Thomas Urban neuer Generalsekretär des Deutschen Behindertensportverbands

Gibt es jetzt Hoffnung für ROLLINGPLANET? Erhalten wir künftig Antworten auf unsere Presseanfragen?

Die wahnsinnig professionelle Presseabteilung des Deutschen Behindertensportverbandes hat Präsident Friedhelm Julius Beucher (l.) erst mal ganz stylish die linke Hosentasche gefüllt, bevor sie ihn gemeinsam mit dem neuen Generalsekretär Thomas Urban vor das Schild der Geschäftsstelle in Frechen gestellt hat. (Foto: DBS)

Die wahnsinnig professionelle Presseabteilung des Deutschen Behindertensportverbandes hat Präsident Friedhelm Julius Beucher (l.) erst mal ganz stylish die linke Hosentasche gefüllt, bevor sie ihn gemeinsam mit dem neuen Generalsekretär Thomas Urban vor das Schild der Geschäftsstelle in Frechen gestellt hat. (Foto: DBS)

„Neuer Schwung mit neuem Generalsekretär“ verspricht der Deutsche Behindertensportverband in der Überschrift seiner jüngsten Pressemitteilung. Anlass dieses Versprechens: Thomas Urban leitet ab sofort die Geschäftsstelle des Deutschen Behindertensportverbands. Bedeutet das gar auch neuen Schwung in der kühlen Beziehung zwischen ROLLINGPLANET und dem DBS? fragen wir uns spontan. Seit Jahren schon ignoriert der DBS Presseanfragen von ROLLINGPLANET, vermutlich als Reaktion auf unsere Kritik am DBS, einem großen Verband mit aus unserer Sicht manchmal sehr verschlafenen Strukturen. Wird das nun besser, zumal Urban aus unserem kleinen Heimatdorf München kommt?

Endlich ist er also da, der neue Generalsekretär. Bisher war die Stelle rund drei Jahre lang nicht besetzt. Zum Amtsantritt gab’s für den 52-Jährigen bei seinem Amtsantritt in der Geschäftsstelle in Frechen symbolisch eine Schultüte, überreicht vom Präsidenten Friedhelm Julius Beucher. Ob etwas in der Schultüte drin war – oder der Inhalt sich bereits in Beuchers linker Hosentasche befand (siehe Foto oben) – vermag ROLLINGPLANET nicht zu beantworten.

Urban leitete zuletzt seit 2012 das Sportamt der bayerischen Landeshauptstadt. Begonnen hat der gebürtige Ulmer seine berufliche Karriere als persönlicher Referent des Generalsekretärs im Deutschen Leichtathletik-Verband. Anschließend zog es Urban 1992 zum Deutschen Alpenverein. Dort stieg der zweifache Familienvater 2002 zum Hauptgeschäftsführer auf. In dieser Zeit verdoppelten sich die Mitgliederzahlen auf über eine Million, und Urban stemmte mit seinem Team die daraus resultierenden Herausforderungen.

Besagten neuen Schwung erhofft sich auch der DBS mit der Wiederbesetzung der Position des Generalsekretärs. „Dafür haben wir den Richtigen gefunden. Thomas Urban hat vielfältige Erfahrungen gesammelt, kennt die Verbandsstrukturen ebenso wie den Sport und verfügt über ein sehr gutes Netzwerk. Er wird neue Impulse setzen, die den Behindertensport in Deutschland voranbringen“, ist Präsident Friedhelm Julius Beucher überzeugt.

Die Geschäftsstelle des DBS mit ihrem neuen Chef Thomas Urban (m.). (Foto: DBS)

Die Geschäftsstelle des DBS mit ihrem neuen Chef Thomas Urban (m.). (Foto: DBS)

„Ich freue mich auf die spannende Aufgabe“

Urban betont naturgemäß seinen Tatendrang: „Ich freue mich auf die spannende Aufgabe, den Behindertensport in Deutschland gemeinsam mit meinem Team voranzubringen. Gleichzeitig gilt diesem Team auch mein Dank für die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren.“ Mit den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro liege ein spannendes Jahr vor dem DBS. „In Brasilien werden unsere Spitzensportler um Medaillen kämpfen, doch auch wieder um mehr Aufmerksamkeit für ihre großartigen Leistungen. Diese Faszination, die von den Spielen ausgeht, wollen und müssen wir nutzen für den gesamten Behindertensport in Deutschland.“

Schließlich habe der Verband mehr als 640.000 Mitglieder in über 6200 Vereinen, die dort Breiten-, Präventions- und Rehasport betreiben und von über 40.000 Übungsleitern betreut werden. „Der DBS ist ein unverzichtbarer Bestandteil für den Rehasport in Deutschland. Gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sind diese Angebote von großer Bedeutung“, erklärt der neue Generalsekretär.

Behindertengerechte Sportanlagen benötigt

Ein wichtiges Thema sei auch die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung am Alltagsleben und damit auch am Sportleben: die Inklusion. „Doch dafür“, sagt Urban, „brauchen wir auch behindertengerechte Sportanlagen“. Der Deutsche Olympische Sportbund habe erst kürzlich wieder Zahlen veröffentlicht, dass sich in Deutschlands Sportstätten ein Sanierungsbedarf von rund 42 Milliarden Euro aufgebaut hat. „Einerseits brauchen wir dringend moderne Sportstätten, andererseits muss es sich unbedingt auch um einen behindertengerechten Ausbau handeln“, so Urban.

Aus eigener Erfahrung beim Sportamt in München wisse er, dass in den Städten und Gemeinden häufig Unkenntnis darüber herrsche, wie ein solcher inklusiver Ausbau umgesetzt wird. „Sportstätten sind die Basis, ob für den Breiten- oder den Leistungssport. Nur mit einem dichten Netz an gut ausgebauten Sportstätten gelingt es, Bewegung teilweise überhaupt erst zu ermöglichen und den Spaß daran zu fördern. Für die Kommunen müssen Sportstätten aber auch finanzierbar sein – und für Menschen mit Behinderung nutzbar.“

Öffentliche Aufmerksamkeit steigern

„Die öffentliche Aufmerksamkeit rund um den Behindertensport weiter steigern und mit dazu beitragen, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um den Sport auch ausüben zu können“

sind für Thomas Urban wichtige Grundpfeiler für die Zukunft des Behindertensports. „Menschen mit Behinderung müssen wissen, welche Sportangebote es für sie gibt und welche Möglichkeiten wir gemeinsam mit unseren 17 Landes- und zwei Fachverbänden bieten. Das ist aus verschiedenen Blickwinkeln von großer Bedeutung: von der Gewinnung von neuem Nachwuchs über Gesundheit und mehr Lebensqualität im Rahmen des Breiten- und Rehasports bis hin zur Förderung des Leistungssports.“

Ganz prima, Herr Urban, das finden wir auch. Wir hätten da einen Tipp für Sie und Ihr Team, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu steigern und Menschen mit und ohne Behinderung über die Möglichkeit des Behindertensports zu informieren. Wie wäre es zum Beispiel, Presseanfragen von ROLLINGPLANET zu beantworten? Wir wünschen Ihnen einen guten Start!

(RP/FS)

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