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Suse – sicher und selbstbestimmt

Ziel des neuen Projekts ist, dass von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen mit Behinderung leichter Unterstützung erhalten.

Die bekannte Köchin Sarah Wiener ist Botschafterin des bff (Foto: Manincor)

Die bekannte Köchin Sarah Wiener ist Botschafterin des bff (Foto: Manincor)

„Das war für mich alltäglich…, dass körperliche Gewalt und auch geistige Gewalt einfach zum Leben gehört und ich mir da auch nie Gedanken drüber gemacht hab“, sagt eine Teilnehmerin der Studie „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ (2012).

Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgegebene Untersuchung (ROLLINGPLANET berichtete) nennt das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen mit Behinderung: Etwa jede zweite Frau mit Behinderung erlebt in ihrem Leben sexualisierte Gewalt, fast doppelt so häufig wie Nichtbehinderte erfahren behinderte Frauen körperliche und psychische Gewalt.

Keine konkreten Gegenmaßnahmen

Die Studie war ein Weckruf für Politik und Behindertenhilfe. Doch noch immer gibt es zu wenige konkrete Gegenmaßnahmen, beklagt der bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Er hat deshalb das Projekt „Suse – sicher und selbstbestimmt“ gestartet.

Der bff arbeitet in den kommenden drei Jahren mit fünf Regionen zusammen, in denen inklusive Kompetenz-Netzwerke gegen Gewalt initiiert werden sollen: In Schleswig-Holstein (Region Ost-Holstein), in Nordrhein-Westfalen (Meschede – Hochsauerlandkreis), in Niedersachsen (Stadt und Landkreis Göttingen) und in Hessen (Wetteraukreis und Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Barrieren und fehlende Informationen

Behinderte Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben, nutzen zu selten die Angebote der Fachberatungsstellen, so der bff. Das liege an Barrieren und fehlenden Informationen, aber auch an mangelnder Vernetzung: „Fachkräfte der Behindertenhilfe kennen sich mit den Angeboten der Anti-Gewalt-Arbeit oft nicht aus, und Beraterinnen wissen zu wenig über das Leben behinderter Frauen“, so die Suse-Projektmitarbeiterin Rebecca Maskos.

„Nur wenn bestehende Hilfesysteme sich öffnen und alle zusammenarbeiten, kann Inklusion zur Realität werden“, ergänzt Projektkollegin Katharina Göpner. Das inklusive, von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Suse – sicher und selbstbestimmt“ soll viele Akteure zusammenbringen: Zum Beispiel betroffene Frauen, Beraterinnen, Mitarbeiter/innen aus Wohnheimen und Werkstätten der Behindertenhilfe, Ärzt/innen und Therapeut/innen.

Weitere Informationen: www.frauen-gegen-gewalt.de/projekt-suse.html

(RP/PM)

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