UN-Behindertenrechtskonvention: „Kampf um Bürger- und Menschenrechte“

Bei seinem Jahresempfang blickt der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, zurück und nach vorne.

Hubert Hüppe

„Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention bleibt ein Kampf um Bürger- und Menschenrechte“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, auf seinem Jahresempfang in dieser Woche im Kleisthaus in Berlin.

Vor über 200 Gästen, unter ihnen Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und die Autorin und Schauspielerin Jana Zöll, verdeutlichte der Beauftragte, dass einige Schritte in die richtige Richtung bereits gegangen seien.

„Menschen mit Behinderung müssen aber immer noch oft um ihr Recht auf Teilhabe kämpfen“, so der Beauftragte.

In einer schauspielerischen Darbietung näherte sich Zöll der Frage „Was ist normal?“. Ihre Antwort: „Dieses ‚Normal‘ von dem alle reden, gibt es gar nicht. Und wenn es ein ‚Normal‘ gibt, dann ist alles, was es gibt, normal.“

Während in den vergangenen zwölf Monaten das Thema und die Tagungsreihe „Teilhabe braucht Gesundheit!“ im Vordergrund stand, werde in diesem Jahr der Schwerpunkt seiner Arbeit im Bereich Beschäftigung liegen, kündigte Hüppe an.

Für mehr Chancen im ersten Arbeitsmarkt

Er verwies hierbei auf den Auftakt mit dem Fachgespräch „Mehr Teilhabe von werkstattberechtigten Personen in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes“, das im März stattfand. Weitere Veranstaltungen werden folgen. „Ich möchte erreichen, dass mehr Menschen in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts eine Chance haben, ob die Akademikerin im Rollstuhl oder der Jugendliche mit hohem Unterstützungsbedarf“, erklärte der Beauftragte. „Deshalb müsse es ein Budget für Arbeit geben, das Menschen beispielsweise ermöglicht, unterstützende Dienste auch ohne Anbindung an eine Werkstatt für behinderte Menschen zu bekommen“.

Der Beauftragte ging auch auf die Situation von Kindern und Jugendlichen ein, die in Heimen misshandelt und gedemütigt wurden. Er kritisierte außerdem bioethische Entwicklungen wie vorgeburtliche Tests auf das „Down-Syndrom“ oder den Beschluss des Deutschen Bundestages zur Präimplantationsdiagnostik. „Letztendlich gehe es hierbei immer darum, Menschen nach lebenswert und lebensunwert zu sortieren“, so der Beauftragte.

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