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Unter welchen Voraussetzungen dürfen Menschen mit Epilepsie Auto fahren?

Der Tag der Epilepsie am 5. Oktober steht dieses Jahr unter dem Motto „Mobilität“.

Kinder und Oldtimer (Menschen) haben ein erhöhtes Risiko, an Epilepsie zu erkranken (Foto: Schick01/pixelio.de)

Kinder und Oldtimer (Menschen) haben ein erhöhtes Risiko, an Epilepsie zu erkranken (Foto: Schick01/pixelio.de)

Ob Fahrtauglichkeit besteht oder nicht, ist mit dem behandelnden Neurologen/Nervenarzt zu besprechen. Dieser wiederum ist verpflichtet, seine Patienten, bei denen epileptische Anfälle auftreten, darüber zu informieren, ob sie fahrtauglich sind oder nicht.

Tritt ein epileptischer Anfall auf, wenn bereits eine Fahrerlaubnis vorliegt, besteht weder für den/die Betreffende/n noch für den behandelnden Arzt eine Mitteilungspflicht gegenüber den Straßenverkehrsbehörden – grundsätzlich ist der Arzt auch hier an seine Schweigepflicht gebunden. Ist allerdings erkennbar, dass der/die Betreffende trotz nicht bestehender Fahrtauglichkeit ein Kraftfahrzeug führen wird und dadurch andere gefährden könnte, kann der behandelnde Arzt unter Umständen die Straßenverkehrsbehörde informieren.

Infos zu Epilepsie

Epilepsien zählen zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Nach Angaben der Deutschen Epilepsievereinigung sind deutschlandweit über 500.000 Menschen von diesen Anfallleiden betroffen. Etwa 38.000 Neuerkrankungen kommen jährlich dazu.

Epilepsien können im jedem Lebensalter auftreten. In den ersten fünf Lebensjahren ist das Risiko, zu erkranken, besonders hoch. Etwa zwei Drittel aller Epilepsien treten in den ersten zwei Lebensjahrzehnten auf. Nach dem 20. Lebensjahr wird das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, geringer und steigt nach dem 60. Lebensjahr wieder steil an.

Von Epilepsie wird erst gesprochen, wenn wiederholt Anfälle auftreten. Seit 1996 organisiert die Epilepsie-Selbsthilfe mit weiteren Verbänden am 5. Oktober einen bundesweiten Aktionstag. 2013 steht das Thema „Epilepsie und Mobilität“ im Mittelpunkt. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Betroffene sogar Auto fahren.

Wer ist wann regresspflichtig?

Versäumt der behandelnde Arzt seine Patienten entsprechend zu informieren, kann er im Falle eines Verkehrsunfalls von der Haftpflichtversicherung in Regress genommen werden. Ignoriert der/die Betreffende die Hinweise des behandelnden Arztes und führt er/sie ein Kfz – obwohl die Fahrtauglichkeit nicht gegeben ist – droht diesem/dieser im Falle eines Unfalls ein Regress seiner Haftpflichtversicherung oder es drohen strafrechtliche Konsequenzen – auch dann, wenn er/sie den Unfall nicht verschuldet hat.
Ist bei vorhandenem Führerschein aufgrund der Epilepsie keine Fahreignung gegeben, ist der/die Betreffende nicht verpflichtet, von sich aus seinen/ihren Führerschein bei der Straßenverkehrsbehörde abzugeben. Es ist vollkommen ausreichend, diesen beiseite zu legen und ihn dann, wenn die Fahrtauglichkeit wieder gegeben ist, mit sich zu führen.

Neuerwerb eines Führerscheins

Beim Neuerwerb eines Führerscheins sollte die Frage nach dem Vorliegen einer Epilepsie oder chronischen Krankheit wahrheitsgemäß beantwortet werden – auch dann, wenn die Fahrtauglichkeit gegeben ist. Wird dies unterlassen, sollte das unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, der dann in seiner Akte festhalten sollte, dass eine Fahreignung entsprechend der Begutachtungsleitlinien besteht. Denn: Im Falle eines Unfalls liegt die Beweislast, das die Fahreignung gegeben war, beim Fahrer. Kann dieser Nachweis nicht zweifelsfrei erbracht werden, droht ein Regress der Haftpflichtversicherung.

Allgemein gilt: Eine fachgerechte Behandlung sowie eine gute Dokumentation der Epilepsie und deren Behandlung wirken überzeugender für eine Verwaltungsbehörde als ein schlecht dokumentierter Krankheitsverlauf mit häufigen Arztwechseln.

Kein Bestandsschutz für
Führerschein-Klasse III

Personen ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen, die den bis August 1998 zu erwerbenden Führerschein Klasse III besitzen, dürfen Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 7,5 t führen. Dies gilt nicht für Personen mit Epilepsie! Sie dürfen bei bestehender Fahrtauglichkeit nur Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von max. 3,5 t führen und sind damit Personen, die einen Führerschein neu erwerben, gleichgestellt

(Epilespie-Vereinigung/dpa)


Berühmte Menschen mit Epilepsie
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2 Kommentare

  • Sigrid Matz

    Pharmaindustrie verzögert Markteinführung neuer Medikamente

    5. Oktober 2013 at 14:12
  • Sigrid Matz

    dieses Geld Geld Geld

    5. Oktober 2013 at 14:14

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