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Trotz Krim-Krise: DBS-Team reist nach jetzigem Stand zu Paralympics

Anna Schaffelhuber, Andrea Eskau & Co. bangen um ihre Teilnahme bei den Spielen in Sotschi.

Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte, aufgenommen 2010 in Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim. (Foto: Ulf Mauder/dpa)

Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte, aufgenommen 2010 in Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim. (Foto: Ulf Mauder/dpa)

Der Deutsche Behindertensport-Verband (DBS) möchte trotz eines drohenden russischen Militäreinsatzes in der Ukraine nach jetzigem Stand sein Team zu den Paralympics nach Sotschi schicken. „Aktuell besteht für den Raum Moskau und Sotschi keine Gefahr“, sagte Verbandspräsident Friedhelm Julius Beucher der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag.

Sollte sich die Lage jedoch weiter verschärfen und eine Gefahr für die Athleten bestehen, werde er sich dafür einsetzen, dass kein deutsches Paralympics-Team nach Sotschi reist. „Die Sicherheit steht über allem“, betonte Beucher. Wegen der Sicherheitslage stehe er in ständigem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt.

Nimmt Putin wirklich Rücksicht auf die Paralympics?

Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher (Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa)

Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher (Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa)

Beucher kann sich nicht vorstellen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin seine Truppen vor der am Freitag beginnenden Eröffnungsfeier auf der Halbinsel Krim einmarschieren lassen wird. „Putin hat die Paralympics im Auge. Bei einem Militärschlag würde er noch bittere Lorbeeren bekommen“, sagte der DBS-Präsident. Von einem eventuellen Boykott der Spiele wollte der 67-Jährige nicht sprechen.

Aus Sicht des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) hat sich die Situation trotz der Spannungen zwischen Russland und der Ukraine noch nicht geändert. Die Situation sei „auf unserem Radar“, sagte IPC-Sprecher Craig Spence der Nachrichtenagentur AP. Doch gebe es „im Moment keine Änderung an unseren Plänen“. Man hoffe, dass es eine gewaltfreie Lösung «im Geiste des olympischen Friedens“ gebe.

Das wäre bitter für Schaffelhuber, Eskau & Co.

Sotschi liegt nur 475 Kilometer südöstlich von der Krim-Region entfernt. Ein Sprecher des US-Teams sieht jedoch keine Bedrohung für die Spiele in der Schwarzmeerstadt. „Unsere Planungen haben sich nicht geändert“, sagte Patrick Sandusky.

Das deutsche Team mit seinen 13 Athleten, unter ihnen die Goldmedaillen-Kandidatinnen Anna Schaffelhuber (Monoski) und Andrea Eskau (Biathlon), will am Dienstag zu den Paralympics fliegen, die vom 7. bis zum 16. März in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi stattfinden.

(dpa)

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2 Kommentare

  • Rolfi

    Man kann darüber streiten, ob eine Teilnahme aus moralischer Sicht sinnvoll wäre oder nicht. Allerdings ist überdeutlich, dass der DBS sich nicht um die politische Situation in der Ukraine schert. Ich sehe geradezu die Eurozeichen in ihren Augen aufflackern. Die Annahme, die Sportler würden sich eventuell in Gefahr begeben, ist eine lächerliche Verdrehung der Situation. Die Ukraine marschiert nicht in Russland ein, sondern umgekehrt. Bucher hat schon bei dieser Blindenfußball-Geschichte ein ungeschicktes Händchen bewiesen und scheint sich wieder mal in die Nesseln setzen zu wollen.

    2. März 2014 at 17:04
  • Daniel Horneber

    hätte den Vorteil das dann keine Deutschen Soldaten in Russland wären

    2. März 2014 at 22:39

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