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Thüringen will Gehörlose finanziell unterstützen

Damit sollen Nachteile, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, kompensiert werden.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). (Foto: dpa)

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). (Foto: dpa)

Die rund 1900 tauben Menschen in Thüringen sollen künftig finanzielle Unterstützung nach dem Vorbild des Blindengeldes bekommen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Dienstag im Kabinett beraten. Dieser sehe eine monatliche Zahlung von 100 Euro vor, informierte das Sozialministerium in Erfurt. Damit sollen finanzielle Nachteile, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, kompensiert werden. Sozialministerin Heike Werner (Linke) nannte dafür als Beispiel Kosten fürs Gebärdensprachdolmetschen.

Rückwirkende Zahlungen geplant

Bisher erhalten in Thüringen nur Blinde und Taubblinde einen solchen Nachteilsausgleich. Das Blindengeld beträgt derzeit bis zu 360 Euro im Monat. Dass Gehörlose weniger erhalten sollen, begründete das Ministerium mit einem geringeren Grad der Sinnesbehinderung. Für Gehörlose gibt es solch eine finanzielle Hilfe laut Ministerium bisher nur in fünf anderen Bundesländern.

Das Gesetz soll Ende des Jahres in den Landtag eingebracht und 2018 beschlossen werden. Die Betroffenen sollen das Geld aber rückwirkend zum 1. Juli 2017 erhalten. Die Rede ist von Mehrkosten für die Landeskasse von rund 2,2 Millionen Euro im Jahr.

(dpa/th)

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