""

Touristen sollen es nicht erfahren: Cholera in den Karibikstaaten

Kuba, Dominikanische Republik und Haiti sind von der Gallenbrechdurchfall-Krankheit betroffen.

Kapitol in Havanna (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Kapitol in Havanna (Foto: Dieter Schütz/pixelio.de)

Die diplomatische Vertretung der USA in Kuba hat vor einem möglichen Cholera-Ausbruch auf der Karibikinsel gewarnt. Es gebe Hinweise auf einen Ausbruch im Osten Kubas und Berichte über einzelne Fälle in der Hauptstadt Havanna, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung.

Die größte Gefahr für eine Ansteckung gehe von verunreinigtem Wasser aus. Auch die „üblichen Quellen“ wie unsachgemäß gekochter Fisch und rohe Meeresfrüchte stellen ein Risiko dar, wie es in dem Warnhinweis weiter hieß. Bürger sollten sich als weitere Schutzmaßnahme vermehrt die Hände waschen.

Auch ausländische Besucher angesteckt

Die US-Vertretung wies auf Informationen der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation OPS hin, derzufolge auch ausländische Besucher zu den Betroffenen zählten: Ein Italiener, zwei Venezolaner und zwei Chilenen hätten sich während ihres jüngsten Kuba-Aufenthaltes mit Cholera angesteckt.

Die Cholera galt in Kuba seit 1882 als ausgerottet. Im Sommer 2012 räumten die kubanischen Behörden ein, dass es mehr als 400 neue Fälle auf der Insel gebe – angeblich erstmals seit mehr als einem Jahrhundert. Anfang 2013 bestätigten die Behörden kursierende Gerüchte über 51 neue Fälle in der Hauptstadt Havanna.

Touristen werden nicht informiert

Die kubanischen Behörden überwachten die Krankheitsfälle weiterhin streng und untersuchten jeden Fall, hieß es von der OPS. Die Landesbehörden hätten jedoch bisher auf öffentliche Informationen zu den Fällen verzichtet, um keine Panik auszulösen, die dem Tourismus als wichtigem Wirtschaftszweig des Inselstaates schaden könne.

Auch in anderen Karibikstaaten wütet die Cholera, die mit schwerem Durchfall und Erbrechen einhergeht und so bei Betroffenen schnell zu Dehydrierung führt. So kämpft Haiti nach dem schweren Erdbeben 2010 weiter mit einer Epidemie, die bereits mehr als 7500 Menschen das Leben kostete.

Der Hurrikan „Sandy“, der im Herbst 2012 die Karibikinseln verwüstete, hat die Ausbreitung noch begünstigt. Auch im Nachbarstaat Haitis, der ebenfalls auf der Insel Hispaniola
gelegenen Dominikanischen Republik, wurden Erkrankungen bekannt.

(dpa)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

1 Kommentar

  • Carola

    Zum Thema „Touristen sollen es nicht erfahren: Cholera in den Karibikstaaten“ möchte ich hier gern eine kleine Ergänzung einbringen:
    Auf Cuba gibt es keine Cholera. Es handelte sich hier um einen Einzelfall, welcher sich darauf bezog, dass hunderte von cubanischen Ärzten nach Haiti geflogen sind, um die Cholera einzudämmen bzw. zu bekämpfen. Ein Arzt hatte sich leider infiziert, welches jedoch sogleich nach seiner Rückkehr festgestellt wurde, da die dortigen Ärzte -wie ebenso bei der Bekämpfung gegen Ebola – zunächst in Isolierstationen für eine Zeit müssen. Es gibt auf Cuba also keine Cholera, genausowenig wie es -entgegen der hiesigen Mitteilung – keine Meningitis gibt. Aus eingener Erfahrung wie auch durch Interess und Wissen an diesem Land kann ich ich dieses hier mit sehr gutem Gewissen mitteilen. Die Medien gebenoftmals vieles nicht so real wieder. Zur Ergänzung: cubanische Ärzte mit Einheimischen errichten , neben der Bekämpfung der Krankheiten – auch zahlreiche Krankenhäuser, arbeiten präventiv, und Unterrichten zahlreiche Kinder und Erwachsene um Schreiben und Rechnen zu lernen. Das finde ich sehr vorbildlich, zumal diese gesamten Leistungen kostenlos sind. Es war mir ein Anliegen, den Sachverhalt etwas richtig zu stellen. Übrigens, auf Cuba finden alle zwei Jahre die internationale Konferenz über die Rechte behinderter Menschen statt. Sehr lehrreich, und voller Lebensfreude. Lg. Carola

    11. Dezember 2014 at 19:25

KOMMENTAR SCHREIBEN