Studie: Ebola-Virus kann sich monatelang in Samenflüssigkeit halten

Weltgesundheitsorganisation warnt: „Es zeichnen sich immer mehr Gesundheitsprobleme ab, die Überlebenden drohen.“

Mikroskop-Aufnahme des Ebola-Virus (Foto: Frederick A. Murpy/Cdc)

Mikroskop-Aufnahme des Ebola-Virus (Foto: Frederick A. Murpy/Cdc)

Nach einer überwundenen Ebola-Erkrankung kann sich das Virus noch mindestens neun Monate in der Samenflüssigkeit halten. Das ist das vorläufige Resultat einer Studie, in der ein internationales Forscherteam in Sierra Leone 93 Überlebende einer Ebola-Erkrankung untersuchte. Generell sank die Viruslast nach sechs Monaten deutlich, wie die Forscher im „New England Journal of Medicine“ berichten. Weitere Tests sollen klären, was dies für das von den Menschen ausgehende Infektionsrisiko bedeutet. Solche Übertragungen seien jedoch selten, betonen die Forscher.

Partner/in nicht dem Virus aussetzen

„Es zeichnen sich immer mehr Gesundheitsprobleme ab, die Ebola-Überlebenden drohen“, sagte Tom Frieden, Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC, die an der Studie mitwirkte. „Diese Studie liefert wichtige neue Informationen zum Überdauern des Ebola-Virus in Samen und hilft uns, Überlebenden und ihren Angehörigen Empfehlungen zu geben, um gesund zu bleiben.“

Der Ebola-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bruce Aylward, sagte, Überlebende sollten noch sechs bis zwölf Monate unterstützt werden, um zu gewährleisten, dass ihre Partner dem Virus nicht ausgesetzt würden.

Erst in dieser Woche wurde bekannt, dass eine schottische Krankenschwester neun Monate nach ihrer vermeintlichen Heilung von Ebola erneut daran erkrankte. Der Fall sei Neuland, sagte der Virologe Ben Neuman von der Universität Reading der BBC. Es könne sein, dass das Virus sich an einen Ort im Körper zurückgezogen habe, wo das Immunsystem ihm nichts anhaben könne.

Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika wurden seit Ende 2013 mehr als 28.400 Erkrankungen registriert. Fast 11 300 Menschen starben laut WHO an der Erkrankung. In Sierra Leone wurden seit drei Wochen keine neuen Fälle bekannt. Das Land hofft, kommenden Monat für Ebola-frei erklärt zu werden.

(dpa)

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