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Studie warnt vor neuer Volkskrankheit: Wie Smarthpones die Augen ruinieren

Für viele Menschen ist das mobile Telefon der ständige Begleiter. Die Folgen können jedoch gravierend sein. Von Joachim Mangler

Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone – und schon jetzt leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit. (Foto: Joachim Kirchner/pixelio.de)

Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone – und schon jetzt leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit. (Foto: Joachim Kirchner/pixelio.de)

Nur eine halbe Stunde, damit man sich mal unterhalten kann: Viele Eltern sind schon froh, wenn sie ihre Sprösslinge überreden können, ohne Smartphone in der Hand am Familienessen teilzunehmen. Kinder und Jugendliche verbringen Stunden, manche ganze Tage vor Bildschirmen – mit gravierenden Folgen: Einer Studie der Universität Mainz zufolge leidet mehr als die Hälfte der Abiturienten und Hochschulabsolventen unter Kurzsichtigkeit (Myopie). „Das wird noch weiter zunehmen“, warnt der Direktor der Augenklinik der Unimedizin Rostock, Prof. Anselm Jünemann.

Das Problem sei nicht nur die Smartphone-Nutzung, sondern auch die dadurch immer weniger im Freien verbrachte Zeit. Der Blick schweift nur noch selten in die Ferne. Beim permanenten Betrachten von Nahobjekten bekomme das Auge das Signal zu wachsen.

„Das Wachstum ist unumkehrbar“,

erklärt der Mediziner. Je höher die Dioptrienzahl, desto länger ist der Augapfel.

„Das ist wie bei einem Luftballon. Je stärker der aufgeblasen wird, desto dünner wird er.“

Das führe zu einer schlechteren Durchblutung und zur Degeneration der Netzhaut. Eine neue Volkskrankheit droht.

Experten sind skeptisch, dass die Botschaft ankommt

Der Berufsverband der Augenärzte teilt Jünemanns Einschätzung. Aber letztlich seien die Einflussmöglichkeiten der Mediziner gering, sagt Verbandssprecher Georg Eckert. „Eine allmähliche Bewusstseinsänderung muss stattfinden.“

Kinder und Jugendliche sollten wieder mehr Zeit draußen verbringen, am Tageslicht. „Wenn man die „Stubenhocker“ mit Draußenspielern vergleicht, ist die Kurzsichtigkeit bei den ,Stubenhockern‘ größer“, erklärt Jünemann. Jede im Freien verbrachte Stunde ist nicht nur gut für Herz und Kreislauf, auch die Augen erholen sich, wenn sie mal nichts Nahes fokussieren müssen. Helles Licht hemmt über den Botenstoff Dopamin zudem das Augenwachstum.

Was die Verbreitung von Smartphones angeht, ist Jünemann allerdings skeptisch und verweist auf die Fettsucht. Auch da seien alle Zusammenhänge bekannt, trotzdem steige die Zahl der Betroffenen unaufhörlich. Bei stark Fehlsichtigen komme hinzu, dass sie von einigen Berufen ausgeschlossen seien. „Möchten Sie gerne mit einem halbblinden Piloten fliegen?“, stellt er die provozierende Frage.

Suche nach Therapieansätzen

„Die Lufthansa beobachtet die Entwicklung genau“, sagt Airline-Sprecher Jörg Waber. Potenzielle Szenarien würden geprüft. Erstbewerber müssten eine Sehkraft von 100 Prozent vorweisen. Dabei sei eine Sehschwäche von plus oder minus drei Dioptrien möglich, die mit Brille oder Kontaktlinse korrigiert werden könne.

Die Einschränkung der Berufswahl ist für Jünemann der Hebel, um den Trend zu verändern. „Kinder verstehen viel, wenn man es erklärt.“ Es sei völlig ungeklärt, wie sich die Sehfähigkeit bei den heutigen jungen Fehlsichtigen bei anhaltender Fehlbelastung entwickelt. Wie viel sehen sie noch, wenn sie 50 oder 60 Jahre alt sind?

Vielleicht helfen dann Therapieansätze aus asiatischen Ländern, in denen Fehlsichtigkeit ein noch viel größeres Problem darstellt. Dort träufelt man sich eine 0,01-prozentige Belladonna-Lösung in die Augen. „Es funktioniert, wir wissen nur nicht wie“, sagt Jünemann.

(dpa/tmn)

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1 Kommentar

  • Yasemin

    Na Super. Und was genau hat das in einem Portal für senioren und Behinderte verloren?
    Oder meint man allen ernstes, hier würden junge Nutzer zur Prävention lesen?
    Hier lesen wohl sehbehinderte und blinde, evtl. auch aus Altersgründen.
    Und die erfahren gerade, dass sie ein Problem darstellen, weil die Leute nicht mit halbblinden Piloten fliegen möchten.

    7. Mai 2017 at 20:09

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