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Tür der Zukunft erkennt Personen am Skelett

Ein Prototyp nutzt die Vibration der Knochen im menschlichen Körper, um Daten von einem Smartphone an eine Tür zu übertragen, damit diese sich öffnet.

Abbildung eines Schädels

Schädel: Vibrationen übertragen Daten über das Skelett (Foto: Flickr/drortizgm)

(pte) – Das Telekommunikationsunternehmen AT&T arbeitet an einer neuen Technologie zur Datenübertragung und Identifikation. Die Wissenschaftler sehen breites Anwendungspotenzial für ihre Entwicklung – die auch behinderten Menschen helfen könnte.

Im Versuchsaufbau ist ein Smartphone mit einem piezoelektrischen Sensor gekoppelt. Soll eine Tür geöffnet werden, so muss dieser vom User berührt werden, während er die Türklinke anfasst.

Das Telefon wandelt daraufhin einen eingespeicherten Identifikationsschlüssel in eine Vibration um, die sich über die Knochen bis zum Türgriff überträgt, wo eingebaute Elektronik die Erschütterungen entschlüsselt. Die Technik zur Erzeugung und Erkennung der „Bewegtdaten“ ließe sich in Zukunft auch problemlos direkt in Mobilgeräte integrieren.

Auf Basis dessen ermöglicht das Handy die Erkennung der jeweiligen Person. Die Tür kann somit auch Alarm schlagen, wenn eine nicht autorisierte Person versucht, Zutritt zu erlangen. Brian Amento, Forscher in den Labors von AT&T, schätzt, dass sich über die Beschaffenheit der Knochen eine weitere Sicherheitsebene in das System integrieren lässt.

Knochenbeschaffenheit als Sicherheitsmerkmal

Aus den Messergebnissen von fünf Personen schließt er, dass jeder Mensch über ausreichend individuelle Unterschiede in der Beschaffenheit seines Skeletts verfügt, so dass die Vibrationen am Übertragungsweg mit einem einzigartigen „Muster“ – vergleichbar mit der Beschaffenheit der Iris oder Fingerabdrücken – versehen werden. Zur Validierung dieser Annahme werden nun weitere Tests vorgenommen.

Jedoch weist das Identifikations-Feature mögliche Schwachstellen auf. So könnte es bei der Erkennung verschiedener Personengruppen aufgrund sich verändernder Knocheneigenschaften zu Problemen kommen. Darunter fallen etwa Heranwachsende oder Betroffene von Krankheiten wie Osteoporose.

Kontaktaustausch per Händedruck

Neben der Zutritts-Autorisation orten die Erfinder jedoch ein breites Spektrum an anderen Einsatzmöglichkeiten für die Vibrationsübertragung, berichtet Mashable. So wird aktuell daran gearbeitet, Smartphonebesitzer digitale Visitenkarten mit einem einfachen Händedruck austauschen zu lassen.

Auch intelligente Möbelstücke und andere „Smart Objects“ sind denkbar, die – verbunden mit anderen Geräten – ihren Besitzern mit personalisierten Funktionen den Alltag erleichtern. So könnte ein Autositz beispielsweise je nach Fahrer die Außenspiegel entsprechend adjustieren oder die Couch dem Smart-TV die Anweisung geben, die Lieblingssender des jeweiligen Zusehers aufzulisten.

Eine Prognose darüber, wann die Technologie aus dem AT&T-Labor reif für den Markt sein könnte, gibt es aufgrund des frühen Entwicklungsstadiums noch nicht.

Ähnlich wie Datenströme lässt sich auch Musik über Knochenvibration übertragen. Entsprechend konzipierte Kopfhörer sind mittlerweile im Handel erhältlich.

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