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Überwältigende Unterstützung für „Zeig dein Bein“

ROLLINGPLANET zeigt die besten Fotos: Mit Aktionen am Brandenburger Tor in Berlin sowie in der Münchner und Nürnberger Innenstadt erreichte die Kampagne von Handicap International und SODI am Mittwoch (4.4.2012), dem UN-Tag zur Aufklärung über die Minengefahr, ihren Höhepunkt.

Stelzenläufer für eine Aktion von "Zeig mir dein Bein" am Münchener Stachus

Stelzenläufer für eine Aktion von "Zeig mir dein Bein" am Münchener Stachus

Eine Geste der Solidarität, ein hochgeschlagenes Hosenbein, erinnert daran, dass in 72 Ländern der Welt die Menschen immer noch durch Landminen und Streumunition bedroht werden. In über 70 Ländern fanden am Mittwoch Aktivitäten von Organisationen der Internationalen Landminenkampagne statt.

Intensive Opferhilfe erforderlich

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts war bei der Aktion in Berlin (von 11 bis 13 Uhr) dabei und begründete ihre Unterstützung: „Es gibt sie weiterhin, Minen und ihre Opfer, zivile Opfer dieser mörderischen Waffen. Deshalb ist es so wichtig ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen, dass wir nur etwas erreichen können, wenn wir weiterhin die Aufmerksamkeit auf das Minenproblem lenken und uns um intensive Opferhilfe kümmern.“

Auch Markus Löning, der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, unterstützte die Berliner Aktion durch einen Redebeitrag am Brandenburger Tor. Schade, das Bein von Karl Ernst Thomas de Maizière hat ROLLINGPLANET nicht erblickt – das wäre vielleicht besser als ein Vortrag gewesen: Ein Kriegsminister Verteidigungsminister, der sein Hosenbein hochkrempelt.

Auch Mario Galla unterstützt die Aktion

Mit hochgeschlagenem Hosenbein sind inzwischen über 50 deutsche ParlamentarierInnen und 27 Prominente auf der Kampagnenseite www.zeigdeinbein.de zu sehen, darunter neben Ulrike Folkerts unter anderem Suzanne von Borsody, Doris Dörrie, Sebastian Krumbiegel, Felix Klare, Simon Böer, Heiner Brand und Topmodel Mario Galla, der auch Juror des ROLLINGPLANET-Modelwettbewerbs MISS ANGEL 2012 ist.

Die Evangelische Kirche in Deutschland beteiligte sich mit einem Kampagnenfoto des Militärbischofs Dr. Martin Dutzmann und des Friedensbeauftragten des Rates der EKD Renke Brahms und einer klaren Botschaft „gegen die Herstellung, Verbreitung und Verwendung von Antipersonenminen aller Art“.

Weltweite Solidarität

„Für die Menschen, die von Landminen und Streumunition betroffen sind, ist es sehr wichtig zu sehen, dass ihr Problem in diesen Tagen weltweit wahrgenommen wird“, betonte Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International. „Ebenso wichtig wäre es, wenn das internationale Interesse endlich auch die US-Regierung und andere, die Landminen noch nicht verboten haben, zu einem Beitritt zum Minenverbot bewegen könnte!“

„Wir sind überwältigt von den vielen engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern unserer Aktion!“, bedankte sich Marion Gnanko, SODI-Projektmanagerin für humanitäre Kampfmittelräumung. „Und wir hoffen, dass dieses Engagement aus der Bevölkerung dazu beiträgt, dass die deutsche Regierung ihr finanzielles Engagement für von Landminen und Streumunition betroffene Länder und Menschen weiter verstärkt.“

So fing es an – mit einer Idee in Kolumbien

2011 überrollte eine einfache Idee in Kolumbien, nämlich durch das Hochkrempeln von Hosenbeinen auf die immense Minenproblematik im eigenen Land hinzuweisen, über das ganze Land. Die Kampagne nutzte das Internet, die Unterstützung durch Politik, Presse und internationale Organisationen sowie Menschen des öffentlichen Lebens, um in kurzer Zeit eine unglaubliche Dynamik zu entwickeln. Am 4. April 2011 war die Kampagne schließlich die Schlagzeile vieler Presseberichte, tausende Kolumbianer rollten ihre Hosenbeine hoch – sogar der Präsident. Erfolg: Ein Gesetz zur besseren Unterstützung von Kriegs- und Minenopfern wurde verabschiedet.

Ein weltweites Problem

Weltweit sind Millionen Menschen in Gefahr.

Landminen werden im Krieg verlegt, bleiben aber oft noch Jahrzehnte nach Kriegsende in den betroffenen Ländern verteilt und können unabsichtlich durch ihre Opfer ausgelöst werden. Regelmäßig werden Kinder, Männer, Frauen mitten im Alltag durch einen Minenunfall getötet oder schwer verletzt. Viele der Opfer verlieren Beine oder Arme und sind zeitlebens auf Unterstützung angewiesen. Schätzungsweise haben bis heute 500.000 Menschen einen Minenunfall überlebt. Und es werden immer noch jedes Jahr mehr.

Bis 2000 galt die allgemeine Schätzung von jährlich bis zu 26.000 Opfern („Alle 20 Minuten ein Opfer“)

Die genaue Zahl verlegter Minen kennt niemand. Vor dem Verbot von Antipersonenminen schätzten die Vereinten Nationen, dass zirka 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern dieser Welt verlegt wurden. Das US-Außenministerium schätzte dagegen die Zahl auf 70 Millionen.

Zu den am meisten belasteten Ländern gehören weiterhin: Afghanistan, Angola, Ägypten, Bosnien und Herzegowina, Laos, Kongo (Demokratische Republik), Kambodscha, Kolumbien, Kroatien, Vietnam, aber auch Regionen wie Berg-Karabach, Tschetschenien und die Falkland-Inseln (Malvinas).

Weitere Infos: www.landmine.de

Alle Fotos: zeigdeinbein.de

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