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Unfassbarer Buzzerbeater bezwingt RSV Lahn-Dill

Playoffs im Rollstuhlbasketball: BG Baskets Hamburg gelingt im ersten Halbfinale die Sensation.

Kann es nicht fassen: Philipp Häfeli von RSV Lahn-Dill. (Foto: Andreas Joneck)

Kann es nicht fassen: Philipp Häfeli von RSV Lahn-Dill. (Foto: Andreas Joneck)

Glücklos und mit einer phasenweise schwachen Offensivleistung präsentierte sich der RSV Lahn-Dill in Spiel eins der Playoff-Halbfinalserie bei der BG Baskets Hamburg. Durch einen Buzzerbeater in der Schlusssekunde des britischen Nationalspielers Ghazian Choudhry verloren die Mittelhessen am Sonntagnachmittag mit 58:59 (12:10/27:24/44:34) in der Wilhelmsburger Inselpark-Arena. Nun müssen die Wetzlarer Rollis unbedingt Spiel zwei am 8.April zuhause gegen die Hanseaten gewinnen, um das dritte und dann alles entscheidende Playoff-Halbfinalduell in der „best-of-three“ Serie einen Tag später ebenfalls in Wetzlar überhaupt zu erreichen.

In der hochdramatischen Schlussphase stand es bei Ballbesitz für den RSV Lahn-Dill 24 Sekunden vor dem Ende 56:56 unentschieden zwischen den beiden Playoff-Konkurrenten. Exakt 1,7 Sekunden vor der Sirene war es dann Piotr Luszynski, der unten dem Jubel der mitgereisten Fans mit einem Wurf aus rund fünf Metern Entfernung das 58:56 erzielen konnte. Alles sah so aus, als ob der Gast aus Hessen, trotz einer schwachen Offensivleistung und im Gegensatz zur 65:71-Niederlage vor drei Wochen in der Liga, doch noch einmal mit einem blauen Auge davonkommen würde. Doch es sollte anders kommen.

Mit dem Rücken zum Korb

Hamburgs Trainer Holger Glinicki nahm sofort eine Auszeit, stimmte seine Truppe auf die fast aussichtslose Herausforderung ein, die laut Reglement nach der Unterbrechung nun einen Einwurf in der Hälfte des RSV vorsah. Hiroaki Kozai nahm sich dem Einwurf an, passte auf den britischen Europameister Ghazian Choudhry (Archivfoto: BG Baskets Hamburg). Dieser wiederum war von der RSV-Defensive bestens verteidigt und damit genötigt, die orange Lederkugel mit dem Rücken zum Korb mit der Schlusssirene in Richtung RSV-Korb zu schleudern. Sein unfassbarer Buzzerbeater sorgte nur wenig später für grenzenlosen Jubel beim Gastgeber und fassungsloses Entsetzen beim RSV Lahn-Dill.

So glücklich der Wurf selbst war, so war der Erfolg der Hanseaten nicht einmal unverdient, auch wenn der RSV Lahn-Dill nach einer kleinen Schwächephase zu Beginn fast ausnahmslos in Führung lag. Nach drei Luszynski-Körben lag der RSV mit 8:2 (4.) in Front, ehe der Faden offensiv das erste Mal komplett riss. Ganze zwölf Spielminuten später sah sich der Gast mit 14:21 in Rückstand, ehe Thomas Böhme mit einem Dreier zum 17:21 (16.) den Knoten endlich wieder platzen ließ. So erspielte sich das von Headcoach Nicolai Zeltinger in der Folge Punkt für Punkt einen zunächst kleinen Vorsprung, der bis zur 31. Spielminute sogar bis auf 56:46 (31.) durch den ehemaligen Hamburger Philipp Häfeli anwuchs. Doch trotz dieser vermeintlichen Vorentscheidung riss der dünne Offensivfaden im Spiel der Lahn-Diller erneut und es kam zu der ebenso dramatischen wie unglücklichen Schlussphase.

„Wir haben eigentlich vieles richtiggemacht, uns einen zehn Punkte Vorsprung erarbeitet, aber am Ende nicht konsequent genug abgeschlossen, um uns diesen Erfolg auch zu verdienen“, so RSV-Trainer Nicolai Zeltinger. „Wir sind gerade in einer Phase, in der wir lernen aus Niederlagen wieder aufzuerstehen und dies müssen wir auch nach dieser Begegnung erneut“.

Am Samstag, den 8. April, um 19:30 Uhr ist nun der RSV Lahn-Dill in der Pflicht mit einem Erfolg in der Wetzlarer August-Bebel-Sporthalle vor heimischen Publikum zunächst Spiel drei in der „best-of-three“ Halbfinalserie zu erzwingen. Dieses dann alles entscheidende Duell würde keine 24 Stunden später an gleicher Stätte stattfinden und den Finalisten 2017 endgültig ermitteln.

Das zweite Halbfinale an diesem Sonntag entschied RSB Thuringia Bulls auswärts in Wiesbaden erwartungsgemäß mit 90:59 für sich.

Hamburg: Ghazian Choudhry (22/1 Dreier), Jake Williams (15), Reo Fujimoto (10), Hiroaki Kozai (6), Nik Goncin (4), Kai Möller (2), Anne Patzwald, Mitsugu Chiwaki, Karlis Podnieks, Matthias Heimbach (n.e.).

Lahn-Dill: Piotr Luszynski (24/1), Thomas Böhme (10/2), Dirk Köhler (10), Michael Paye (6), Jan Haller (4), Philipp Häfeli (2), Nico Dreimüller, Annabel Breuer, Björn Lohmann, Joe Bestwick (n.e.), Christopher Huber (n.e.).

(aj)

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