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Um Kündigungsschutz zu erhalten: Schwerbehinderte müssen Arbeitgeber nicht vorab informieren

Es ist zulässig, wenn sich Arbeitnehmer erst nach einer vom Chef ausgesprochenen Entlassung auf ihre Behinderung berufen.

Der besondere Kündigungsschutz gilt auch dann, wenn die Behinderung dem Arbeitgeber nicht bekannt war. (Foto: Patrick Pleul/dpa)

Der besondere Kündigungsschutz gilt auch dann, wenn die Behinderung dem Arbeitgeber nicht bekannt war. (Foto: Patrick Pleul/dpa)

Schwerbehinderte haben einen besonderen Kündigungsschutz. Dieser gilt auch dann, wenn die Behinderung nicht offensichtlich ist und der Arbeitgeber nichts davon weiß. Darauf weist Sigrid Britschgi, Fachanwältin für Arbeitsrecht, im „Informationsdienst“ des Bund-Verlags (Ausgabe 9/2017) hin. Bescheid sagen müssen Schwerbehinderte demnach erst, wenn sie sich auf den Kündigungsschutz berufen wollen. Dafür haben sie ab Erhalt der Kündigung drei Wochen Zeit.

Arbeitnehmer mit einem sogenannten Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 gelten vor dem Gesetz als Schwerbehinderte. Ihnen darf der Arbeitgeber nur kündigen, wenn er sich vorher die Zustimmung des Integrationsamts einholt. Gleiches gilt eventuell auch für Beschäftigte mit einem GdB ab 30 – nämlich dann, wenn die Arbeitsagentur sie einem Schwerbehinderten gleichgestellt hat. Nachweisen müssen Betroffene ihre schwere Behinderung nur, wenn sie nicht offenkundig ist. Blinde oder querschnittsgelähmte Arbeitnehmer etwa können darauf also verzichten.

(dpa/tmn)

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