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Tabellenführer RSV Lahn-Dill deklassiert Jena Captus

RSV-Kapitän Johnson (links) im Duell mit US-Guard Michael Kay (Foto: Armin Diekmann)

Rollstuhlbasketball-Bundesliga, 15. Spieltag: Rumpfteam aus Jena kommt in Wetzlar unter die Räder – die Gastgeber gewinnen mit 100:40 gegen die ersatzgeschwächten Gäste. Zwickau setzt sich nur mit großer Mühe gegen Frankfurter durch.

RSV LAHN DILL – JENA CAPTUS: 100:40

Eigentlich war nach vier Minuten schon alles klar

(aj) Der RSV Lahn-Dill, Tabellenführer der Rollstuhlbasketball-Bundesliga, hat am Samstagabend einen klaren 100:40 (27:8/48:18/88:20)-Heimsieg gegen einen allerdings stark ersatzgeschwächten Gast aus Jena gefeiert. Damit verteidigten die Mittelhessen auch am 15. Spieltag erfolgreich ihren Platz eins im Fernduell mit Erzrivale RSC-Rollis Zwickau, der zeitgleich in Frankfurt erst in der Verlängerung die Oberhand behalten konnte.

Die knapp 900 Zuschauer in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle mussten neben Santiago Mora und Topscorer Ahmet Coskun zwar auch auf den Ex-RSVler Lars Christink verzichten, bekamen dafür aber einen RSV Lahn-Dill zu Gesicht, der auf dem Weg in die Playoffs nicht eine Sekunde vom Gas ging. Die durch eine Grippewelle stark dezimierten Thüringen sahen sich gleich zu Beginn einem enorm druckvoll agierenden Gastgeber gegenüber, der nach nur vier Spielminuten bereits mit 10:0 in Front lag.

Steve Serio nach wenigen Sekunden, zweimal Center Dirk Köhler, Michael Paye und Kapitän Joey Johnson trugen sich so bereits in der Startphase erfolgreich in die am Ende
eindeutige Statistik ein.

Jena Caputs: 36 Ballverluste

Immer wieder war der seines Führungsduos Christink-Coskun beraubte Gast dem immensen Druck der RSV-Verteidigung nicht gewachsen, hatte enorme Schwierigkeiten überhaupt ein geordnetes Angriffsspiel aufzuziehen und beklagte so im gesamten Verlauf der Partie 36 Ballverluste. Die Mannschaft von Trainer Nicolai Zeltinger ihrerseits nutzte die erzwungen hohe Zahl dieser Ballgewinne zu einem temporeichen Fastbreak-Spiel und schraubte das Ergebnis bis zur Halbzeitpause über 22:6 (9.) und 39:12 (15.) auf 48:18 nach oben. Insbesondere das Auge der beiden US-Boys Paye und Serio mit zusammen 13 Assists und die Lufthoheit mit einem Rebound-Verhältnis von 32:22 durch die Center Johnson, Köhler und Felix Schell machte in dieser Phase den deutlichen Unterschied zwischen dem Titelaspiranten und dem angeschlagenen Kellerkind.

Nach dem Seitenwechsel nahm der achtfache Meister dann die Einhundert-Punkte-Schallmauer ins Visier. Wieder mit der etatmäßigen Startformation aus der Kabine kommend brannte das Zeltinger-Team nun ein wahres Feuerwerk ab, bei dem der spätere Topscorer Dirk Köhler und seine US-amerikanischer Teamkollege Steve Serio jeweils 13 Punkte allein in diesem Viertel markierten. So hatten die Besucher bereits nach absolvierten 30 Spielminuten den angepeilten „Hunderter“ bereits vor Augen. Doch diesen
wollte das Rumpfteam aus Jena nicht kampflos akzeptieren. Mit viel Moral wehrten sich die Gäste aufopferungsvoll und wurden durch einen eigenen 11:6-Lauf zum 31:94 (34.) für ihren Kampfgeist belohnt.

Doch auch der RSV wollte sein Ziel nicht aus den Augen verlieren und erzielte letztlich durch Nationalspielerin Gesche Schünemann zweieinhalb Minuten vor der
Schlusssirene den von den Fans ersehnten einhundertsten Punkt zum 100:31-Zwischenstand. Die letzten Minuten gehörten dann aber wieder den Jena Caputs, die das Viertel unter dem Strich mit 20:12 gewannen, auch wenn das Endresultat dennoch eine klare und eindeutige Sprache spricht.

Mit den Gedanken bereits bei Zwickau

„Auch wenn es sich merkwürdig anhört, aber auch für mein Team war das Spiel gegen einen derart dezimierten Kontrahenten nicht leicht. Ich bin mit der fast durchgehend hohen Konzentration im Spiel meiner Mannschaft zufrieden, muss aber vor allem der tapfer kämpfenden Rumpftruppe aus Jena meinen Respekt zollen“, so RSV-Trainer Zeltinger nach der Partie. Vor dem Topspiel am 25. Februar zuhause gegen den Erzrivalen Zwickau, hat seine Mannschaft nun am kommenden Samstagabend die Chance, für die im November erlittene Heimniederlage gegen den USC München in der bayrischen Landeshauptstadt Revanche zu nehmen.

Lahn-Dill: Dirk Köhler (28), Steve Serio (23), Joey Johnson (12), Michael Paye (10), Felix Schell (9), Gesche Schünemann (8), Thomas Gundert (6),
Thomas Böhme (2), Jan Haller (2), David Amend, Wataru Horie, Mina Mojtahedi.

Jena: Michael Kay (11), Marcus Kietzer (9), Mehmet Hayirli (8), Franziska Vogel (6), Matthias Heimbach (4), Torsten Schüler (2), Mathias Brühl, Stephanie Heinecke.

RSV BASKET SALZBURG – USC MÜNCHEN: 61:69

München hat Schwierigkeiten, wird aber seiner Favoritenrolle gerecht

(TF) – Der Gast reiste ohne Europameisterin Johanna Welin und Co-Trainer und Spieler Markus Haberkorn an und kamen nur langsam ins Spiel. Mit einer 31:28 Führungfür die Münchner ging es in die Halbzeit. In der zweiten Hälfte konnten die Münchner um Kapitän Benjamin Ryklin dann ihren Vorsprung ausbauen, vor allem auch Dank einer guten Freiwurfquote von Vize-Europameister Sebastian Magenheim. Nächsten Samstag gastiert der Meister aus Lahn-Dill in München. Anwurf ist um 17 Uhr in der Säbener Halle.

15. SPIELTAG IM ÜBERBLICK

Ergebnisse

RSV Lahn-Dill – Jena Caputs: 100:40 (48:18)
Hannover United – Köln 99ers: 56:74 (23:37)
Oettinger RSB Team Thüringen – Immovesta Dolphins Trier: 77:59 (41:35)
Mainhatten Skywheelers – RSC-Rollis Zwickau: 64:70 (28:38)
RSV Basket Salzburg – USC München: 61:69 (28:30)

Tabelle

(in Klammern Anzahl der Spiele)

1. RSV Lahn-Dill (15) 28:2
2. RSC-Rollis Zwickau (15) 26:4
3. USC München (15) 20:10
4. Oettinger RSB Team Thüringen (15) 20:10
5. Mainhatten Skywheelers (15) 18:12
6. Immovesta Dolphins Trier (15) 14:16
7. Köln 99ers (15) 14:16
8. RSV Basket Salzburg (15) 4:26
9. Jena Caputs (15) 4:26
10. Hannover United (15) 2:28

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