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Sturz auf gewischter Treppe berechtigt nicht immer zu Schadenersatz

Das gilt auch dann, wenn es keine Warnschilder gibt.

Achtung, Rutschgefahr – solch ein Warnschild muss nicht immer sein, sagt das aktuelle Urteil (Foto: Engelbert Strauss)

Achtung, Rutschgefahr – solch ein Warnschild muss nicht immer sein, sagt das aktuelle Urteil (Foto: Engelbert Strauss)

Ein Sturz auf einer frisch gewischten Treppe berechtigt nicht automatisch zu Schadenersatz. Ist die Feuchtigkeit gut erkennbar, sind entsprechende Hinweisschilder nicht nötig. Das entschied das Oberlandesgericht Bamberg (Az.: 6 U 5/13), wie der Deutsche Anwaltverein mitteilt.

In dem verhandelten Fall war eine Frau an ihrem Arbeitsplatz auf einer frisch gewischten Treppe gestürzt und hatte sich das Handgelenk gebrochen. Von dem Reinigungsunternehmen forderte sie daher Schadenersatz und 10.000 Euro Schmerzensgeld.

Ihre Begründung: Erst nach dem Sturz habe sie erkannt, dass die Treppe feucht gewesen sei. Das Reinigungsunternehmen hielt dagegen: Es sei gut erkennbar gewesen, dass die Stufen nass waren.

Richter geben Reinigungsunternehmen recht

Vor Gericht hatte die Frau keinen Erfolg: Das Reinigungsunternehmen habe seine Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt, entschieden die Richter. Es müsse nur vor Gefahren warnen, die ein sorgfältiger Benutzer ohne entsprechenden Hinweis nicht erkennen könne. Dies sei hier aber nicht der Fall gewesen.

Außerdem werde die Treppe seit langem immer zu genau derselben Zeit geputzt. Das hätte der Frau bekannt sein müssen.

(dpa)

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