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Was tun, wenn ich nicht schlafen kann? Tipps (nicht nur) für Hörgeschädigte

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Verena Bentele +++ Schwerbehindertenausweis: Brandenburg vereinfacht Online-Service +++ Stammzellen-Transplantation bei MS-Patienten

TAGEBUCH
DONNERSTAG, 6. APRIL 2017
Gesundheit

Was tun, wenn man nicht schlafen kann?

Dr. Maximilian Krinninger (Foto: Privat)

Dr. Maximilian Krinninger (Foto: Privat)

Doktor Maximilian Krinninger leitet seit 2015 die Abteilung für Hörgeschädigte im Klinikum für Psychiatrie, Sucht, Psychotherapie und Psychosomatik in Erlangen. „Wir wollen eine Oase für alle Gehörlosen sein – und das ganz ohne Dolmetscher“, so Krinninger. Seine Abteilung ist auf die Bedürfnisse von Gehörlosen ausgerichtet, für den direkten Kontakt mit Patienten üben alle Mitarbeiter immer weiter das Gebärden.
Unser Schlafbedarf ist sehr individuell. Manche kommen mit fünf Stunden Schlaf aus, andere brauchen bis zu neun oder zehn Stunden. Auch die Ursachen von Schlafstörungen sind unterschiedlich. Häufig spielen Stress und eigene Lebensgewohnheiten eine zentrale Rolle.
In einem heute veröffentlichten Interview mit Deafservice gibt der Mediziner und Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie Tipps für einen gesunden Schlaf und berichtet über die Behandlungsmöglichkeiten bei Schlafstörungen und Schlafkrankheit. Bei starken Schlafstörungen empfiehlt er professionelle Hilfe bei Ärzten oder Psychologen zu holen. Sie können anhand gezielter Fragen entweder Entwarnung geben oder eine angemessene Behandlung anbieten. Unabhängig davon rät Krinninger: „Bleiben Sie nicht liegen, wenn sie nicht einschlafen können!“ Deafservice.de

Der ganz normale Wahnsinn

Im Bus: Rabiater Mann geht Rollstuhlfahrer an den Hals

Die Polizei sucht Zeugen für den Vorfall. (Foto: dpa)

Die Polizei sucht Zeugen für den Vorfall. (Foto: dpa)

Ein rabiater Fahrgast hat in einem Bus in Sindelfingen (Kreis Böblingen/Baden-Württemberg) einen Rollstuhlfahrer angepöbelt und am Hals gepackt. Wie die Polizei berichtet, war der Unbekannte, der in Begleitung einer Frau war und einen Rollator benutzte, gestern Nachmittag in der Arthur-Gruber-Straße in einen Bus der Linie 708 gestiegen. Während der Fahrt pöbelte er einen 69-jährigen Rollstuhlfahrer, der sich ebenfalls im Bus befand, an und packte ihn schließlich am Hals. Seine Begleiterin konnte den Mann schließlich beruhigen. Zeugen des Vorfalls sollen sich bei der Polizei in Sindelfingen unter 07031/697-0 melden. (POL)

Internet

Neue Webseite Reha.de gestartet

Neu im Netz: reha.de (Screenshot)

Neu im Netz: reha.de (Screenshot)

Die neue Webseite Reha.de versteht sich als Informationsportal, auf dem Ärzte, Therapeuten und Sozialdienste mit Patienten zusammentreffen sollen. Unabhängig ist das Angebot indes nicht: Betreiber ist die Wessel Gruppe, ein Betreiber von Rehabilitationskliniken. Wessel verspricht: „Der Navigator zeigt Ihnen, wo eine Rehabilitation beginnt, wie sie durchgeführt wird und was Sie erwartet. Informationen statt Illusionen.“ reha.de

MITTWOCH, 5. APRIL 2017
Ausgezeichnet

Verena Bentele erhält DJK-Ethik-Preis

Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen (Pressefoto: Tom Maelsa)

Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen (Pressefoto: Tom Maelsa)

Die zwölfmalige Paralympics-Siegerin und Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Verena Bentele ist um eine Auszeichnung reicher. Für ihr Bemühen, „durch Inklusion Brücken zu bauen und Barrieren abzubauen“, erhielt die 35-Jährige den DJK-Ethik-Preis des katholischen Sportverbandes. Erst eine Woche her ist es, dass Bentele wegen ihres Engagements für Inklusion und Behindertensport den German Paralympic Media Award Sonderpreis 2017 erhielt. ROLLINGPLANET, RP Online

Abstellgleis

Viele Demenzkranke in Heimen nehmen Mittel gegen Schizophrenie

Fast jeder zweite Demenzkranke in deutschen Altersheimen (43 Prozent) bekommt Medikamente gegen Wahnvorstellungen und Schizophrenie. Das geht aus dem Pflege-Report 2017 der Krankenkasse AOK hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. „Der Nutzen ist nicht besonders, aber dafür kaufen wir uns relativ viele Risiken ein“, sagte die Pharmakologin Petra Thürmann, die für den Report eine Untersuchung mit knapp 850 Heimbewohnern durchführte.
10 bis 20 Prozent der Patienten gehe es dank der sogenannten Neuroleptika zwar besser, aber es komme auch zu Todesfällen, Schlaganfällen und schlechterer Denkfähigkeit. Die meisten eingesetzten Medikamente seien gar nicht für Demente zugelassen. (dpa)

Geburtstagskind

NS-Opfer Dorothea Buck wird 100 – und kämpft immer noch für eine Reform der Psychiatrie

Die möglicherweise letzte Überlebende von „Euthanasie“ feiert heute ihren 100. Geburtstag (wir gratulieren!). Zwangssterilisation, Dauerbäder, Beruhigungsspritzen – in der NS-Zeit erlebte die psychisch erkrankte Dorothea Buck Schreckliches. Seither setzt sich die Hamburger Bildhauerin und Autorin unermüdlich für Veränderungen in der Psychiatrie ein. Ans Aufhören denkt sie nicht: „Solange ich noch gut beieinander bin und was erreichen kann, werde ich das weitermachen.“ ROLLINGPLANET

Paralympics-Siegerin

Vanessa Low legt Wettkampfpause sein

Paralympics-Siegerin Vanessa Low (Foto: EPA/Kerim Okten) hat wegen einer hartnäckigen Rückenverletzung, verbunden mit enormen Schmerzen, sogar erwogen, mit dem Sport aufzuhören. Glücklicherweise hat die Leichtathletin sich anders entschieden – mit einer Reha und einer Wettkampfpause in diesem Jahr will sie wieder fit werden. ROLLINGPLANET

DIENSTAG, 4. APRIL 2017
Gerichtsprozess

Bewährungsstrafe für Krankenschwester nach tödlichem Medikamenten-Irrtum

Eine Krankenschwester auf dem Weg zum Patienten. (Symbolfoto: JMG/pixelio.de)

Eine Krankenschwester auf dem Weg zum Patienten. (Symbolfoto: JMG/pixelio.de)

Weil sie einer Patientin das falsche Medikament verabreicht hatte, ist eine 25 Jahre alte Krankenschwester vom Landgericht Frankfurt zu 18 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die Richter gingen beim Urteil am Dienstag von fahrlässiger Tötung aus. Die 63 Jahre alte Patientin war durch falsche Medikation verstorben. Die Patientin hatte einen Tumor an der Lunge und war gesundheitlich stark angeschlagen. Statt des Beruhigungsmittels Melperon erhielt sie von der Schwester den Drogenersatzstoff Methadon – wegen eines Lesefehlers der Fieberaufzeichnungen. Ein kurz darauf gegebenes Gegenmittel schlug beim geschwächten Körper nicht mehr an.
Der Krankenschwester wurde nicht nur der Lesefehler nachgewiesen. Schon mehrere Stunden vor der Medikamentengabe habe sie das vorgeschriebene Abgabeprotokoll ausgefüllt und damit den Kontrollmechanismus selber außer Kraft gesetzt, hieß es im Urteil. Für den tödlichen Herz-Kreislauf-Kollaps habe es keine andere Ursache gegeben.
Die Angeklagte hatte die Verwechslung der Medikamente eingeräumt, sonst aber geschwiegen. Laut Urteil war das Unglück weder auf die Arbeitsbelastung noch auf sprachliche Probleme der Krankenschwester aus Polen zurückzuführen: „Fieberkurve und Anweisungen hatte der Computer in Druckschrift ausgedruckt.“ Der Verteidiger hatte Freispruch beantragt, er geht voraussichtlich in Revision. (dpa)

Polio

Impfkampagne: Islamisten in Somalia entführen vier Freiwillige

Erste Grundimmunisierung gegen Polio-Viren (Foto: dpa)

Erste Grundimmunisierung gegen Polio-Viren (Foto: dpa)

Islamistische Terroristen in Somalia haben vier freiwillige Mitarbeiter einer Impfkampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entführt. Kämpfer der Terrorgruppe Al-Shabaab ergriffen die somalischen Helfer am Montag im Bezirk Luuq in der südwestlichen Region Gedo, wie ein örtlicher Militärkommandeur am Dienstag berichtete.
Ein WHO-Sprecher erklärte, die Organisation habe Berichte über einen entsprechenden Zwischenfall bei der Impfkampagne gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) erhalten. Es seien keine WHO-Mitarbeiter direkt betroffen. Die WHO kooperiert für die Durchführung der Impfkampagne mit den örtlichen Behörden. (dpa)

Bürgernähe

Schwerbehindertenausweis: Brandenburg vereinfacht Online-Service

Brandenburger können jetzt einfacher per Internet Schwerbehindertenausweise beantragen oder verlängern. Der schon länger bestehende Online-Service sei verbessert und ein neues Formular integriert worden, das einfacher aufgebaut sei, teilte das Landesamt für Soziales und Versorgung am Montag in Cottbus mit. Auf der Webseite http://www.lasv.brandenburg.de ist das Portal für Online-Dienste eingerichtet.
In den vergangenen zwei Jahren gingen den Angaben zufolge beim Landesamt jeweils mehr als 51 000 Erst- und Änderungsanträge zu Schwerbehinderungen ein. Annähernd 270.000 Brandenburger besitzen demnach einen gültigen Schwerbehindertenausweis. Das Landesamt hat seinen Hauptsitz in Cottbus, es gibt noch zwei Standorte in Frankfurt (Oder) und Potsdam mit Bürgerbüros. (dpa/bb)

Medizin & Netzwelt

Forscher fordern mehr Psychotherapie im Netz

Der große Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten kann nach Ansicht einiger Wissenschaftler nur online gedeckt werden. Der kanadische Psychiatrie-Professor Michael Krausz von der University of British Columbia sieht im Netz den einzigen Raum, in dem maßgeblich zusätzliche Kapazitäten für die Therapie geschaffen werden können. In einer Zeit, in der ohnehin mehr Menschen unter psychischen Belastungen litten, böten webbasierte Beratungs- und Therapieangebote neue Möglichkeiten, sagte Krausz. ROLLINGPLANET

Eurovision Song Contest

Streit von Ukraine und Russland: Kein Kompromiss in Sicht

Im erbitterten Streit zwischen der Ukraine und Russland um den Eurovision Song Contest (ESC) ist nach wie vor keine Einigung in Sicht. Ukraines Präsident Petro Poroschenko verteidigte trotz Sanktions-Drohungen der veranstaltenden Europäischen Rundfunkunion EBU das Einreiseverbot gegen die russische Kandidatin Julia Samoilowa (Foto: Ekaterina Lyzlova/AP/dpa). Die im Rollstuhl sitzende Sängerin darf nicht nach Kiew kommen, weil sie von Russland zu Auftritten auf die Krim gereist war. ROLLINGPLANET

Medizin

Stammzellen-Transplantation bei MS-Patienten offenbar erfolgreich

Die Resultate einer europäisch-amerikanischen Registeranalyse lassen aufhorchen – ihr zufolge profitieren Patienten mit progredienter MS von autologer Stammzelltransplantation. In einer Registeranalyse zeigten mehr als die Hälfte der Betroffenen nach drei Jahren keine Zeichen einer Progression. Im Median konnten die Patienten 6,6 Jahre nachbeobachtet werden. Nach fünf Jahren lebten immer noch 46 Prozent der Patienten ohne MS-Progression, definiert als stabile EDSS-Zunahme um mindestens einen Punkt. Von den zehn Patienten, die acht und mehr Jahre nachuntersucht werden konnten, blieben rund 30 Prozent progressionsfrei. Am stärksten profitierten Patienten mit schubförmigem Verlauf. Von ihnen lebten nach drei Jahren noch 82 Prozent ohne Progression, 73 Prozent waren es nach fünf Jahren. Ärzte-Zeitung

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