Tatort „Totenstille“: Striesow ermittelt als Kommissar in der Welt der Gehörlosen

Gebärdensprache, Sex & Julia Probst – am Sonntag, 24. Januar 2016 (20.15 Uhr), in der ARD.

In ihrem fünften Fall „Totenstille“ kommen die zwei Saarbrücker Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow, Foto) und Lisa Marx (Elisabeth Brück) mit gehörlosen Menschen in Kontakt. Die Ermittlungen im Kreis der Gehörlosen erweisen sich aufgrund der Kommunikationsbarrieren zunächst als holprig, doch Stellbrink fühlt sich bald in die Gebärdensprache ein. (Foto: SWR)

In ihrem fünften Fall „Totenstille“ kommen die zwei Saarbrücker Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow, Foto) und Lisa Marx (Elisabeth Brück) mit gehörlosen Menschen in Kontakt. Die Ermittlungen im Kreis der Gehörlosen erweisen sich aufgrund der Kommunikationsbarrieren zunächst als holprig, doch Stellbrink fühlt sich bald in die Gebärdensprache ein. (Foto: SWR)

Devid Striesow lernt Gebärdensprache (und ist begeistert). In „Totenstille“ ermittelt der Saarbrücker „Tatort“-Hauptkommissar Jens Stellbrink – wie gewohnt mit roter Vespa und Helm – in der Welt der Gehörlosen. Um die Sprache der Verdächtigen besser verstehen zu können, will er sich in seinem fünften Fall für den Saarländischen Rundfunk (SR) nicht allein der Dienste einer Dolmetscherin bedienen. Denn die Gehörlosen haben einen ganz eigenen Zugang zu den Dingen. „Am Ende sind wir doch immer die Verarschten“, sagt Ben Lehner (Benjamin Piwko), einer der Hauptverdächtigen im Film.

„Totenstille“ läuft am 24. Januar um 20.15 Uhr in der ARD. Mit der Krimi-Folge hat Regisseur Zoltan Spirandelli eine solide Arbeit abgeliefert. Die Geschichte beginnt in einem Saarbrücker Hotel. Während des Leichenschmauses zur Beerdigung des Leiters einer Gehörlosenschule stirbt einen Stock höher eine Frau beim Sex und wird später aus der Saar gezogen. Als auch eine Frau aus der Gehörlosengruppe ermordet wird, entdeckt Stellbrink die Verbindung.

Julia Probst arbeitete am Drehbuch mit

Das Buch stammt von Grimme-Preisträger Peter Probst unter Mitarbeit und Fachberatung von der gehörlosen Lippenleserin und Bloggerin Julia Probst. Auf ihrer Seite Augenschmaus erzählt sie: „Es ist ja kein Geheimnis mehr, aber ich möchte ganz gerne auch hier erzählen, was mich im Jahr 2015 so beschäftigt hat: Ich habe eine Anfrage bekommen vom bekannten Drehbuchautor Peter Probst, ob ich ihm zur Seite stehen mag am Drehbuch für einen Tatort und ich habe dieses Angebot sehr, sehr, sehr gerne angenommen, nicht zuletzt weil die Zusammenarbeit mit Peter so unheimlich bereichernd und toll war.“

Wird verdächtigt: Kassandra Wedel als gehörlose Kassandra (Foto: SWF)

Wird verdächtigt: Kassandra Wedel als gehörlose Kassandra (Foto: SWF)

Striesow ermittelt seit 2013 in Saarbrücken. Die ersten Folgen hatten dem SR, dem nach Radio Bremen zweitkleinsten ARD-Sender, recht ordentliche Quoten gebracht – zwischen gut 8,3 und 9,5 Millionen Zuschauern bei den ersten drei Folgen und 6,48 Millionen beim traditionell weniger geschauten „Weihnachtstatort“ vor gut einem Jahr. Bei der Kritik kamen die weniger gut an und die Internet-Fan-Gemeinde reagierte bei den ersten beiden Folgen sogar mit einem Shit-Storm.

Der hat sich zwar gelegt, doch rangiert Ermittler Stellbrink weiter bei den Fans – zumindest im Internet – auf dem letzten Platz der Beliebtheitsskala. Striesow sieht die Kritik locker: „Am Anfang ist alles, was neu ist, gewöhnungsbedürftig. … Ich habe nicht die Angst, wenn etwas schiefgeht, sofort auszusteigen. Ganz im Gegenteil: Dann fängt für mich die Lust an, das Ding durchzubeißen“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“.

Ungewöhnlich viel Sex

Striesows Ermittlungspartnerin, Hauptkommissarin Lisa Marx (Elisabeth Brück), und Staatsanwältin Nicole Dubois (Sandra Steinbach) sehen auch in der neuesten Folge eher blass aus. „Macht der echt alles im Alleingang?“, fragt Polizistin Mia Emmrich (Sandra Maren Schneider) im Film ob Stellbrinks unkonventioneller Ermittlungsmethoden. Und Dubois stellt fest: „Kommunikation ist nicht gerade seine Stärke.“

„Totenstille“ ist für einen SR-„Tatort“ mit ungewöhnlich viel Sex gewürzt. Die erste Tote gibt es beim wüsten Liebesspiel. Und am Ende verguckt sich Stellbrink beim Tanz auf seiner Dachterrasse in die rothaarige gehörlose Kassandra (Kassandra Wedel). Die nächste Folge des SR-„Tatorts“ gibt es wahrscheinlich erst in einem Jahr.

(RP/Jörg Fischer/dpa/)

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