ergebnis der gut 35 Kilogramm schwere „PneuChair“ ist. Er hat zwar nur eine Reichweite von knapp fünf Kilometern, kann aber innerhalb von zehn Minuten mit Druckluft voll „aufgeladen“ werden. Bei einem E-Rollstuhl dauert das Akkuladen mehrere Stunden. Insgesamt zehn PneuChairs sollen sicherstellen, dass Morgan’s Inspiration Island wirklich jedem offenstehen wird.

Der PneuChair in dieser Form ist bewusst einfach gehalten und verzichtet aufgrund seiner Bestimmung auf unnötige Elektronik. Das hat einen wesentlichen Vorteil. „Wenn etwas schiefgeht, kann man alle Teile im Baumarkt kaufen“, erklärt Brandon Daveler, führend für das mechanische Design verantwortlicher Student am HERL und selbst Tetraplegiker. Die somit leicht zu wartende Mobilitätshilfe könnte nach Ansicht der Forscher somit neben Wasserparks auch für andere Anwendungen, beispielsweise in Einkaufszentren oder auf Flughäfen, interessant sein.

Webseiten:
Human Engineering Research Laboratories (HERL) der University of Pittsburgh
Morgan’s Wonderland

(pte)

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