Studie: Die meisten Webseiten deutscher Hochschulen sind nicht barrierefrei

Sie verstoßen damit gegen gesetzliche Vorgaben. Außerdem gibt es große Sicherheitslücken.

Eine Studie offenbart Mängel bei den Webseiten deutscher Unis. (Foto: Shutterstock)

Eine Studie offenbart Mängel bei den Webseiten deutscher Unis. (Foto: Shutterstock)

Viele Websites von Hochschulen in Deutschland sind nur schlecht gegen Hackerattacken abgesichert und verstoßen gegen gesetzliche Vorgaben in Sachen Barrierefreiheit. Das hat eine Studie der +Pluswerk AG ergeben, die am Freitag in München veröffentlicht wurde. Bei den Webauftritten von 90 Hochschulen wurden kritische Sicherheitslücken entdeckt, die in der Regel auf den Einsatz einer veralteten und unsicheren Version des Content-Management-Systems TYPO3 zurückzuführen war.

Der Untersuchung zufolge war nur ein Bruchteil der geprüften Seiten nutzerfreundlich und zeitgemäß. So ließen sich die Webangebote kaum auf mobilen Endgeräten nutzen, die bei Abiturienten und Studierenden überwiegend zum Einsatz kommen.

„Einigermaßen fahrlässig“

Hochschulen müssten aus mehreren Gründen einen barrierearmen Webauftritt ausliefern. Aus rechtlichen Gründen sei dies formal vorgeschrieben. Aus Kundensicht sei dies aber auch anzustreben, um die Lesbarkeit aller Inhalte für alle Menschen zu ermöglichen. Lediglich 44 Hochschulen lieferten ihre Startseite fehlerfrei aus.
„60 Hochschulen produzierten dagegen mehr als 50 Fehlermeldungen auf
einer Seite, von denen sogar 24 mehr als 100 Fehler aufweisen.“

Es sei überraschend, dass die Webauftritte derartige Mängel aufwiesen, sagte Erwin Lammenett, ein Mitautor der Studie: „Es gibt eine Reihe von Tools, die vergleichsweise einfach einzurichten sind und dann Programmierqualität und Barrierearmut prüfen können.“ Dass mehr als die Hälfte aller Hochschulen mehr als zehn Fehler bei diesen Tests aufwiesen und damit gesetzliche Vorgaben ignorierten, sei „einigermaßen fahrlässig“.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Alexandra Görner

    und viele Schulen sind es erst recht nicht ! 🙁

    23. Oktober 2016 at 00:37

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