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Tom Buhrow: Beim WDR wird ein Unversehrter Intendant

Der bisherige „Tagesthemen“-Moderator ist nun stärkster Mann beim Westdeutschen Rundfunk. Behinderte? Da war doch was.

Die "tagesthemen" brauchen einen neuen Moderator, nachdem Tom Buhrow heute zum WDR-Intendanten gewählt wurde (Foto: NDR/ Dirk Uhlenbrock)

Die „Tagesthemen“ brauchen einen neuen Moderator, nachdem Tom Buhrow heute zum WDR-Intendanten gewählt wurde (Foto: NDR/ Dirk Uhlenbrock)

37 schriftliche Bewerbungen gab es, er ist es geworden: Tom Buhrow ist neuer Intendant des WDR und damit Nachfolger von Monika Piel, die Ende Januar überraschend ihren Rücktritt erklärt hatte.

Was man nun in allen Zeitungen nachlesen kann: Von den 47 anwesenden Rundfunkräten gaben 41 ihre Stimme an Buhrow. Management-Erfahrung fehlt dem Rheinländer, das wurde ihm vor der Wahl als Nachteil ausgelegt. Die Mitglieder des Rundfunkrates, die nun auf ein TV-Gesicht an der Senderspitze setzen, hat das nicht gestört. Nach dem WDR-Idol Fritz Pleitgen steht damit wieder ein Journalist an der Spitze des WDR. 2006 hatte Buhrow die Nachfolge von Ulrich Wickert als Moderator der „Tagesthemen“ angetreten.

Ein Fauxpas mit Oscar Pistorius

Was man in den Zeitungen nun nicht nachlesen kann: Behinderte? Richtig, da war doch was. Im August 2011 unterlief Tom Buhrow in den „Tagesthemen“ ein ordentlicher Fauxpas – „unversehrt“, so hatte er in einer Anmoderation die Konkurrenten des Sprinters Oscar Pistorius bezeichnet.

Ein Begriff aus dem vorigen Jahrhundert mit dem verbalen Charme einer Erste-Weltkrieg-Granate, der manch ein Zuschauer mit Behinderung (und auch solche ohne) verwundert schlucken ließ. Dabei hatte Buhrow noch ein Jahr zuvor den Preis „Gute Sprache“ der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik erhalten.

ROLLINGPLANET ist nicht nachtragend: Wir wünschen dem Unversehrten, dass er seine neue Tätigkeit (Spiegel: „Auf Buhrow wartet ein harter Job“) ganz unversehrt übersteht.

(RP)

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4 Kommentare

  • Sönke Franz

    Nun mal ruhig bleiben. Ich habe in einem Versehrtenwerk (so nannten die Einheimischen das BBW wo ich gelernt habe) gelernt und meinen Führerschein in einer Versehrtenfahrschule gemacht. Klar ist der Begriff altbacken. Das waren die Tagesthemen was erwartet ihr? Da finde ich alte Begriffe wie schwachsinng (Geistig Behindert) oder Mongolismus (Down Syndrom Tremosie 21) viel schlimmer

    29. Mai 2013 at 19:23
  • Rollingplanet

    Du weißt doch, wir regen uns gerne auf 🙂

    29. Mai 2013 at 20:23
  • Sönke Franz

    Ja klar. Aber ich fand mein Versehrtenwerk und die Versehrtenwerk immer „niedlich“ Als ich mal in einem Lehrbuch was von schwachsinnigen Mongoliden las (Das Buch war neu aufgelegt) habe ich den Verlag zusammengefaltet. Und BBW und Fahrschule waren ja umbenannt. Man bekam es aber nicht aus den Köpfen.

    29. Mai 2013 at 20:24
  • Regina Jung

    von wegen begriff aus dem vorigen jahrhundert … ich geh hier in wien auch im jahr 2013 regelmässig zum versehrtenschwimmen 😉 http://www.wien.gv.at/freizeit/baeder/angebote/seniorenschwimmen.html

    30. Mai 2013 at 18:34

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