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Umfrage Multiple Sklerose: Jeder zweite Betroffene will sein Leben genießen

Die Diagnose MS ist für viele ein Schock: Rund 60 Prozent können nicht einschätzen, wie sich die Krankheit bei ihnen auswirken könnte. Andere denken automatisch an die Schreckensszenarien, die seit Jahren mit dieser chronischen Erkrankung einhergehen: ein Leben im Rollstuhl, Kinderlosigkeit und Frührente. Dabei führen rund 80 Prozent der Patienten ein weitgehend normales Leben.

Nürnberg (ots) – Das bestätigt die aktuelle Umfrage des Instituts für Gesundheits- und Verbraucher-Marktforschung (IGV) und Novartis unter 100 betroffenen Männern und Frauen im Alter von 20 bis 60 Jahren. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass mindestens jeder Zweite nach der Diagnose bewusster lebt, mehr aus sich herausgeht und das Leben genießen will.

Mehr Aufklärung gefragt

An MS erkranken vorwiegend junge Menschen zwischen 20 und 40, die mitten im Leben stehen. Rund 130.000 Menschen sind allein in Deutschland von MS betroffen, am häufigsten Frauen. Von ihnen wünschen sich 66 Prozent, dass die Gesellschaft besser informiert ist. Denn nicht nur die Erkrankten sind zu Beginn verunsichert. Auch ihre Mitmenschen wissen oft nicht, dass sich MS und Normalität im Alltag nicht ausschließen. Das führt häufig zu einem verzerrten Bild im Umfeld der Betroffenen: Jeder vierte Erkrankte sieht sich gut gemeinten Ratschlägen und Mitleid ausgesetzt. Beinahe jeder Fünfte fühlt sich stigmatisiert oder ausgegrenzt.

„Dabei bedeutet MS nicht zwangsläufig, dass man irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen sein wird. Dank der großen Fortschritte, die die Medizin in den vergangenen Jahren gemacht hat, unterscheidet sich das Leben eines MS-Kranken nicht zwangsläufig von dem eines Gesunden. Fingolimod, die erste orale Therapie spezifisch für MS, beispielsweise erleichtert den Alltag von Patienten mit der schubförmigen-remittierenden Form der MS. Diese Therapie ersetzt das Spritzen und kann Patienten damit ein Stück Normalität sichern“, sagt Prof. Dr. Bernd C. Kieseier, leitender Oberarzt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Stark trotz MS-Diagnose

Auch das Feingefühl und Verständnis der Mitmenschen trägt zu einer höheren Lebensqualität der Patienten bei. Bei Dagmar R. spielt das gerade bei der Partnersuche eine wichtige Rolle. „Nach meiner Scheidung vor 13 Jahren, wünsche ich mir wieder einen Mann an meiner Seite. Aber viele sind abgeschreckt, wenn ich ihnen von meiner Erkrankung erzähle. Dabei lebe ich gut mit MS“, so die alleinerziehende Mutter. Von der Diagnose hat sie sich nicht aus der Bahn werfen lassen. Dank eines bewussten Lebensstils und ihrer neuen Therapie kann sie ihren Alltag genießen. Die 47-Jährige ist viel unterwegs und hat einen Vollzeitjob als Sekretärin.

Zum Themenschwerpunkt Multiple Sklerose

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1 Kommentar

  • Mareike

    Warum auch sollten MSler ihr Leben nicht genießen wollen??!!

    29. Oktober 2011 at 15:11

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