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NRW: Was eine mögliche neue Landesregierung in Sachen Inklusion plant

ROLLINGPLANET-Tagebuch: Donald Trump brutal +++ Behindertenheim brennt: Eine Tote +++ Inklusion +++ Rollstuhlbasketball +++ Barrierefreiheit +++ Sterbehilfe

TAGEBUCH
MITTWOCH, 24. MAI 2017
Nordrhein-Westfalen

Auflösung von Förderschulen soll gestoppt werden

Wahlsieger Armim Laschet (CDU) (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Wahlsieger Armim Laschet (CDU) (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Eine schwarz-gelbe Landesregierung werde noch vor den Sommerferien die weitere Auflösung von Förderschulen für behinderte Kinder stoppen, kündigten die Landesvorsitzenden von CDU und FDP, Armim Laschet und Christian Lindner, in Düsseldorf an. In Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Förderschulen zugunsten des gemeinsamen Unterrichts von Schülern mit und ohne Behinderung (Inklusion) aufgelöst worden. Das hatte bei vielen Eltern und Lehrern Unmut ausgelöst. (dpa)

Sport

DFB-Frauen unterstützen Werkstätten für behinderte Menschen

Aus den Beständen der Frauen-Nationalmannschaften hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für Frauenteams aus ganz Deutschland, die einer Werkstatt für behinderte Menschen angehören, Trainingskleidung bereitgestellt. Insgesamt wurden zehn Werkstätten unterstützt. „Unsere Spielerinnen sind sehr stolz darauf, dass sie nun in DFB-Trikots miteinander Fußball spielen dürfen“, sagte Sonja Zeigerer, Mitarbeiterin der Hephata Werkstätten. Focus Online

MONTAG, 22. MAI 2017
USA

Trump plant offenbar radikales Sozial-Sparprogramm

US-Präsident Donald Trump. (Foto: dpa)

US-Präsident Donald Trump. (Foto: dpa)

Der Staat soll sparen: US-Präsident Donald Trump plant, die Versorgung armer und behinderter Bürger mit kostenloser medizinischer Hilfe und Lebensmitteln einzuschränken. In einem Haushaltsentwurf seien tiefe Einschnitte an den entsprechenden Programmen vorgesehen, berichtet die „Washington Post“.
Das Budget des Programms „Medicaid“, das Menschen mit geringem Einkommen kostenlose Arztbesuche ermöglicht, will Trump demnach in den nächsten zehn Jahren um 800 Milliarden Dollar kürzen. Berechnungen des Haushaltsbüros des US-Kongresses zufolge könne das in dieser Zeit rund zehn Millionen US-Bürgern ihre Gesundheitsversorgung rauben. Spiegel Online
SONNTAG, 21. MAI 2017
Lübeck

Behindertenheim brennt: Eine Tote und drei Schwerverletzte

Bei einem Feuer in einem Lübecker Behindertenheim in der Carl-Gauß-Straße ist am Samstag eine Frau ums Leben gekommen. Drei weitere Bewohner erlitten schwere Rauchvergiftungen, einer von ihnen wurde beim Eintreffen der Rettungskräfte im Innenhof wiederbelebt, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Die Rettungskräfte brachten insgesamt rund 20 Bewohner in Sicherheit, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Darunter seien 16 leicht Verletzte, die von Sanitätern versorgt wurden. Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen der Polizei in dem Appartement der ums Leben gekommenen Frau ausgebrochen. Die Leiche kam in die Gerichtsmedizin. Die Identität war heute weiterhin unklar.
Zur Brandursache konnte die Polizei auch am Sonntag noch keine Angaben machen. (dpa)

FREITAG, 19. MAI 2017
Inklusion

Deutsche Schulen scheitern an einem großen Versprechen

Schüler mit und ohne Behinderung der Geschwister-Devries-Schule in Uedem. (Foto: „Ich. Du. Inklusion.“)

Schüler mit und ohne Behinderung der Geschwister-Devries-Schule in Uedem. (Foto: „Ich. Du. Inklusion.“)

Die Politik hat die Inklusion in der Schule jahrelang ignoriert. Jetzt jedoch hat man sich das Thema groß auf die Fahne geschrieben. Dieser Aktionismus überfordert alle Beteiligten. Die Regierung hat laut „Süddeutscher Zeitung“ über eine Milliarde Euro in das Inklusionssystem investiert. Das Ergebnis ist dennoch unbefriedigend. Dabei ist sich die Wissenschaft einig, dass Inklusion die Schüler fördert. Sowohl beim besseren Lernen als auch durch höhere Sozialkompetenz. Nur gehören dazu auch passende Konzepte mit ausreichendem Personal. Und die gibt es offenbar bisher nicht. Welt

DONNERSTAG, 18. MAI 2017
Rollstuhlbasketball

„Blick über den Tellerrand anstatt blinder Konkurrenz“

Die Mainhatten Skywheelers bekommen Unterstützung durch den großen Nachbarn aus Wetzlar.

Die Mainhatten Skywheelers bekommen Unterstützung durch den großen Nachbarn aus Wetzlar.

Die Mainhatten Skywheelers und der RSV Lahn-Dill II bündeln ihre Kräfte in der 2. Bundesliga Süd. In der Saison 2017/2018 geht ein gemeinsames Team der beiden hessischen Traditionsvereine an den Start.
Die Mainhatten Skywheelers und ihr Stammverein, der RSC Frankfurt, waren 1980 das erste Team aus Hessen, das sich Deutsche Meisterehren verdiente. Bis 1994 folgten zwei weitere Titel sowie ein DRS-Pokalsieg. Zuletzt wurden die Skywheelers Meister der 2. Bundesliga Süd, verzichteten aber auf den Aufstieg, weil die erforderliche Infrastruktur für die höchste Spielklasse nicht gegeben war.
Der RSV Lahn-Dill II, als Unterbau des inzwischen 13-fachen Titelträgers aus Mittelhessen, überraschte in der Vorsaison mit seiner Qualifikation für das Final Four um den Deutschen Pokal. In der Ende September beginnenden neuen Spielzeit werfen beide Seiten ihre Trümpfe nun zusammen und gehen als Skywheelers Lahn-Dill an den Start.
„Wir wollen und müssen mittel- und langfristig die Kräfte bündeln, um in einer immens starken zweiten Liga Süd, ein der Spielklasse entsprechend schlagkräftiges und konkurrenzfähiges Team an den Start bringen zu können. Da geht es uns nicht anders wie Lahn-Dill“, so Frankfurts Manager Pierre Fontaine. Sein Wetzlarer Kollege Andreas Joneck ergänzt: „Beide Standorte liegen nur rund 60 Kilometer auseinander und wir pflegen seit Jahren gute Beziehungen zueinander. Was liegt also näher als den Blick über den Tellerrand zu werfen anstatt auf blinden Konkurrenzkampf zu setzen“.
Wie genau der Kader des neuen Zweitligisten aussiehen wird, der es 2017/2018 mit der Konkurrenz aus Ulm, Heidelberg, Luxemburg, Salzburg und den Roller Bulls St. Vith zu tun bekommt, ist noch nicht endgültig entschieden. Head Coach des neuen Konstrukts soll der Wetzlarer Daniel Stange werden, die Position des Co-Trainers ist dagegen noch vakant. (RP/aj)

MITTWOCH, 17. MAI 2017
Öffentlicher Personennahverkehr

Köln kann Barrierefreiheit bis 2022 nicht realisieren – und muss keine Strafe fürchten

Barrierefrei ausgebaute Haltestelle „Am Emberg“ der Linie 4 in Köln. (Foto: Qualle/ CC BY 3.0)

Barrierefrei ausgebaute Haltestelle „Am Emberg“ der Linie 4 in Köln. (Foto: Qualle/ CC BY 3.0)

In gut viereinhalb Jahren – bis 2020 – müsste die Stadt Köln es geschafft haben, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. So verlangt es das Gesetz, das Personen-Beförderungsgesetz. Doch damit wird es wohl nichts: „Mit den bereit stehenden personellen Ressourcen und den begrenzten Fördermittelkontingenten lässt sich die Zielsetzung auf keinen Fall erreichen“, erklärt die Stadtverwaltung.
Eine Strafe wegen eines Gesetzesvorstoßes droht der Stadt übrigens nicht. Im entsprechenden Paragrafen heißt es auch: „Genannte Frist gilt nicht, sofern in dem Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden.“ Kölner Stadt-Anzeiger

Sterbehilfe

Bisher 24 Anträge auf Zugang zu tödlichem Medikament

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) (Foto: Soeren Stache/dpa)

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) (Foto: Soeren Stache/dpa)

Nach dem Sterbehilfe-Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes haben bisher 24 sterbewillige Menschen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Antrag auf eine tödliche Dosis Betäubungsmittel gestellt. Das teilte das Institut am Mittwoch in Bonn auf Anfrage mit. Das Gericht in Leipzig hatte Anfang März entschieden, dass der Staat Patienten in extremen Ausnahmefällen den Zugang zu einem tödlichen Medikament nicht verwehren darf. Die zuständige Adresse dafür ist das BfArM, das dem Bundesgesundheitsministerium untersteht.
Das Bundesinstitut hatte zunächst erklärt, die ausführliche schriftliche Begründung des Urteils (Az.: BVerwG 3 C 19.15) abzuwarten. Diese Begründung liegt nun auf 27 Seiten vor. „Mit Blick auf die Tragweite des Urteils setzt sich das BfArM in der gebotenen Sorgfalt mit der jetzt vorliegenden Urteilsbegründung auseinander. Erst danach kann das BfArM mit jedem einzelnen der bisher 24 Antragsteller Kontakt aufnehmen“, teilte das Bundesinstitut mit. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte nach der Verkündung des Urteils erklärt, der Staat dürfe nicht zum Handlanger von Selbsttötungen werden. (dpa)

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