Super, mit Geld kann man alles kaufen – auch das ewige Leben

Der Milliardär Dmitry Itskov plant die Unsterblichkeit ab 2045. Aber warum lässt der Mann uns so lange warten? Bis dahin sind doch die ollen ROLLINGPLANET-Redakteure schon alle tot.

Dmitry Itskov hat einen Plan (Foto: KAWA)

Der erst 31-jährige Russe Dmitry Itskov ärgert sich offensichtlich jetzt schon, dass er sein Geld nicht mit ins Grab nehmen kann. Der Mann, der den schmucken Beititel „Milliardär“ trägt, ist Gründer der Initiative 2045, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen bis zum Jahr 2045 unsterblich zu machen. Das soll funktionieren, indem das Bewusstsein nur noch in elektronischer Form existiert. Ob das so eine lebenswerte Existenzform ist, bezweifeln wir noch ein wenig. ROLLINGPLANET will aber Herrn Itskov nicht stoppen, und vielleicht begeistern sich dafür ja ROLLINGPLANET-Mitarbeiter, Blogger und Internetfreaks, die heute schon nur noch elektronisch existieren.

Um die Ziele zu erreichen, will Itskov ein globales Netzwerk aus Forschern errichten, die an der Erfüllung seines Traums arbeiten. Auch ein neues Forschungszentrum, das sich ausschließlich der Entwicklung der nötigen Technologien widmet. Eine eigene Partei soll für die richtigen Rahmenbedingungen eintreten.

Und so soll es gehen

Sieht ein wenig bescheuert aus, aber immerhin wären wir dann unsterblich: So sieht man als Mensch-Maschine-Hybrid aus (Foto: pixelio.de, P. Morales)

Die Ziele der Initiative 2045 sollen in vier Schritten erreicht werden. Bis zum Jahr 2020 soll es möglich sein, Roboter-Avatare via Gedankensteuerung zu kontrollieren. Schon 2025 sollen die Gehirne von Menschen, deren Körper kurz vor dem Kollaps stehen, in Roboter verpflanzt werden, was ihnen ein „aktives“ Leben ermöglichen soll. 2035 sollen Wissenschaftler bereits in der Lage sein, das menschliche Gehirn und Bewusstsein auf Computer zu kopieren und so in Roboter zu verpflanzen, was ein Weiterleben nach dem Tod ermöglichen soll. Vielleicht ja auch eine Methode für behinderte Menschen, die noch quicklebendig sind, sich aber nicht bewegen können.

Der Preis eines menschlich aussehenden Avatars soll sich durch Massenfertigung etwa im Bereich eines heutigen Kleinwagens bewegen. Der letzte und Namensgebende Schritt soll im Jahr 2045 erreicht sein: Unsterblichkeit durch rein in artifiziellen Medien existierende Menschen, die durch holografische Avatare repräsentiert werden.

Immerhin: Experten sind äußerst skeptsch. „Der erste Schritt ist als einziger realistisch, wobei die Jahreszahl vielleicht etwas zu optimistisch gewählt wurde. Bei den restlichen Vorhersagen handelt es sich um naive Fehlschlüsse. Das menschliche Bewusstsein ist unendlich komplex, die Annahme, es könne auf Maschinen übertragen werden, ist blauäugig“, sagt Reinhold Popp, Leiter des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg.

Wie Herr Itskov die Menschheit rettet

Itskov lässt sich trotz eines praktisch garantierten Scheiterns nicht von seiner Idee abbringen. Durch künstliche Existenz will er der Menscheit den Fortbestand sichern, unabhängig von eventuell lebensfeindlichen Bedingungen. Für den Milliardär ist das künstliche Bewusstsein der einzige Weg, eine konstante Weiterentwicklung der Spezies Mensch zu gewährleisten. Seine überaus optimistische Prognosen stützt er auf den bisherigen Verlauf der menschlichen Entwicklung.

„Zwar gab es öfter rasante Entwicklungen, für deren Vorhersage Menschen noch ein paar Jahre vor dem Eintreten ausgelacht worden sind, siehe Mobiltelefonie, aber die Verpflanzung des Bewusstseins ist schlicht zu komplex für eine solche Überraschung. Das klingt einfach nach einer Übersetzung des alten Alchemisten-Traums vom ewigen Leben in unsere moderne Zeit“, so Popp.

Itskov hat sein Vermögen übrigens mit Medien gemacht. ROLLINGPLANET hat eine Alternatividee: Stecken Sie ihr ganzes Geld in ROLLINGPLANET und die vielen anderen Initiativen für behinderte Menschen. Da werden Sie dann wirklich unsterblich, lieber Herr Itskov

(pte/RP)

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