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Thüringen: Kabinett beschließt doch Schulkonzept für Inklusion

So wie der Kultusminister kann man es auch sagen: „Tempo raus, Qualität rein“.

Inklusion in Thüringen: Weniger Tempo – und hoffentlich nicht mehr Taschentücher, wenn einem wegen des Rumeierns die Tränen kommen

Inklusion in Thüringen: Weniger Tempo – und hoffentlich nicht mehr Taschentücher, wenn einem wegen des Rumeierns die Tränen kommen

Die Thüringer Landesregierung hat am Dienstag das Schulkonzept zum gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern beschlossen – nachdem vor knapp zwei Wochen die Entscheidung nach heftigen Diskussionen vertagt worden war.

Wie ROLLINGPLANET berichtete (siehe Links ganz unten), hatten insbesondere die von der CDU geführten Finanz- und Bauressorts auf Nachbesserungen bei dem von Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) vorgelegten Plan gedrängt.

„Die CDU blockiert mittlerweile, wo sie nur kann“, kommentierte anschließend Astrid Rothe-Beinlich, bildungspolitische Fraktionssprecherin der Grünen. Dies zeige, dass „CDU und SPD bei der Bildungspolitik so gut wie gar nicht zusammenpassen“.

Der Entwicklungsplan zur Inklusion sei eine große Herausforderung in der Bildungspolitik, sagte Matschie heute in Erfurt. Ziel sei es, die regionalen Unterschiede an den Schulen zu berücksichtigen und den Kindern die besten Zukunftschancen zu ermöglichen. „Tempo raus, Qualität rein“, fügte er hinzu.

Große regionale Unterschiede

Derzeit werden in Thüringen fast 28 Prozent der lern- oder körperlich behinderten Schüler in allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Dem Konzept zufolge gibt es in den kreisfreien Städten und Landkreisen große Unterschiede bei der Inklusionsquote. So erreicht Suhl nur einen Wert von 7,9 Prozent, während die Schulen im Ilmkreis und in der Stadt Jena das gemeinsame Lernen zu mehr als 60 Prozent bereits umsetzen.

Insgesamt seien für die Inklusion in den kommenden zehn Jahren rund 28 Millionen Euro nötig – für mehr Personal und entsprechende Baumaßnahmen , sagte Matschie. Bis 2018 würden 100 der insgesamt knapp 800 Schulen im Freistaat barrierefrei sein, fügte er hinzu. Das Konzept soll nun in den Landtag eingebracht werden.

(RP/dpa/th)

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