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Unsere Nachricht kurz vor Muttertag: „Ich will auch heiraten“

Bundesfamilienministerium startet Projekt zur Schwangerschaftsberatung für Menschen mit Behinderung.

(Foto: JMG/pixelio.de)

Schwangerschaft – ein Geschenk des Lebens (Foto: JMG/pixelio.de)

Das Bundesfamilienministerium hat das Projekt „Ich will auch heiraten“ bekannt gegeben. Ziel ist die Entwicklung und Einrichtung von Angeboten in der Schwangerschaftskonflikt- und allgemeinen Schwangerenberatung für Menschen mit Lernschwierigkeiten, sogenannter geistiger Behinderung. Das Projekt wird vom christlich orientierten Bundesverband donum vitae (aus dem Lateinischen: Geschenk des Lebens) durchgeführt – was wohl auch erklärt, warum Schwangerschaft und Heirat in einem Atemzug genannt werden. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr – jedenfalls nicht bei Menschen ohne Behinderung.

Donum vitae zur Förderung des Schutzes des menschlichen Lebens e. V. hat seinen Sitz in Bonn. Er wurde im September 1999 aus den Reihen der Mitglieder des ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) gegründet, nachdem Papst Johannes Paul II. unter Berufung auf sein Jurisdiktionsprimat den katholischen Verbänden Deutscher Caritasverband und Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) die Ausstellung der Bescheinigung einer Schwangerschaftskonfliktberatung untersagt hatte.

Der Verein hat bundesweit Beratungsstellen an über 200 Orten in der allgemeinen Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung und bereits Erfahrung in der Beratung von Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung.

Recht auf sexuelle Selbstbestimmung

Im November 2013 findet in Bonn die Auftaktveranstaltung des Projektes „Ich will auch heiraten“ mit anschließendem Workshop statt. Ein Beirat, in dem laut Angaben auch Menschen mit Lernschwierigkeiten vertreten sind, wird die Arbeit des Projektes begleiten.

Nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz hat jede Frau und jeder Mann das Recht, sich in Fragen der Schwangerschaft, Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung beraten zu lassen.

Um diesem Anspruch gerecht werden können, sei es erforderlich, die bestehenden Angebote von Beratungsstellen barrierefrei und für Menschen mit geistiger Behinderung zugänglich zu machen, heißt es in einer Mitteilung des Bundesministeriums.

Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und im Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung (NAP) festgeschrieben.

Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe

Inklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung alle Grundfreiheiten und Menschenrechte genießen und gleichberechtigt am gesamten gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das gelte insbesondere auch für die Bereiche Familie, Partnerschaft und Sexualität. Zu einer Gesellschaft der fairen Chancen gehöre es daher auch, sich mit der Schwangerschaftsberatung und Sexualpädagogik für Menschen mit Lernschwierigkeiten zu befassen.

Den großen Handlungsbedarf in diesem Bereich zeigten die Ergebnisse der vom Bundesfamilienministerium geförderten Studie „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“. Laut dieser haben vor allem Frauen mit sogenannter geistiger Behinderung, die in Einrichtungen leben, nur sehr selten eine Partnerschaftsbeziehung oder eigene Kinder. Nur 8 Prozent der Befragten waren jemals verheiratet und nur 6 Prozent haben eigene Kinder.

Webseite: donum vitae

(PM)

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