Tragischer Todesfall bei Deutschen Meisterschaften im Tischtennis

Paralympicssieger Jochen Wollmert wieder top. Til Schweiger und Dragoslav „Stepi“ Stepanovic nahmen Siegerehrungen vor.

Schauspieler Til Schweiger (vorne links) nahm die Siegerehrungen der Herren vor – assistiert wurde er dabei vom ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Trainer Dragoslav „Stepi“ Stepanovic (rechts). (Foto: Scholten)

Schauspieler Til Schweiger (vorne links) nahm die Siegerehrungen der Herren vor – assistiert wurde er dabei vom ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Trainer Dragoslav „Stepi“ Stepanovic (rechts). (Foto: Scholten)

Bei den Deutschen Einzelmeisterschaften im hessischen Heuchelheim bei Gießen rückte gegen Ende des Spielgeschehens am vergangenen Freitagabend das sportliche Geschehen in den Hintergrund: Herbert Pietsch, Vorstandsmitglied der DBS-Tischtennis Abteilung, erlitt auf dem Weg ins Hotel am Steuer einen Herzinfarkt und verstarb in der Nacht im Krankenhaus. Pietsch lebte den Tischtennissport und spielte selbst, solange seine Gesundheit es zuließ, zudem kannte niemand die Satzungen und Regelwerke so wie er.

Das Organisationskomitee beschloss am Samstagmorgen die Wettkämpfe in seinem Sinne weiterzuspielen, doch einige Spieler aus dem Norden, der Heimat Pietschs, zogen ihre Einzelmeldung zurück. Dennoch wurden in der Halle des TSF Heuchelheim weiterhin tolle sportliche Leistungen gezeigt.

Bei den Damen überragte Juliane Wolf (BSG Offenburg) mit dem Titel in der offenen Klasse und der kombinierten Wettkampfklasse 6-8, sowie einer Silbermedaille zusammen mit Lokalmatadorin Christine Lenke (TSF Heuchelheim) in der offenen Damen-Doppelkonkurrenz. Auch Marlene Reeg (TTG Büßfeld) stellte mit zweimal Gold bei den Damen der WK 9+10 und im Damendoppel mit Lena Kramm (BSV München) sowie Bronze in der offenen Klasse ihre Stärke eindrucksvoll unter Beweis. Silber gewann Lena Kramm (BSV München). In der WK AB gewann Newcomerin Kathrin Schanz (TTG Büßfeld) das Finale gegen die junge Marina Piske (BSG Neumünster).

Die offene Klasse der Herren konnte der Solinger Jan Brinkmann für sich entscheiden, Finalgegner Michael Roll (BSA SV Hoffeld) revanchierte sich jedoch in der WK 10, wo er Brinkmann auf Platz 2 verwies. Bei den Allgemein-Behinderten (WK AB) setzte sich Tobias Schneider (BSV München) gegen den Gelsenkirchener Mika Winnen durch, der dafür aber den Doppel-Wettbewerb in der WK AB mit Wilhelm Haneke (VSG Wuppertal) gewann. Yannik Rüddenklau (TTG Büßfeld) verteidigte seinen Titel in der WK 9 ohne Satzverlust und gewann in der offenen Klasse eine Bronzemedaille.

Zusammen mit Mateusz Krók (ebenfalls Büßfeld) holte Rüddenklau zudem Silber im Doppel der WK9, die Hessen verloren im Finale gegen Daniel Neumann und Gerrit Zucker (beide TSV Thiede). Für Johannes Urban (TSV Thiede) war das Wochenende ebenfalls erfolgreich: In der WK8 setzte er sich gegen seinen Doppelpartner Joshua Wagner (BSG St. Ingbert) durch, mit dem er im Doppel der WK 8 ebenfalls den Titel holte.

Jochen Wollmert wieder top

Paralympicssieger Jochen Wollmert gewann seinen 22. Titel im Einzel bei seiner 30. Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. (Foto: Scholten)

Paralympicssieger Jochen Wollmert gewann seinen 22. Titel im Einzel bei seiner 30. Teilnahme an Deutschen Meisterschaften. (Foto: Scholten)

Paralympicssieger und Welt-Fairplay-Preisträger Jochen Wollmert gewann in der WK 7 seinen 22. Titel im Einzel bei seiner 30. Teilnahme an Deutschen Meisterschaften und holte auch in der offenen Klasse Bronze sowie Silber im Doppel der WK10 mit Jan Brinkmann. Den Titel holten hier Ralf Meyer/Gerd Werner (BSG Offenburg / BSV Walldorf). In der WK 6 besiegte Thomas Rau (RBS Solingen) im Finale Klaus Mewes von Borussia Düsseldorf, der sich im Halbfinale gegen C-Kader Athlet Tim Laue (BSA SV Hoffeld) durchsetzte und so seine erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften gleich versilbern konnte. Auch den Doppelwettbewerb der WK6+7 gewann Thomas Rau mit Timo Himstedt (BSG Neumünster).

Ein Highlight bot der Samstag noch: Schauspieler Til Schweiger, der in Heuchelheim aufgewachsen ist, kam am Nachmittag in der Halle vorbei und nahm am Abend ebenso die Siegerehrungen der Herren vor – assistiert wurde er dabei vom ehemaligen Eintracht Frankfurt Spieler und Trainer Dragoslav „Stepi“ Stepanovic, der seit 2013 die hessische Landesauswahl im Behinderten-Fußball trainiert. Beide Ehrengäste nahmen sich im Anschluss viel Zeit für Fotowünsche.

(RP/PM)

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