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TV-Tipp: „Renn, wenn Du kannst“

Robert Gwisdek als querschnittgelähmter Ben

Heute Abend um 20.15 bei Arte erstmals im öffentlichen Fernsehen: Der Kinofilm von Dietrich Brüggemann über drei Menschen mit Macken, einer von ihnen im Rollstuhl, woraus sich eine oft witzige, manchmal klamaukige Dreiecksgeschichte ergibt.

Drei Leute, die Probleme mit sich selbst haben, treffen aufeinander: Ein Behinderter, der sich als Tyrann aufführt, ein angehender Mediziner, der kein Blut sehen kann, und eine Musikerin, die Angst vor der Bühne hat.

Das sind die Protagonisten eines Kinofilms, der bei der Berlinale 2010 startete und nicht durchweg, aber viele gute Kritiken bekommen hat. So urteilte der „Tagesspiegel“: „Intelligentes Unterhaltungskino mit pointierten Dialogen….Eine unkitschig-romantische sowie eine ernsthafte, schmerzhafte Liebesgeschichte. Keine Angst vor großem Kino.“

Ein verrücktes Team: Der Zivildienstleistende Christian (Jacob Matschenz), Cellospielerin Annika (Anna Brüggemann) und Benjamin (Robert Gwisdek, v.l.)

Ben (Robert Gwisdek) ist Student, Tetraplegiker und wird von Zivildienstleistenden sowie hin und wieder auch von seiner alleinerziehenden Mutter betreut. Er lebt in einer Duisburger Hochhauswohnung, von deren Balkon aus er seit zwei Jahren täglich mit dem Fernrohr die Musikstudentin Annika (Anna Brüggemann, die gemeinsam mit ihrem Bruder Dietrich auch das Drehbuch schrieb) beobachtet, die regelmäßig an seiner Wohnung vorbeikommt.

Als sie an der Kreuzung fast mit Bens neuem Zivildienstleistenden Christian (Jacob Matschenz) kollidiert, entwickelt sich eine Dreiecksgeschichte: Christian verliebt sich in Annika, die interessiert sich auch für Ben – ist jedoch entsetzt über dessen pessimistische Lebenseinstellung und zynischen Bemerkungen. Mit seiner körperlichen und seelischen Situation kommt sie nicht immer zurecht, hat aber selbst ein Handicap: Sie hat sich für ein Cellostudium entschieden, verpatzt aber zunächst jeden Auftritt durch ihre Blockaden.

Annika geht mit beiden ins Bett, gemeinsam geht das Trio auf Achse, spinnt verrückte Geschichten aus, und kutschiert in einem imposanten Amischlitten durch die Gegend, der fast so etwas wie eine weitere Hauptrolle übernimmt. Was für den vermeintlich lockeren Christian wie ein Spiel beginnt, wird für Ben eine Reise zu seinen größten Ängsten, in Abgründe, aus denen er allein nicht mehr herausfinden wird…

ARTE: Mittwoch 8. Februar 2012 um 20.15 Uhr. Wiederholung am Freitag 10. Februar um 14.20 Uhr

Trailer

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