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Studie: Viele Prostata-Operationen unnötig

Oft sind Inkontinenz und Impotenz die Folgen. Es gibt aber auch sanftere Therapien.

Darstellung der männlichen Geschlechtsorgane (Illustration: Elf Sternberg)

Darstellung der männlichen Geschlechtsorgane (Illustration: Elf Sternberg)

Viele Männer mit Prostatakrebs werden einer neuen Studie zufolge unnötigerweise operiert. Eine Untersuchung mit 3200 Patienten habe ergeben, „dass viele Operationen, die in Deutschland durchgeführt werden, unnötig sind“, sagte der Hauptautor, der Berliner Urologe Lothar Weißbach, dem Nachrichtenmagazin „Focus“. In der Untersuchung unterzogen sich 15 Prozent der Teilnehmer anstelle eines Eingriffs engmaschigen Kontrollen („aktive Überwachung“).

Bei den meisten dieser Betroffenen wurde innerhalb von zwei Jahren kein Eingriff erforderlich, wie es in der Studie heißt. Tatsächlich würden heute aber die meisten Männer mit einem vergleichsweise leichten Prostatakrebs operiert. Die Kernschlussfolgerung der Studie ist, dass dies unnötigerweise geschehe und vielen Patienten mit anderen Methoden besser geholfen wäre.

Nebenwirkungen Impotenz und Inkontinenz

Zu den möglichen Nebenwirkungen einer Operation zählen Impotenz oder Inkontinenz. Bei einem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko können Patienten auch auf andere Therapien ausweichen, neben der aktiven Überwachung kommen verschiedene Bestrahlungsverfahren in Betracht.

Auch die Vorsorgeuntersuchungen sind nicht unumstritten. So hatte der oberste deutsche Medizinkontrolleur, der Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Jürgen Windeler, die Tastuntersuchung nach Prostatakrebs als nach wissenschaftlichen Kriterien fragwürdig bezeichnet.

Die Ergebnisse der sogenannten HAROW-Studie zur Frage der Operationen und alternativen Methoden sollen in der kommenden Woche zunächst in Stockholm und dann auch in Berlin vorgestellt werden.

(dpa)

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