Studie zu Contergan-Skandal: Behörden waren überfordert

Entlastung? Am 20. Juni können Betroffene und ihre Angehörigen in Düsseldorf über die Erkenntnisse diskutieren.

Andreas Meyer ist einer von 800 in Nordrhein-Westfalen lebenden Contergan-Opfer. (Foto: Rolf Vennenbernd dpa/lnw)

Andreas Meyer ist einer von 800 in Nordrhein-Westfalen lebenden Contergan-Opfer. (Foto: Rolf Vennenbernd dpa/lnw)

Im Fall des Contergan-Skandals vor über 50 Jahren haben sich die Behörden des Landes Nordrhein-Westfalen nach damaligen Normen nicht rechtswidrig verhalten. Dieses Fazit zog Gesundheitsministern Barbara Steffens (Grüne) am Freitag bei der Vorstellung einer wissenschaftlichen Studie zur damaligen Rolle des Landes.

Politik und Behörden seien seinerzeit überfordert gewesen, sagte der Autor der Studie, Niklas Lenhard-Schramm. So habe es unter anderem keine rechtlichen Vorschriften zum Verbot von Arzneimitteln gegeben.
Auch gab es kein arzneimittelrechtliches staatliches Zulassungsverfahren.

Gesellschaftliche Verantwortung

Am 20. Juni können Betroffene und ihre Angehörigen in Düsseldorf über die Studie diskutieren. Steffens betonte, es gebe eine gesellschaftliche Verantwortung, die Betroffenen auch heute noch in ihren jetzigen Lebensbedingungen zu unterstützen. Es leben noch etwa 2400 Contergan-Geschädigte, rund 800 von ihnen in Nordrhein-Westfalen.

Das von werdenden Müttern eingenommene Schlafmittel Contergan der Firma Grünenthal hatte in den 1960er Jahren bei Tausenden Kindern zu schweren Missbildungen an Armen und Beinen geführt. Das Präparat war vom dem Pharmaunternehmen Grünenthal mit Unternehmenssitz in Stolberg bei Aachen (Nordrhein-Westfalen) auf den Markt gebracht worden.

(RP/dpa/lnw)

Hier können ROLLINGPLANET-Leser/innen eine Zusammenfassung der Studie downloaden:

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