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Übergewichtig und unfähig zu fliegen: Wir freuen uns trotzdem, Pinguine barrierefrei angucken zu dürfen

Das neue Gelände der Watschelvögel im Frankfurter Zoo wird im nächsten Jahr eröffnet.

Ein Eselspinguin blickt am 24.04.2017 in der Anlage im Exotarium des Zoos in Frankfurt am Main (Hessen) hinter einer Glasscheibe aus dem Wasser. (Foto: dpa)

Ein Eselspinguin blickt am 24.04.2017 in der Anlage im Exotarium des Zoos in Frankfurt am Main (Hessen) hinter einer Glasscheibe aus dem Wasser. (Foto: dpa)

Wie lässt sich Inklusion erklären? Eine Antwort hat Brigitte Pothmer, Mitglied des Bundestages und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, vor sechs Jahren anlässlich der Verleihung des Elisabethpreises (Caritasverband) für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung versucht. Laut Kirchen-Zeitung sagte sie:

„Als Vogel ist ein Pinguin gewissermaßen schwerbehindert – er kann nicht fliegen, ist übergewichtig und watschelt. Im Wasser aber entfaltet er seine unvergleichlichen Fähigkeiten.“

Das ist ein möglicherweise etwas gewagter Vergleich, den Menschen mit Behinderung zumindest im Frankfurter Zoo bislang nicht selbst nachprüfen konnten. Das soll sich jedoch ändern. Noch klafft ein tiefes Loch auf der Zoo-Baustelle – doch im kommenden Jahr soll die fast 2000 Quadratmeter große Pinguinanlage des Frankfurter Zoos öffnen. Oberbürgermeister Peter Feldmann und Kulturdezernentin Ina Hartwig (beide SPD) verschafften sich gestern einen Eindruck von den Baufortschritten auf dem Gelände, das rund 70 Humboldt-Pinguinen eine neue Heimat bieten soll. Der Termin war nicht zufällig gewählt: Der 25. April ist seit dem Jahr 2008 der Weltpinguintag.

„Pinguine sind nicht nur Lieblinge (der Zoobesucher), sondern auch eine der Arten, die besonders den Folgen des Klimawandels ausgesetzt sind“, betonte Feldmann. Das neue Pinguingelände solle den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere entgegenkommen. Anders als die bisherige Anlage werde es zudem barrierefrei sein und damit auch für Familien mit Kinderwagen, Behinderte und ältere Menschen mit Mobilitätsproblemen zugänglich sein. Hartwig nannte den Neubau einen „wesentlichen Schritt“ bei der Modernisierung des Zoos.

(RP/mit Materialen von dpa)

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