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Umkämpfter Partnermarkt macht Singles dünner

Die Gewichtskontrolle gerät in Partnerschaften häufig in Vergessenheit. Mit dem Glück kommen auch die Kilos. Wehe, einer von beiden nimmt ab – dann kann die Trennung bevorstehen, haben Heidelberger Wissenschaftler herausgefunden.

Heidelberg (pte) – Soziologen des Heidelberger Max-Weber-Instituts für Soziologie haben einen Zusammenhang zwischen Partnerschaft und Gewicht ausgemacht. „Wenn die Konkurrenz auf dem Markt groß ist, achten die Partnersuchenden auf ihr Gewicht“, sagt Experte Thomas Klein. Demnach neigen Menschen in einer glücklichen Partnerschaft zum Dickwerden. Das Team um Klein wertete Daten des „Partnermarktsurvey 2009“ aus. Diese Befragung von rund 2.000 Personen zwischen 16 und 55 Jahren berücksichtigt erstmals die Bedingungen des Partnermarkts, an denen sich die Motivation zur Gewichtskontrolle orientiert.

Dass Menschen in einer Partnerschaft Gewicht zunehmen, ist den Forschern bereits bekannt. Ebenso ist belegt, dass ein niedrigeres Gewicht die Chancen verbessert, einen Partner zu finden. Unklar war, welche Rolle der Partnermarkt bei diesen Effekten spielt. „Singles achten bei einem entspannten Partnermarkt weniger auf ihr Gewicht und nehmen daher in einer Partnerschaft auch nicht deutlich zu. Wenn sie dagegen starke Konkurrenz fürchten, achten sie verstärkt auf ihr Gewicht und nehmen zu, sobald sie in einer Partnerschaft quasi aus der Konkurrenzsituation entlassen werden“, erklärt Klein.

Dicke wählen Dicke als Partner

Gestützt wird dieser Befund dadurch, dass eine kriselnde Partnerschaft oft mit einem niedrigeren Gewicht der Beteiligten verbunden ist als in problemlosen Partnerschaften. „Das kann zwar auch daran liegen, dass man weniger gemeinsame Mahlzeiten einnimmt oder dass sich die Probleme psychosomatisch auswirken. Aber das Abnehmen lässt sich auch als eine Art ‚Vorbereitung auf den Partnermarkt‘ interpretieren – als Bemühen um körperliche Attraktivität, weil man damit rechnet, bald wieder auf Partnersuche gehen zu müssen“, sagt der Soziologe.

Aus den Daten ergab sich auch, dass der Body Mass Index (BMI) der Befragten umso höher ist, je höher der BMI des Partners ist. Mit zunehmender Dauer der Partnerschaft gibt es aber keine weitere Gewichtsannäherung zwischen den Partnern. „Die BMI-Ähnlichkeit von Partnern beruht somit auf Prozessen der Partnerauswahl und nicht auf Annäherungen während der Partnerschaft. Dünne wählen in der Regel Dünne und Dickere wählen Dickere“, sagt Klein. Andere Faktoren, wie etwa Attraktivität – abgesehen vom Gewicht, wurden nicht berücksichtigt.

Foto: pixelio.de, S. Rossmann

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