Umsonst gebaggert: Der George-Clooney-Blick führt nicht ins Bett

Männer, wenn Ihr keine Frau kriegt, liegt das nicht an Eurer Behinderung – sondern an Eurem albernen Schlafzimmerblick.

George Clooney

Männer, kapiert es doch endlich! Den George-Clooney-Blick kann nur der George Clooney.

(pte) – Den Blick von George Clooney und Antonio Banderas sollten Nachahmer nicht überstrapazieren: Die Augenstellung mit halbgeschlossenen Lidern – bisweilen als „Schlafzimmerblick“ tituliert – hinterlässt bei Frauen eher verdächtigen Eindruck statt Romantik, berichten Forscher der University of Michigan in der Zeitschrift „Personality and Invididual Differences“. Um attraktiv zu wirken, sollten Männer eher mit offenen Augen durchs Leben gehen, raten die Forscher.

Wichtigster Aspekt der Wahrnehmung

„Augen haben in der Wahrnehmung durch andere eine zentrale und universelle Bedeutung. Sie sind für die Einschätzung einer Person noch wichtiger als die Körperbewegung“, erklärt der Wiener Sozialpsychologe Arnd Florack. Tatsächlich weiß die Forschung viel über die Wirkung etwa der großen Augen, die Naivität, Ehrlichkeit und Verletzlichkeit übermitteln – das sogenannte „Kindchenschema“. Die Pupillen deuten auf Stimmung, Extrovertiertheit sowie auch sexuelle Erregung und Wachsamkeit – und sind bei Frauen größer als bei Männern.

Verdächtig statt betörend

Über den Einfluss der Augenlider ist bisher wenig bekannt – was die US-Forscher nun nachholen wollten. Sie präparierten am Computer Portraitfotos von 30-jährigen Männern, die in einer Abwandlung mit offenen, in der anderen mit halbgeschlossenen Augen dargestellt waren, sich sonst jedoch nicht unterschieden. Die an der Studie teilnehmenden Frauen sollten jeweils die Attraktivität angeben sowie beantworten, ob sie mit ihm eine kurze oder längere Beziehung eingehen würden, ihn als Vater des eigenen Kindes wollten oder ihm als Reisebegleiter der eigenen Schwester vertrauen würden.

Offene Augen schnitten im Versuch stets besser ab als halbgeschlossene. Den Clooney-Blick stuften die Probandinnen eher als billige Anmache für kurzfristige Flirts ein und waren kaum bereit, mit dem so dargestellten eine kürzere oder längere Beziehung einzugehen: 71 Prozent bevorzugten eindeutig den Mann mit offenen Augen als Ehepartner oder Reisebegleiter und stuften ihn auch als attraktiver ein.

„Der Schlafzimmerblick könnte auf sexuelle Reife deuten, da große Augen als jugendlicher gelten. Die Technik muss jedoch vorsichtig eingesetzt werden, da man zugleich Vertrauenswürdigkeit einbüßt“, sagt Studienleiter Daniel Kruger.

Blick regt zur Nachahmung an

Der Blick verändert jedoch nicht bloß die Einschätzung einer Person durch andere, sondern auch deren Verhalten. „Unwillkürlich folgen Menschen, jedoch auch Tiere der Blickrichtung anderer. Es gibt keine Möglichkeit, diesen Mechanismus zu unterbinden, wobei er bei sozial Orientierten besonders stark ausgeprägt ist“, berichtet Florack über sein laufendes Forschungsprojekt an der Universität Wien. Ein weiterer beobachteter Effekt: Neutrale Dinge, auf die andere Menschen schauen, werden automatisch positiver beurteilt.

Dennoch, Studie hin und her: Manch ROLLINGPLANETarierin hätte nichts dagegen, George Clooney im Bett vorzufinden.

Foto: Wikipedia/Nicolas Genin. Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) lizenziert.

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