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„The Undateables“: Gelähmt, deformiert, autistisch – wer soll die denn lieben?

Der britische TV-Sender Channel 4 schockiert mit einer neuen Doku-Show.

The Undateables

The Undateables: Aufklärung oder quotenbringende Provokation? Wohl beides.

„Unsere Show“, behauptet Channel 4, will Behinderte als „Teil der Gesellschaft zeigen statt auf Unterschiede hinzuweisen“. „The Undateables“ (Die Nicht-Datebaren) begleitet körperlich oder geistig behinderte Menschen, die mit Hilfe einer Partnervermittlungsagentur und der Sendung ihre große Liebe finden wollen.

„Es ist eine erbauliche und fortschrittliche Serie, die das weltweite Bedürfnis nach Liebe thematisiert“, so der britische TV-Sender, der für seine provozierenden, aber teilweise höchst intelligenten Formate bekannt ist (siehe auch unseren Bericht Britischer Humor: “I’m Spazticus” – Comedy mit behinderten Menschen ).

Gestern abend wurde die erste Folge von „The Undateables“ ausgestrahlt, für die Channel 4 auf seine sonst übliche Werbung verzichtete. Die war vermutlich ohnehin nicht mehr notwendig.

Im Mittelpunkt der Premiere stand Richard – ein Auftakt, der von den TV-Machern nicht zufällig gewählt wurde. Richard hat das Asperger-Syndrom, das zum autistischen Spektrum gehört – am 2. April war der Weltaufklärungstag Autismus.

Im Vorfeld der Ausstrahlung gab es Empörung und heftige Kritik – jedoch auch Zustimmung, ebenso von Betroffenen. „Ich bin selbst von Geburt an körperlich behindert und sehe nichts Anstößiges an dieser Sendung. Es zeigt auf gute Weise die alltäglichen Probleme von Behinderten – und Liebe und Sex gehören eben auch dazu“, schreibt ein User im Internet. Außerdem wird argumentiert, dass alle Darsteller freiwillig mitmachten.

Unsere Überschrift ist ironisch gemeint.

Das sind die Undateables

Alle Fotos: Channel 4

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1 Kommentar

  • angelika

    Es folgen sicher wieder tausende Beschwerden und Meckerer.
    Für mich ist diese Sendung eine Normalität nach der wir alle schreien, jeder sucht sich seine Aktivitäten aus. Die einen gehen zu Bauer such Frau (für mich die reinste Deppen Sendung). Für Menschen mit Behinderung gab es das bis lang nicht. Jetzt sind wir dann auch mit dieser Sendung in der verplemperten Realität angekommen. Wer hat je behauptet dass die Welt der Nichtbehinderten normal ist.
    Ich gehe davon aus das die MitmacherInnen nicht gezwungen wurden und nicht unter Medikamenteneinfluss an der Sendung teilgenommen haben sonder auf freiwilliger Basis, also ich nenne dies dann mal einfach selbstbestimmtes Leben.
    Sicher nicht meine Art einen Partner zu finden aber wer es denn so möchte soll es doch gerne tun.

    Wir wollen alles „all inclusive“ jetzt haben wir all inclusive sogar inclusive der verblödeten Realität.
    Und übrigens die Strumpfwerbung mit der blinden Frau fand ich auch richtig geil, wenn ich noch solche Körpermaße hätte, ich hätte die Werbung gerne gemacht. Leider kann ich nur noch als Michelin Weibchen Werbung machen mit meinen Rundungen

    Es grüßt euch the next Michelin Weibchen angelika

    4. April 2012 at 19:27

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