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Thomas Müller, wann sind Sie von behinderten Menschen überfordert?

Ein schnelles ROLLINGPLANET-Interview mit dem Torschützenkönig der Fußball-WM 2010, der vor einigen Tagen sein Engagement für die Special Olympics bekannt gab.

Thomas Müller

Thomas Müller (Foto: Bayern München)

Jung, dynamisch – und vor allem keine Phrasen: Thomas Müller ist einer der sympathischsten Kickerstars, die für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Ab sofort und in den kommenden zwei Jahren setzt er sich als Fußballbotschafter von Special Olympics Deutschland (SOD) für Menschen mit geistiger Behinderung ein. ROLLINGPLANET berichtete: So seriös war Thomas Müller noch nie.

Warum macht er das eigentlich? Das wollten wir von dem Torschützenkönig der Fußball-WM 2010 selbst erfahren. Unmöglich, hörten wir im Vorfeld: Der FC Bayern München ist gerade in der heißen Phase der Saison mit Englischen Wochen und fiebert einem möglichen Champions League-Finale gegen Barcelona entgegen (nachdem die Deutsche Meisterschaft abgeschrieben ist).

Thomas Müller hat ROLLINGPLANET trotzdem ein – aufgrund der knapp bemessenen Zeit – schnelles Interview gegeben. Es beweist: Wenn es um behinderte Menschen geht, ist Müller – sonst für seine originellen Sprüche bekannt – so ernsthaft wie sonst nicht. Schade eigentlich.

Warum setzen Sie sich speziell für die Special Olympics Deutschland ein und nicht für irgendeine andere Organisation?

Ich bin davon überzeugt, dass den geistig behinderten Sportlern einfach zu wenig Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird, obwohl sie auch tolle sportliche Leistungen bringen. Ich will dabei helfen, dass durch meine Bekanntheit diese Sportler besser wahrgenommen werden.

Wie kam es zu diesem Engagement?

Mein Management bekommt sehr viele Anfragen von sozialen Einrichtungen. Es ist sehr schwer, sich für oder gegen etwas zu entscheiden, da jede Einrichtung und jeder soziale Zweck sinnvoll ist. Nachdem die Special Olympics 2012 in München sind und ich mich dann intensiver mit dem Thema beschäftigt habe, entschied ich mich dann, mich dafür zu engagieren.

Welcher Fußballer beeindruckt Sie wegen seines sozialen Engagements am meisten?

Philipp Lahm engagiert sich mit seiner Stiftung wahnsinnig stark (Anm.d.Red.: Philipp Lahm-Stiftung für Sport und Bildung). Dies beeindruckt mich wirklich, da wir ja als Profisportler auch sehr viel unterwegs sind, viele Termine haben und auch immer mehr unter Druck stehen.

An welchen ersten Kontakt zu einem behinderten Menschen erinnern Sie sich?

Der FC Bayern hat natürlich auch viele Fans, die behindert sind. Beim Training und bei den Spielen sind zum Beispiel auch immer viele Rollstuhlfahrer vor Ort, die uns super unterstützen.

Bei welcher Situation mit einem behinderten Menschen könnten Sie sich vorstellen, zunächst einmal ratlos oder überfordert zu sein?

Über die neuen Medien werden mir extrem viele Schicksale angetragen, die ich unterstützen soll. Wenn man die Briefe und Emails liest, schockieren einen Dinge natürlich schon und zeigen mir, welch privilegiertes Leben ich führen darf. Dennoch haben mir viele Situationen mit behinderten Fans gezeigt, dass diese am meisten ein normales Miteinander schätzen. Ein freundliches Lächeln, ein Autogramm, einen netten Gruß – alles Dinge und Gesten, die man natürlich ohne Probleme machen kann.

Wir haben seinerzeit unsere Nachricht über Ihr SOD-Engagement auf Ihrer Facebook-Seite gepostet. Mario Gomez war der erste Bayernspieler, der dafür „Gefällt mir“ geklickt hat. Wir stellen uns gerade vor, worüber Sie und Ihre Kollegen sich in der Kabine so unterhalten, wenn das Spiel vorbei ist… Bei welchem Thema und weshalb kennen sich die Bayernspieler am besten aus?

Natürlich kennen wir uns über Fußball am besten aus. Nachdem wir jedoch auch über 100 Tage im Jahr gemeinsam unterwegs sind, tauschen wir uns selbstverständlich auch über normale und tiefgründige Themen aus.

So unbekümmert, wie Sie im Fernsehen erscheinen, können Sie doch gar nicht sein. Welche Situation würde Ihnen wirklich Kummer bereiten?

Schicksale im Freundes- und Verwandtenkreis würden natürlich auch mir Kummer bereiten. Auch wenn ich immer versuche, so locker wie möglich mit allem umzugehen.

Was ist für Sie Glück?

Jeden Morgen sorgenfrei und gut gelaunt aus dem Bett aufzustehen.

Pech für den FC Bayern München, seine Fans und Sie: Arjen Robben hat vergangene Woche im Spiel gegen Dortmund die Deutsche Meisterschaft per Elfmeter verballert. Gemein gefragt: Was können die Sportler der SOD trotzdem von Herrn Robben lernen?

Der Sport ist oft ein gutes Beispiel fürs Leben. Hinfallen kann man immer mal, aber man muss im nächsten Moment auch wieder aufstehen und neue Ziele ins Visier nehmen.

Vielen Dank für das Interview.

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3 Kommentare

  • Mario Gerth (via Facebook)

    Was soll die Frage? Der Mensch steht im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der wird die Frage doch nicht wahrheitsgemäß beantworten können.

    16. April 2012 at 09:05
  • Tasso

    Nicht besonders spannend. Eure sonstigen Interviews sind sehr viel bissiger und besser.

    17. April 2012 at 19:17
    • Rollingplanet

      Leider waren die Bedingungen für dieses Interview restriktiv.

      17. April 2012 at 19:25

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